Darum gehts
- Rilind Nivokazi startet nach drei Monaten wieder für Sion und trifft beim 4:0 in Vaduz doppelt
- Er ersetzt Winsley Boteli, der wegen verdorbener Crevetten ausfällt, als einzige Spitze im Sturm
- Trotz seiner Tore dürfte Nivokazi nach der Nati-Pause wieder auf die Ersatzbank zurückkehren
Eigentlich erstaunlich. Da schiesst einer 13 Tore und sorgt als bester Schütze für eine traumhafte Saison seines Klubs, der sich fürs europäische Geschäft qualifiziert, indem er YB und Basel hinter sich lässt. Und ein Jahr später ist er bloss noch zweite Wahl. Zweimal darf Rilind Nivokazi (26) im August von Beginn weg ran, als Sion-Coach Didier Tholot auf eine Zweierspitze setzt: einmal Shootingstar Winsley Boteli und Nivokazi und einmal Josias Lukembila und Nivokazi. Beide Spiele gewinnt Sion. Dennoch kehrt Tholot flugs ab von seiner Zweierspitze. Fortan ist Nivokazi Joker. Neun Spiele. Drei Monate lang.
Einer wie er, ein Malocher, lässt sich nicht fallen
Und nun also darf er erstmals in dieser Saison als Solospitze ran, weil Boteli verdorbene Crevetten gegessen hat und ausfällt. «Ich habe mich so sehr nach diesem Moment gesehnt», sagt ein gutgelaunter Italo-Kosovare nach dem 4:0 gegen Vaduz. Denn er prägt dieses Spiel. Mit dem einfachen 1:0 dank Rrudhanis Traumpass. Und mit dem unglaublichen 2:0, das er nach einem Sprint über wohl fast 70 Meter erzielt. Zweimal gerät er ins Straucheln, als ihm Hasler und Schwizer nachsetzen. Doch er hält sich auf den Beinen. Weil einer wie er sich nicht fallenlässt.
Ein harter Arbeiter, ein Malocher aus dem Niemandsland Italiens, aus Perugia in der Region Umbrien, wo die Menschen vor nicht allzu langer Zeit mittellose Bauern waren. Einer, der in seiner Heimat nie über die Serie C hinausgekommen war und sich über die zweite Schweizer Liga hinaufkrampfte.
Die lange Erholungszeit nach dem 70-Meter-Sprint
Eine Premiere, solch ein Tor? «Nein. Oder doch? Doch! Mit Bellinzona gegen Stade Nyonnais ist mir das auch schon gelungen.» So oder so: Es sei eines seiner schönsten Tore gewesen, fügt er an. «Denn das so durchzuziehen, mit zwei, drei, vier Spielern hinter dir, das war ein derartiger Effort, dass ich eine lange Erholungszeit gebraucht habe. Ich war jedenfalls danach hundemüde … Aber nach solch einem Tor spürt man das nicht.»
Tholot hat es verstanden, Nivokazi immer bei Laune zu halten, denn die Situation ist nicht einfach für den Italo-Kosovaren, der bei einem 1:2 gegen Tschechien im Mai sein Länderspiel-Debüt für den Kosovo gegeben hat, aber nicht für die WM berücksichtigt wurde. Des Trainers Hochachtung hat der 1,88-Meter-Mann mit seiner Attitüde verdient: «Es war für mich einfach ins Team zu kommen, weil ich mich immer genau gleich vorbereite. Ob ich Ersatz oder Startelf-Spieler bin.» Das gefällt Tholot: «Rilind hat eine tadellose Arbeitseinstellung! Deshalb hat er sich diese Tore in Vaduz auch verdient.»
Und doch verliert Nivokazi seinen Startelf-Platz gleich wieder
Dennoch: Wenn man Tholot kennt und seine Treue zu seiner Stammelf, dann weiss man: Nach der Natipause heisst der Mann in der Startelf, der ganz vorn spielt, wieder Boteli. Nivokazi wird zurück sein auf seinem Stammplatz in dieser Saison: jenem auf der Bank.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 12 | 26 | 34 | |
2 | BSC Young Boys | 13 | 16 | 28 | |
3 | FC Sion | 13 | 11 | 26 | |
4 | FC Zürich | 12 | -1 | 20 | |
5 | FC St. Gallen | 12 | -3 | 19 | |
6 | Servette FC | 12 | 1 | 16 | |
7 | FC Basel | 12 | -4 | 14 | |
8 | FC Luzern | 13 | -7 | 13 | |
9 | FC Thun | 12 | -10 | 13 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 13 | -13 | 11 | |
11 | FC Vaduz | 13 | -5 | 10 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 13 | -11 | 7 |