Darum gehts
- Der FCB verliert Trainer Slavisa Jokanovics Debüt gegen Winterthur 3:7
- Jokanovic kritisiert Einstellung, Pressing und amateurhaftes Verhalten
- Er lobt nur Xherdan Shaqiri, vor Spiel gegen Vaduz will er alles reparieren
Als Spieler und Trainer hat Slavisa Jokanovic (58) in über 800 Spielen auf oder neben dem Platz gestanden. Trotzdem erlebt der Serbe gleich in seinem ersten Einsatz als FCB-Coach eine Premiere. «Das ist ein Rekord für mich! Ich habe in meiner ganzen Karriere nie mehr als fünf Gegentore kassiert», sagt Jokanovic nach der 3:7-Klatsche im Testspiel gegen Winterthur.
Auf der Schützenwiese wird der kriselnde Super-League-Klub phasenweise in seine Einzelteile zerlegt und liegt schon zur Pause völlig verdient mit 0:4 hinten. «Das Resultat ist hart, aber dieses Spiel hat uns viele Informationen über das Team gegeben», erklärt Jokanovic. Das war es dann aber auch schon mit den positiven Dingen, die der neue Trainer nach seinem Einstand zu Protokoll gibt.
Mangelhafte Einstellung
Stattdessen findet er in seiner ersten Bestandsaufnahme deutliche Worte: «Wir sind erst auf halbem Weg – bei allem. In vielen Dingen haben wir uns auf dem Feld wie ein Amateurteam verhalten.» Schockierend sei das Resultat für ihn aber nicht, es widerspiegle nur die Realität, in der sich der FCB derzeit befinde. «Wer das nicht einsehen will, wird Schwierigkeiten bekommen», kündet Jokanovic an.
Was ihn ganz besonders zu stören scheint: die Einstellung, die seine Spieler gegen Winterthur auf den Platz bringen. «Mit einem solchen Pressing wirst du gegen jedes Team den Preis bezahlen. Ich habe keinen einzigen Sprint gesehen. Wir müssen rennen, springen, Zweikämpfe gewinnen. Ich habe nichts davon gesehen. Ich weiss nicht, ob wir heute zwei Fouls gemacht haben», so Jokanovic.
Lob für Shaqiri
Und der ehemalige Premier-League-Trainer legt sogar noch nach: «In der Theorie sind wir ein Team mit vielen talentierten Spielern, wenn sie am Ball sind. Das ist aber schon alles…» Einen Spieler klammert er von seiner Kritik aber explizit aus. Jokanovic: «Xherdan Shaqiri ist der einzige, der seine Qualität in seiner Karriere schon unter Beweis gestellt hat. Alle anderen müssen verstehen, was hier gerade abgeht.»
Der neue FCB-Trainer ist sich bewusst, dass auf ihn und seinen Staff viel Arbeit wartet. «Ich bin hier, weil es vor mir Probleme gegeben hat. Jetzt will ich versuchen, alles, was ich kann, so schnell wie möglich zu reparieren.» Zumindest die wackelnde Abwehr hat Jokanovic in seiner ersten Trainingswoche noch nicht stabilisieren können. Sieben Gegentore gegen einen zugegeben formstarken Challenge-League-Klub sind der beste Beweis dafür. Nur auf die Defensive wolle er den Fokus in den kommenden Tagen aber nicht legen, «sondern auf alles», so Jokanovic. «So wie heute kann man keinen Fussball spielen. Wir müssen unseren Fokus komplett verändern.»
Viel Zeit bleibt ihm dafür aber nicht. Bereits in einer Woche muss der FCB im ersten Pflichtspiel unter seiner Regie auswärts beim FC Vaduz ran.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 9 | 20 | 25 | |
2 | BSC Young Boys | 9 | 13 | 19 | |
3 | FC Sion | 9 | 9 | 19 | |
4 | FC Basel | 9 | 0 | 13 | |
5 | FC St. Gallen | 9 | -3 | 13 | |
6 | FC Luzern | 9 | -1 | 12 | |
7 | FC Zürich | 9 | -6 | 11 | |
8 | Servette FC | 9 | -2 | 10 | |
9 | FC Thun | 9 | -8 | 10 | |
10 | Grasshopper Club Zürich | 9 | -11 | 8 | |
11 | FC Vaduz | 9 | -3 | 6 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 9 | -8 | 6 |