Darum gehts
- St. Gallen verliert 2:4 gegen Servette, VAR-Entscheidungen sorgen für Unruhe
- Ellbogenschlag von Rouiller gegen Stanic führte zu Gehirnerschütterung
- 26-jährige Stanic verpasst möglicherweise Luzern-Spiel und Basel-Cup-Duell
«Absoluter Wahnsinn», «krasse Fehlentscheidung», «Skandal» – die St. Galler tobten nach der 2:4-Niederlage gegen Servette und dem Penaltypfiff, der zum zwischenzeitlichen Ausgleich geführt hat.
Auch einen Tag nach dem Spiel versteht man in der Ostschweiz die Welt nicht mehr. Nicht nur wegen des fragwürdigen Ellbogen-Penaltys oder des verschenkten 2:0-Vorsprungs und dem missglückten Auftakt in die Rückrunde. Richtig sauer ist man wegen eines nicht geahndeten Ellbogenschlages gegen den Kopf des formstarken Abwehrspielers Jozo Stanic von Steve Rouiller.
Der 26-jährige Stanic musste im Anschluss ausgewechselt werden. Am Montag wurde er untersucht – Diagnose: Gehirnerschütterung. Sowohl für das Duell gegen den FC Luzern als auch im Cup gegen den FC Basel ist Stanic somit fraglich.
Rouiller hätte vom Platz fliegen müssen
Blick konfrontiert den Schweizerischen Fussballverband, der verantwortlich ist für das Schiedsrichterwesen. Warum wurde der offensichtliche und gezielte Ellbogenschlag von Rouiller nicht geahndet? «Der VAR ist bei der Beurteilung der Szene zum Schluss gekommen, dass der Ellbogenschlag nicht absichtlich erfolgte, sondern das eher zufällige Resultat eines gegenseitigen Haltens und Stossens war.»
Doch es kommt ein dickes Aber: «Es gibt jedoch eine Kameraeinstellung, die aufzeigt, dass der Angreifer seinen Arm bewusst auf Schulterhöhe einsetzt und dadurch abseits des Spielgeschehens den heftigen Schlag an den Kopf zumindest nicht verhindert. Die offensichtlichste und beste Lösung ist in diesem Fall eine rote Karte für eine Tätlichkeit», so die Stellungnahme und die Analyse des SFV.
Auch der Penalty war eine Fehlentscheidung
Heisst im Klartext: Fehlentscheidung von VAR Johannes von Mandach. Und nicht nur in dieser Szene. Auch bei der Penaltyszene gegen St. Gallen räumt der SFV ein: «Im Gesamtkontext wurde sowohl vom VAR als auch vom Schiedsrichter am Bildschirm zu wenig berücksichtigt, dass der Verteidiger klar auf das faire Spielen des Balls fokussiert war und der Servette-Angreifer von hinten in die Situation hineinsprang und damit selbst für den Ellbogenkontakt in seinem Gesicht verantwortlich war. Weiterspielen wäre folglich die beste Entscheidung gewesen.»
Auf den TV-Bildern sei ein klarer und heftiger Ellbogenkontakt im Gesicht des Gegenspielers zu erkennen. Doch: «Die Abwägung in dieser Szene lag zwischen dem Ellbogenkontakt im Gesicht und der Tatsache, dass der Verteidiger klar auf das faire Spielen des Balls fokussiert war, während der Stürmer selbst in den Verteidiger hineinsprang», so die Analyse beim Verband. Ob diese Einsicht den St. Galler Frust mindert?
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 21 | 21 | 46 | |
2 | FC Lugano | 21 | 11 | 39 | |
3 | FC St. Gallen | 20 | 14 | 37 | |
4 | FC Basel | 21 | 9 | 36 | |
5 | FC Sion | 21 | 6 | 32 | |
6 | BSC Young Boys | 21 | -5 | 29 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 21 | 3 | 28 | |
8 | FC Zürich | 21 | -8 | 25 | |
9 | Servette FC | 21 | -5 | 24 | |
10 | FC Luzern | 21 | -3 | 22 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 21 | -11 | 18 | |
12 | FC Winterthur | 20 | -32 | 10 |


