So droht den Zürchern die Katastrophe
Messner-Medizin bringt GC üble Nebenwirkung

Die Resultate der Grasshoppers unter Gernot Messner sind mit einer – wichtigen – Ausnahme miserabel. Die Zahlen zeigen: GC ist das mit Abstand torungefährlichste Team der Liga.
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Läuft nicht so gut: Gernot Messner und seine Zeit als Interimstrainer der Grasshoppers.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Messners Umstellungen fruchten bislang nicht
  • Gegner kontern seltener, haben aber trotzdem mehr und bessere Torchancen
  • Kein Team der Super League strahlt weniger Torgefahr aus als GC
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Florian RazReporter Fussball

Fünf Spiele, vier Niederlagen, eine Tordifferenz von 3:13. Auf der Habenseite ein möglicherweise überlebenswichtiger Sieg in Winterthur. Am anderen Ende der Gefühlsskala eine niederschmetternde Niederlage im Cup-Halbfinal bei Stade Lausanne-Ouchy.

Das sind die nackten Resultate der Grasshoppers unter Gernot Messner (45). Oder wie es Vorgänger Gerald Scheiblehner (49) so nett zusammengefasst hat: «Alain Sutter wollte mit einem anderen Österreicher einen neuen Impuls setzen. Und das ist ja hervorragend gelungen.»

Wenig verbessert – vieles verschlimmert

Allerdings stimmt es nicht, dass sich unter Messner gar nichts geändert hat bei GC. Der Interimstrainer hat zum Beispiel die von Scheiblehner so geliebte Dreierkette in der Defensive gegen eine Viererabwehr eingetauscht.

Der Blick auf die Daten zeigt noch andere Veränderungen. So lässt Messner das Team deutlich weniger aggressiv verteidigen – und weniger nah am gegnerischen Tor. Damit hat er ein GC-Problem behoben. Die Zürcher lassen nun weniger Schüsse nach gegnerischen Kontern zu.

Unter Scheiblehner (rot) hat GC aggressiv und hoch verteidigt. Unter Messner läuft das Team weniger in Konter – lässt aber trotzdem mehr und bessere Chancen zu (xG).
Foto: Blick

Klingt erst einmal gut. Aber die verabreichte Medizin kommt mit einer so grossen Menge an negativen Nebenwirkungen, dass der Beipackzettel länger ist als die Liste an erlebten Enttäuschungen eines durchschnittlichen GC-Fans.

Zum einen schiessen die Gegner nun zwar etwas weniger nach Kontern. Zu ihren Chancen kommen sie aber trotzdem – und das nicht zu knapp. Zahl und Qualität der gegnerischen Chancen ist laut dem Statistikmodell der erwartbaren Tore (xG) sogar noch gestiegen.

Noch schwerwiegender: Der sowieso schon schwachbrüstige Zürcher Angriff ist unter Messner komplett in sich zusammengebrochen. Natürlich hilft es nicht, dass mit Luke Plange (23) ein Spieler ausfällt, dem immerhin 14 Skorerpunkte gelungen sind. Aber die Verletzung des Engländers alleine kann den Rückgang aller Offensiv-Statistiken nicht erklären.

Egal, welche Daten im GC-Angriff man anschaut, alle bewegen sich in die falsche Richtung: die Zahl der Schüsse, die Abschlüsse nach GC-Kontern, die Schüsse nach eigenem Pressing, die Abschlüsse mit freier Sicht aufs Tor, die Qualität der eigenen Chancen, die Torgefahr bei Standards. Alles hat abgenommen.

GC war schon unter Scheiblehner (rot) kein Team, das im Angriff Angst und Schrecken verbreitet hat. Unter Messner ist der Output in der Offensive komplett eingebrochen.
Foto: Blick

Die Zahlen belegen, was die Fans Spiel für Spiel auf den Tribünen sehen: GC ist offensiv praktisch inexistent. Besonders fällt stark das ins Auge, wenn man sich anschaut, aus welchen Positionen die GC-Spieler unter Messner aufs Tor schiessen. Die sogenannte Shotmap zeigt eine besorgniserregende Leere in jener Zone, in der die meisten Tore fallen: innerhalb des gegnerischen Sechzehners zentral vor dem Tor.

In den letzten vier Spielen unter Scheiblehner gingen die Grasshoppers 64-mal in den Abschluss. In den vier Ligaspielen unter Messner kommt GC noch auf 43 Schüsse. Und diese wenigen Abschlüsse kommen erst noch aus ungefährlicheren Positionen.

Links die letzten Ligaspiele unter Scheiblehner. Rechts die ersten von Messner, unter dem GC weniger schiesst – und aus schlechteren Positionen. Punktgrösse = Chancengrösse.
Foto: Blick

GC war schon unter Scheiblehner jenes Team der Super League, das sich zusammen mit Winterthur am wenigsten Torchancen herausspielte. Mit Messner an der Seitenlinie haben die Grasshoppers ihren letzten Platz nicht nur verteidigt. Sie sind nun mit Abstand das torungefährlichste Team der Liga.

Vier Ligaspiele hat Gernot Messner noch, um die offensive Impotenz seiner Spieler zu beheben. Aber spätestens in der Barrage brauchen die Grasshoppers dringend einen Plan, wie sie Tore schiessen wollen.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
34
37
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
34
25
63
3
FC Lugano
FC Lugano
34
13
60
4
FC Sion
FC Sion
34
18
55
5
FC Basel
FC Basel
34
4
53
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
34
4
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
34
4
43
2
Servette FC
Servette FC
34
2
43
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
34
-7
42
4
FC Zürich
FC Zürich
34
-21
34
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
34
-26
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
34
-53
19
Relegation Play-Offs
Abstieg
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