Nach Berateraufstand gegen Canepa
Wird Spieleragent Malenovic trotz allem FCZ-Sportchef?

In der Beraterszene brodelt es, weil der FCZ mit Milos Malenovic einen Spielervermittler auf Mandatsbasis den Klub analysieren lässt. Ob danach der Ex-Profi auch gleich die Nachfolge von Sportchef Jurendic antritt, lässt Ancillo Canepa offen.
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Spielerberater Milos Malenovic: Der Ex-Profi nimmt auf Mandatsbasis das Transferwesen des FCZ unter die Lupe.
Foto: TOTO MARTI
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Der Abgang von Sportchef Marinko Jurendic (46) zu Augsburg sorgt beim FCZ für einen «Marschhalt», wie es Präsident Ancillo Canepa (70) nennt. Denn bis am 1. Oktober ein Jurendic-Nachfolger startet, wird der Klub von Ex-Profi und Spielerberater Milos Malenovic (38) durchleuchtet.

Canepa will so die Bereiche Transferwesen und Talententwicklung optimieren und erst danach einen passenden Sportchef plus einen neuen Entwicklungsleiter engagieren.

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«Dass wir in dieser Periode einen Spieler von Milos holen, ist ausgeschlossen.»
FCZ-Präsident Ancillo Canepa
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Weil ein externer Spieleragent, der mehrere FCZ-Profis betreut, einen detaillierten Einblick in den Verein bekommt, brodelt es in der Beraterbranche.

Canepas Hut-Spielchen

Beim Medientermin zur Jurendic-Verabschiedung redet Canepa auch über Malenovic. Der FCZ-Boss betont erneut, dass die Rollen klar verteilt seien. Er unterstreicht es, indem er einem Pressevertreter am Tisch die Schirmmütze vom Kopf nimmt, sich selber aufsetzt und sagt: «Es geht darum, welchen Hut man aufhat. Du musst immer genau zwischen den Rollen unterscheiden.»

Was Canepa mit seinem Hut-Spielchen zeigen will: Malenovic trägt jetzt den Hut des externen Analysten. Und nicht den gewohnten des Agenten. Canepa: «Dass wir in dieser Periode einen Spieler von Milos holen, ist ausgeschlossen.»

Aber eben: Auch bei Canepa verschwimmen die Grenzen, als er darüber redet, dass Zürich nötigenfalls das grosse Netzwerk von Malenovic eben doch auch für Transfers einsetzen könnte – dieser könne ja auch Spieler ausserhalb seines Portfolios vermitteln.

Für FCZ-Job müsste Malenovic seine Agentur abgeben

Dazu passt das hartnäckige Gerücht von dieser Woche, das selbst für die NZZ erwähnenswert ist: Dass Malenovic doch als FCZ-Sportchef eingestellt und so Jurendic-Nachfolger wird. Dafür müsste er aber seine Agentur in neue Hände geben.

Für dieses Szenario spricht, dass Malenovic durch sein Mandat schon für Zürich arbeitet. Gegen dieses Szenario spricht, dass der frühere Zürich-Junior seine Beraterfirma Soccer Mondial, mit der er lukrative Deals in Eigenregie abschliessen kann, mit einem klar definierten Job als Klub-Angestellten tauschen müsste.

Was sagt Canepa zur Frage, ob Malenovic trotz aller Kritik auf Jurendic folgen könnte? «Da bleibe ich grundsätzlich: Ich rede nicht über mögliche Namen.»

Denkbar ist allerdings auch ein Modell mit einem Malenovic-Vertrauten als FCZ-Sportchef. Wie bei Winterthur. Beim FCW laufen viele Transfers über die Agentur von Wolfgang Vöge – Winti-Sportchef Oliver Kaiser arbeitete früher in Vöges Firma.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
37
28
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
37
25
69
3
FC Lugano
FC Lugano
37
13
64
4
FC Sion
FC Sion
37
23
62
5
FC Basel
FC Basel
37
1
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
37
11
54
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
38
10
53
2
Servette FC
Servette FC
38
8
53
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
38
-14
42
4
FC Zürich
FC Zürich
38
-23
38
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
38
-26
33
6
FC Winterthur
FC Winterthur
38
-56
23
Relegation Play-Offs
Abstieg
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