Sion-Trump Guillaume Hoarau vor der Barrage gegen Thun
«Ich mache weiter – so oder so»

Er ist das Barrage-Trumpfass des FC Sion: Starstürmer Guillaume Hoarau. Im BLICK-Interview verrät er, dass er die Schuhe auch mit 37 nicht an den Nagel zu hängen gedenkt. Und am liebsten in Sion bleiben würde.
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Endlich wieder befreit Jubeln: Guillaume Hoarau und die Sion-Spieler beim 4:0 gegen den FCB.
Foto: keystone-sda.ch
Alain Kunz

Guillaume Hoarau, Sie haben als 37-Jähriger sechs der letzten sieben Spiele durchgespielt. Offenbar sind Sie bereit.
Guillaume Hoarau: Das ist doch mein Job als Fussballspieler: zu spielen. Seit der neue technische Staff im Amt ist, macht man etwas mehr Gebrauch von meiner Kernkompetenz …

Schön formuliert. Das tönt fast wie in der Politik …
(Lacht.) Stimmt …

Was hat sich mit Marco Walker geändert?
Für mich alles, weil ich nun immer spiele. Er musste vieles auf den Weg bringen, ohne Zeit zu haben. Er hat die Dinge einfach gemacht und nicht alles revolutioniert. Er hat die Karten neu gemischt und ein System auf die Beine gestellt, an dem man sich festhalten kann. Es hilft in einer solchen Situation, wenn du Sicherheiten hast wie jene, immer in einem 4-4-2 zu spielen.

Was unvorstellbar ist: dass Ihre grosse Karriere in einer provinziellen Barrage endet.
Ich habe Ende letzte Saison gesagt, dass ich weitermachen will. Doch ich habe dann kaum je gespielt, dafür umso mehr trainiert … Ich spiele ja erst seit sieben, acht Spielen. Die Lust ist also ungebrochen. Nein, ich höre nicht auf. Und ich sehe, dass ich immer noch Leistung bringen kann. Ich bin ja keine Nummer sechs, die einen Marathon auf dem Feld läuft. Ich habe da mein Gärtchen und in diesem zittert der Fuss noch nicht.

Wollen Sie in Sion bleiben?
Mir gefällt es im Wallis. Wenn es klappt mit der Mission Ligaerhalt, werde ich mich logischerweise mit dem Präsidenten unterhalten. Aber vielleicht habe ich in zwei Wochen einen Kurzschluss im Kopf und ich sage, ich höre jetzt auf. Man weiss nie. Aber retten wir zuerst mal den Klub.

Sion sei der Hölle entronnen, sagte Kevin Fickentscher. Was sagen Sie?
Die Situation, in der wir stecken, wäre vermeidbar gewesen. Das hat man im Basel-Spiel gesehen. Du schlägst den FCB nicht einfach so 4:0. Auch wenn es für die um nichts mehr ging. Die Hölle wäre der direkte Abstieg gewesen. So war die Barrage nur das Minimum. Denn wir haben da ja eigentlich nichts zu suchen.

Ist es nicht gefährlich, so zu denken?
Nein. Es ist nicht zu Ende, das wissen wir. Aber die Ausgangslage ist doch anders als vor dem Basel-Spiel. Da fühlten wir uns alle elend. Weil wir von einer anderen Mannschaft abhängig waren. Danach fiel eine Riesenlast ab. Nun müssen wir uns aber sofort wieder in Gefahr fühlen. Denn diese Barrage ist enorm gefährlich.

Nicht mit einem Hoarau im Team. Sie haben in 18 Spielen gegen Thun 12 Tore gemacht und 5 Assists geleistet.
Gut, das waren die Derbys mit YB. Jetzt ist es anders. Jetzt steht das wichtigste Spiel an.

Sie haben noch nie gegen den Abstieg gespielt?
Nein.

Ist es deshalb das wichtigste Spiel?
Als Sion-Spieler ist es derzeit das wichtigste Spiel. Vor allem, wenn ich hier weitermachen will. Meine Zukunft als Spieler hängt also zum Teil auch davon ab.

Und der Gegner, Thun?
Kompliziert! Da sind viele Spieler dabei, die in grossen Klubs waren und es nicht ganz geschafft haben. Die wollen es allen zeigen! Für mich ist das eine Super-League-Begegnung.

Noch was Privates: Wo ist der Musiker Guillaume abgeblieben? Es war sehr ruhig um ihn, seit er im Wallis ist.
Er wartet darauf, dass die Sonne wieder lacht. Aber es herrschte zuletzt zu wenig Freude und Ruhe wegen der sportlichen Situation. Und dann war da noch Covid. Der Musiker Hoarau lebt. Aber er ist stiller. Music at home.

Und wie gehts Ihrer Freundin Manuela Frey? Alles gut?
Ich spreche sehr wenig über Privates, über meinen Sohn, meine Familie. Ich frage Sie auch nicht, wie es Ihrer Frau geht. Ich will meine Liebsten schützen und rede nicht über sie.

Okay, kein Problem.
Aber es ist lieb, haben Sie gefragt. Es geht ihr sehr gut!

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