Ach wie schön, nimmt Junior Kadile an diesem Spiel teil. Nicht, dass dem linken Flügel alles gelingen würde an diesem Abend. Aber immerhin schlenzt er zweimal den Ball wunderbar in die hohe, von ihm aus weiter entfernte Ecke des Zürcher Tors. Es sind in der 2. und 88. Minute die einsamen Höhepunkte eines Abends, an dem beide Teams auftreten, als wollten sie das Wort «Verunsicherung» mit Fussball darstellen.
Gut, das defensive Zentrum mit Goalie Joël Mall, Marco Burch und Steve Rouiller kann wenigstens von sich behaupten, dass es solide spielt. Aber schon hinten links und rechts reihen sich Fehler und Fehleinschätzungen aneinander, dass es Trainer Jocelyn Gourvennec grausen muss.
Im zentralen Mittelfeld beweist Timothé Cognat, dass auch tolle Fussballer mal ein grauses Spiel einziehen. Er erstickt jeden guten Umschaltmoment seines Teams mit einem Fehlzuspiel. Miroslav Stevanovic müsste mit Gegenspieler Sebastian Walker eigentlich Schlitten fahren, nutzt aber seine Überlegenheit im Dribbling und im Luftkampf zu wenig und bleibt zur Pause draussen.
Im Angriff hat Jérémy Guillemenot immerhin einen guten Moment: Als er den Ball Kadile zum 1:0 hinlegt. Es ist im gefühlt 100. Anlauf Guillemenots erster Hackentrick, der klappt. Damit ist Guillemenot bereits massiv besser als Mitstürmer Florian Ayé, von dem an diesem Abend nur in Erinnerung bleibt, dass er irgendwann gegen Samuel Mraz ausgewechselt wird, der schliesslich in der 88. den Ball zu Kadile schiebt, der das Spiel entscheidet.
Hinweis: Stevanovic bis 46., Guillemenot bis 69., Ayé bis 79., Douline 79., Kadile bis 91. – Lopes ab 46., Ondoua ab 69. (zu kurz für eine Bewertung), Mraz ab 79. (zu kurz für eine Bewertung), Ishuayed ab 79. (zu kurz für eine Bewertung), Njoh ab 91. (zu kurz für eine Bewertung).
Und so haben die FCZ-Spieler abgeschnitten
Inzwischen ist man beim FC Zürich ja schon froh, wenn die Mannschaft wenigstens ein paar gute Ansätze zeigt. Und Ansätze gibt es ja schon ein paar: Valon Berisha könnte in Zukunft vermutlich eine beruhigende Wirkung auf seine Mitspieler haben. Aber er steht halt auch sehr passiv da beim 0:1 durch Junior Kadile – und hat insgesamt noch zu wenig Einfluss auf das Spiel seines Teams. Bledian Krasniqi ist immer noch ein guter Techniker, aber seine grösste Chance verstolpert er halt. Ivan Cavaleiro kann den Ball streicheln – aber unter seinen neun (!) Fehlpässen sind ein paar, die gegen einen Gegner mit etwas Format im Normalfall zu mindestens einem Gegentor führen.
Und so geht es immer weiter. Sebastian Walker? Mit Einsatz in der Defensive dabei. Aber gegen vorne höchstens mit einer Fehlpassquote von 44 Prozent auffällig. Nelson Palacio? Ein Zweikämpfer vor dem Herrn – nur war es das leider auch schon. Damienus Reverson: Hat Zug, bleibt aber fast unsichtbar. Philippe Kény? Ist sicher ein guter Stürmer, hat aber an diesem Abend nur einen guten Moment – als er den Penalty verwandelt.
Kommt etwas Pech dazu: Die Innenverteidigung mit Lindrit Kamberi und Alexander Hack wirkt sehr solide. Aber Kamberi dürfte das nächste Spiel wieder gesperrt verpassen. Ausser, die Liga streicht gleich zwei der drei ausgesprochenen Spielsperren, was unrealistisch scheint.
Hinweis: Reverson bis 60., Krasniqi bis 60., Cavaleiro bis 87., Walker bis 91. – Perea ab 60., Phaëton ab 60., Bangoura ab 87. (zu kurz für eine Bewertung), Emmanuel ab 91. (zu kurz für eine Bewertung).
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 28 | 33 | 65 | |
2 | FC St. Gallen | 28 | 20 | 51 | |
3 | FC Lugano | 29 | 10 | 49 | |
4 | FC Basel | 28 | 7 | 46 | |
5 | FC Sion | 29 | 8 | 42 | |
6 | BSC Young Boys | 28 | 4 | 42 | |
7 | FC Luzern | 29 | 3 | 36 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 28 | -3 | 33 | |
9 | Servette FC | 29 | -6 | 33 | |
10 | FC Zürich | 29 | -16 | 31 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 28 | -13 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 29 | -47 | 16 |

