Grösste Umwälzung seit 2016
Was der Spycher-Abgang für YB bedeutet

Der angekündigte Abgang von Chief Sports Christoph Spycher wird zur grössten Umwälzung bei YB seit dessen Amtsantritt 2016 führen. Dennoch wird YB nicht in seinen Grundfesten erschüttert werden. Wegen der Stabilität in der Führung und einer finanziellen Luxuskonstellation.
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Das Sport-Führungstrio von YB wird in elf Monaten auseinandergerissen, weil Christoph Spycher (l.) geht, derweil Stéphane Chapuisat (Mitte) und Mathieu Beda bleiben.
Foto: Toto Marti

Darum gehts

  • Spychers Abgang wird grösster YB-Umbruch seit 2016
  • Brülhart rechnet mit Zeit, bis wieder Stabilität da ist
  • 70 Mio. Franken Reserven und Rihs' Stiftung sichern YB
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Alain KunzReporter Fussball

Seit dem ersten Meistertitel 2018 ist das YB-Schiffchen ruhig vor sich hingetuckert. Meist mit sehr viel Wasserverdrängung. Denn es folgten fünf weitere Titel, vier Champions-League-Teilnahmen und zwei Cupsiege. Natürlich gab es in der Ära nach Gerardo Seoane Turbulenzen. Als man den auf Platz eins liegenden Trainer Raphael Wicky in einem Akt von Wohlstandsverwahrlosung feuerte. Als es mit Patrick Rahmen hinten und vorne nicht klappte, was nicht vorhersehbar war. Oder als man Giorgio Contini opferte, weil man Seoane zurückholen konnte.

Letzte Saison als grosse Ausnahme

Aber YB fand immer zurück in die Spur. Mit Ausnahme der letzten Saison, in der man als Transfersieger abgefeiert wurde und dann trotz Seoanes Rückkehr die schlechteste Saison unter Christoph Spycher hinlegte. Ein Fail, der keiner Logik folgte.

Und immer waren es dieselben Personen, die die sportlichen Entscheide fällten. Spycher, zuerst als Sportchef, später als Ober-Sportchef mit einer Rückkehr ins Daily Business, als es nicht gut lief, und zuletzt als Chief Sports. Sekundiert von Chefscout Stéphane Chapuisat und Ausbildungschef Gérard Castella sowie zuerst Steve von Bergen und zuletzt Mathieu Beda.

Brülhart: «Es braucht Zeit, um wieder Stabilität zu haben»

Nun wird Ende Saison einiges neu. Castella ist bereits abgetreten und wurde durch Marc Hottiger ersetzt. Spycher tut es voraussichtlich im September 2027. Präsident Marcel Brülhart bejaht, dass dies die grösste Umwälzung sei seit 2016, als Spycher seinen Job antrat. «Bei solch einem Einschnitt braucht es Zeit, bis man wieder Stabilität hat», sagt der Präsident gar. Denn wieder einen Spycher zu finden, scheint kaum möglich. «Das Credo von Christoph und von mir ist, dass niemand unersetzlich ist», so Brülhart, «aber in seinem Fall wird das sehr anspruchsvoll.»

Und doch wird es in Bern kein Vakuum geben. Chappi dürfte bleiben. Beda, den viele unterschätzen, weil er zuvor als Spielerberater nur kurz mit seinem damaligen Klienten Denis Zakaria im Rampenlicht stand, wird an Volumen gewinnen. Dazu gesellt sich Spychers Nachfolger, dessen Suche der ehemalige Nati-Spieler als Verwaltungsrat mitverantworten wird. Abgesehen davon muss sich YB nicht zwingend so aufstellen wie zuletzt. Die Strukturen können bei Bedarf angepasst werden. «Da sind wir offen und werden es genau analysieren», sagt Brülhart. Der Präsident selbst ist ein weiterer Garant, dass YB oben bleiben wird. Ein Präsident, der präsent und aktiv ist, ohne sich ins Sportliche einzumischen. «Ich masse mir keine höheren sportlichen Kompetenzen an.»

YB ist finanziell abgesichert

Doch vor allem muss man sich deshalb keine Sorgen um YB machen, weil die Organisation ein selbst europaweit geachtetes und rares finanzielles Erfolgsmodell mit Reserven von 70 Millionen Franken ist. Und Besitzer und Milliardär Hans-Ueli Rihs (83) will endgültig für Stabilität sorgen, indem er seine Aktienmehrheit in eine Stiftung überführt. Apropos Geld: Rihs hat seit 2017 keines mehr einschiessen müssen …

YB hat viel Zeit, sich für die Nach-Spycher-Zeit zu rüsten. Das ist ein Riesenvorteil. Die Berner werden bereit sein.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
11
25
31
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
11
17
25
3
FC Sion
FC Sion
11
7
22
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
1:0
12
-3
19
5
FC Zürich
FC Zürich
11
-3
17
6
Servette FC
Servette FC
0:1
12
1
16
7
FC Basel
FC Basel
11
-3
14
8
FC Luzern
FC Luzern
11
-6
12
9
FC Vaduz
FC Vaduz
1:1
12
-1
10
10
FC Thun
FC Thun
11
-11
10
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
1:1
12
-13
10
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
11
-10
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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