Noten zur Lausanne-Pleite
«Inexistent»: FCZ-Duo nicht nur von Coach Hediger abgewatscht

Der FCZ verliert gegen Lausanne nach einem späten Gegentreffer mit 1:2. Wer hat dabei wie abgeschnitten? Hier gehts zu den Noten.
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Lausanne schlägt den FCZ mit 2:1.
Foto: Nico Ilic/freshfocus
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Florian RazReporter Fussball

Bis zur 94. Minute sieht es nach einem weiteren, starken Auftritt von Goalie Silas Huber aus. Aber dann faustet er beim 1:2 durch Karim Sow ein grosses Luftloch in den Zürcher Nachthimmel. Mit dem Tor ist dann auch Alexander Hacks Grätsche des Monats entwertet. Der Deutsche rettet in der 81. vermeintlich den Punkt mit einer starken Rettungstat, kann aber auch nicht verhindern, dass sein Team insgesamt ungenügend auftritt.

Die rechte Seite ist in der ersten Halbzeit laut Trainer Dennis Hediger «inexistent». Kein Wunder, nimmt er Umeh Emmanuel und Chris Kablan zur Pause bereits wieder raus. Flügel Emmanuel ist schlicht unsichtbar, Kablan sieht nicht nur beim 0:1 im Duell mit dem Lausanner Omar Janneh nicht gut aus.

Begegnungen mit dem besten Lausanner bleiben Sebastian Walker auf der anderen Abwehrseite erspart. Auch darum wirkt er solider – wenn auch mit einigen Problemen im Spiel gegen vorne. Aber es ist ja auch erst sein zweiter Auftritt in der Super League für den 20-Jährigen. In der Innenverteidigung übernimmt David Vujevic die Rolle des vorstossenden Balleroberers. Das ist mit mehr Risiko verbunden als Hacks Absicherungsarbeit – und geht vor dem 0:1 in die Hose.

Im Mittelfeld hat Cheveyo Tsawa in Halbzeit eins die Chance zum 1:1, als er aus 16 Metern frei zum Schuss kommt. Es ist eine Gelegenheit, die er 2025 noch genutzt hätte. Aber jetzt setzt auch ihm die schwierige Situation des FCZ zu. In Halbzeit zwei muss er dann hinten rechts aushelfen, weil Kablan ausgewechselt wird.

Nelson Palacio ist für einmal von der Rolle des Manndeckers befreit. Er bringt wenigstens eine gewisse Intensität ins Zürcher Zentrum – und er schlägt den Seitenwechsel auf Ivan Cavaleiro, den dieser zum 1:1 veredelt. Cavaleiro selber wirkt in Halbzeit zwei endlich so, als habe er begriffen, was dieser FCZ braucht: Volle Sprintgeschwindigkeit und nicht lockeres Jogging unterbrochen von ein paar Ballstreichlern.

Im Sturm ist Damienus Reverson bemüht, aber wie immer, wenn er kein Tor schiesst, praktisch ohne Einfluss aufs Spiel. Sturmpartner Philippe Kény vergibt eine gute Chance und muss sonst vor allem Bälle festmachen, die hoch in seine Richtung geschlagen werden.
Dass das Spiel des FCZ nach der Pause etwas besser wird, hat auch mit den Einwechselspielern zu tun. Nevio Di Giusto wirkt erholt vom wirklich schwierigen Nachmittag, den er zuletzt in Bern erlebt hat. Und Valon Berisha erzielt ein schönes Weitschusstor, dass ihm danach (zu Recht) wegen Cavaleiros Abseitsposition aberkannt wird. Berisha tut dem Zürcher Spiel aber vor allem mit der Qualität bei seinen Seitenwechseln gut, mit denen die Lausanner ihre liebe Mühe haben.

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Hinweis: Chris Kablan bis 46., Umeh Emmanuel bis 46., Damienus Reverson bis 71., Sebastian Walker bis 83., Ivan Cavaleiro bis 90. – Valon Berisha ab 46., Nevio Di Giusto ab 46., Juan Perea (zu kurz für eine Bewertung), Ilan Sauter ab 83. (zu kurz für eine Bewertung), Pirosch Fischer ab 90. (zu kurz für eine Bewertung).

Und so haben die Lausanne-Spieler abgeschnitten

Schön, dass an diesem Abend wenigstens einer so wirkt, als sei er völlig unbeeinflusst von Druck und sportlicher Krise seiner Mannschaft. Omar Janneh spielt einfach Fussball. Und der junge Stürmer tut es so gut, dass sein Tor zum Waadtländer Führungstreffer vor der Pause wunderbar mühelos aussieht.

Damit ist der 19-jährige Spanier die grosse Ausnahme an diesem Abend. Die Innenverteidiger Kevin Mouanga und Karim Sow liefern immerhin solide Arbeit ab. Sow krönt sich am Ende gar zum Siegtorschützen. Und Olivier Custodio versucht, im Zentrum einer Mannschaft jene Ruhe zu verleihen, die sie nach neun Spielen ohne Sieg dringend braucht. Irgendwie kein Zufall, dass sich der Captain auch noch zwei Assists gutschreiben lassen kann.

Ansonsten sind da aber viele einfache Fehler, etwa von Nicky Beloko, der es mehrfach schafft, einen Fünfmeterpass ins Aus zu spielen und nicht in den Lauf seines Kollegen. Brandon Soppy spielt vor der Pause gut – und erklärt das Spiel nach Minute 46 einseitig für beendet. Als Lohn darf er wenigstens nah bei Ivan Cavaleiro stehen, als der sein Traumtor zum 1:1 erzielt. Aber schon nicht nah genug, um den Zürcher zu sehr beim Abschluss zu stören.

Im Sturm spielt Gaoussou Diakité so etwas wie den Gegenpart zu Janneh: Nichts will ihm gelingen. Einen Bezug zum Spiel findet er nicht.

Krass ist der Leistungsabfall in Halbzeit zwei, als die Lausanner den Betrieb eigentlich komplett einstellen – und erst wieder aufwachen, als sie das 1:1 kassiert haben. Aber wie sagt Captain Custodio nach dem ersten Dreier nach neun Spielen ohne Sieg: «Wir müssen halt auch mal einen dreckigen Sieg nehmen.»

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Hinweis: Beyatt Lekoueiry bis 66., Nicky Beloko bis 76., Nathan Butler-Oyedeji bis 76., Gaoussou Diakité bis 90. – Sékou Koné ab 66., Enzo Kana-Biyik ab 76., Seydou Traoré ab 76., Alban Ajdini ab 90. (alle zu kurz für eine Bewertung).

Du willst wissen, wie die anderen Teams abgeschnitten haben? Hier gehts direkt zur Übersicht aller Klubs.

Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
27
33
64
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
27
20
50
3
FC Lugano
FC Lugano
28
12
49
4
FC Basel
FC Basel
27
6
43
5
BSC Young Boys
BSC Young Boys
28
4
42
6
FC Sion
FC Sion
28
8
41
7
FC Luzern
FC Luzern
28
1
33
8
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
28
-3
33
9
FC Zürich
FC Zürich
28
-15
31
10
Servette FC
Servette FC
28
-7
30
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
27
-12
24
12
FC Winterthur
FC Winterthur
28
-47
15
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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