Berner Youngster vor dem grossen Durchbruch
Für YB sagte Dribbel-Juwel Etoski sogar Milan ab

Der Jüngste ist das hoffnungsvollste Talent. Der erst 19-jährige Edin Etoski ist bei YB in der Super League schon sechsmal zum Einsatz gekommen. Im Cup hat er nun sein erstes Tor gemacht. Das ist die Geschichte eines Sporthandelsschülers aus Burgdorf.
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Alain KunzReporter Fussball

Lutfi Dalipi, Olivier Mambwa, Emmanuel Tsimba, Malik Deme, Rhodri Smith, Mats Seiler, Janis Lüthi. Das ist die nicht eben kurze Liste von YB-Eigengewächsen, die 21-jährig oder jünger sind und auf diese Saison hin verkauft oder ausgeliehen wurden. Obwohl die von Chief Sports Christoph Spycher vorgegebene Prämisse klar war: Mehr eigene Spieler sollen eine wichtige Rolle spielen.

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Edin Etoski ist erst 19, aber das hoffnungsvollste Talent im Kader von YB.
Foto: Toto Marti

«Das Dribbeln ist meine Stärke, definitiv»

Und so bleiben in diesem Alterssegment vornehmlich ausländische Spieler: Dominik Pech, Stefan Bukinac, Behereba Guirassy und Facinet Conte. Dazu kommt U21-Captain Noë Tschanz (20), der zwar zwei Super-League-Einsatzminuten auf seinem Konto hat, aber (noch) keinen Profivertrag. Und der Jüngste von allen: Edin Etoski, erst 19-jährig.

Sechsmal kam er in zehn Super-League-Spielen zum Einsatz. Immer waren es relativ kurze Einsätze. Der längste dauerte 33 Minuten, beim 3:3 zu Hause gegen Luzern. Doch bei diesen Einsätzen konnte man feststellen: Der Junge hat verblüffende Tricks auf Lager, verfügt über fussballerische Fantasie und scheut sich nie vor einem Eins-gegen-eins. «Das Dribbeln ist meine Stärke», sagt der Flügel mit nordmazedonischen Wurzeln.

Edin Etoski_Nachzug
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Etoski verrät Lieblingsklub:«Seit Neymar dorthin gewechselt ist, bin ich Fan»

Einen Assist konnte er sich auch schon verbuchen lassen, den Corner auf Samuel Essendes Kopf zum späten 3:2-Siegtreffer gegen Servette. Und auch ein Tor gelang ihm, aber: «Ich habe mich extrem gefreut, doch dann wars Offside. Ich habe mich einen Moment lang geärgert und mir dann gleich gesagt: weitermachen und hart arbeiten!», so der Berner.

Eine Aussage, die typisch ist für den Flügel. Was er von sich gibt, ist durchdacht, professionell. Keine ellenlange Litanei. Er kommt auf den Punkt.

Playstation, Familie, Freunde

Den Profivertrag bei YB mit Laufdauer bis Sommer 2030 unterschreibt er Mitte April. Bereits im ersten Cupmatch in Liestal BL kommt er beim 4:0 Mitte August zu seinem ersten Einsatz von Beginn weg. Und er liefert! Zwei Assists lässt er sich gutschreiben. In Taverne im Cup dann kommt das erste Ernstkampf-Tor hinzu. «Das hat mich natürlich sehr gefreut. Hoffentlich kommen bald weitere dazu.»

Etoski ist in Burgdorf BE geboren. Es war sein Grossvater, der in die Schweiz gekommen war. «Mit zwölf zog mein Vater nach, meine Mutter mit 18. Ihre Eltern leben immer noch in Nordmazedonien, in der Nähe von Veles.» Und er selbst bei seinen Eltern in Burgdorf. Dort wartet dann und wann die Playstation auf den passionierten Spieler von Fifa, Fortnite, GTA und Rocket League. «Aber in meiner Freizeit bin ich vor allem mit der Familie und meinen Freunden unterwegs.»

Zwei Jahre auf der Geschäftsstelle von YB

Die Profikarriere hat eben erst begonnen. Doch der clevere junge Mann ist bereits für die Zeit danach gewappnet. «Ich habe die Feusi-Sporthandelsschule besucht und abgeschlossen.» Und das in einem Vier-Jahres-Plan, der auf die Trainings von Top-Talenten abgestützt ist und deshalb ein Jahr länger dauert. Das zweijährige Praktikum hat er auf der Geschäftsstelle von YB absolviert. «Edin hat auch im Büro einen hervorragenden Eindruck hinterlassen, weshalb er immer noch einen Badge für den Zutritt zu allen Abteilungen hat», sagt YB-Kommunikationschef Albert Staudenmann mit einem Augenzwinkern.

Was Vorbilder und Traumklubs anbelangt, hat der 19-Jährige auch sehr klare Vorstellungen. «Mein Idol ist Neymar. Die Art zu spielen, die Tricks, die er auf Lager hat – kein anderer hat diese Skills. Wegen ihm hat sich meine Liebe zum Fussball weiter verstärkt.»

Eine Liebe, die allerdings schon von Beginn an da war, als Klein-Edin schon mit vier Jahren die ersten Schritte beim FC Blau-Weiss Oberburg machte, wo sein Vater und sein Onkel gekickt hatten. Immer wieder übte er alle Arten von Tricks ein, vor allem mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Alem. Und Edins Lieblingsklub? Auch irgendwie logisch: Paris St-Germain. «Als Neymar 2017 nach Paris wechselte, habe ich jedes Spiel geschaut. Auch jetzt gefällt mir der Fussball von PSG extrem.»

«Milan und Gent? Habe ich schnell ausgeblendet»

Edins Talent ist Scouts schon sehr früh aufgefallen, wie das heute üblich ist. Weshalb er konkrete Offerten vorliegen hatte, sich den Jugendakademien der AC Milan oder von Gent anzuschliessen. Doch Edin sagte nein. Er selbst, und nicht etwa sein Berater oder sein Vater. «Dieses Interesse ist zwar schön. Aber ich habe das schnell ausgeblendet, denn ich bin sicher, dass es der beste Weg ist, dass ich mich zuerst hier bei YB durchsetze.»

Was ja in Anbetracht der 33 Tore, welche die YB-Offensivmaschinerie bereits geschossen oder geköpfelt hat, diese Saison durchaus eine Herkulesaufgabe ist. «Die Konkurrenz ist riesig. Aber ich kann mir sehr viel abschauen, und davon profitiere ich dann auch.» Bei welchem Teamkollegen nimmt er am meisten Anschauungsunterricht? Wenig überraschend bei Genie und Freigeist Alvyn Sanches, der die Leichtigkeit und Schönheit des Spiels wie kein anderer Schweizer Fussballer verkörpert. «Aber auch bei den anderen, zum Beispiel bei Christian Fassnacht.» Warum? Die Antwort ist sehr einfach: Tore, Tore, Tore …

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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