Darum gehts
- FC Zürich verliert 1:2 gegen Lausanne, Krise hält an
- Nur 7 Punkte aus den letzten 11 Spielen, Stimmung im Letzigrund gespenstisch ruhig
- Nächstes Spiel am Samstag in Genf ist ein weiterer Krisengipfel
Da redet einer keine Sekunde um den heissen Brei herum. «Wir müssen uns hinterfragen», sagt Alexander Hack (32) nach dem 1:2 des FC Zürich gegen Lausanne. Und er wird richtig kritisch. «Jeder ist Profi genug, dass er weiss: Wenn um 20.30 Uhr ein Flutlichtspiel bei uns zu Hause ist, dann müssen wir alles reinhauen. Ich weiss nicht, ob wir das heute gemacht haben.» Bumm.
«Verteidigen, Gas geben, Schüsse blocken, Zweikämpfe führen: Das kann jeder, auch wenn er kein Selbstvertrauen hat. Aber das haben wir heute nicht über 90 Minuten gemacht.» Schlussfolgerung. «Im Endeffekt kriegen wir in der 90. Minute die Quittung für die schlechte erste Halbzeit.» Stellt der neue Abwehrchef da etwa schon die Mentalitätsfrage? «Das haben jetzt Sie gesagt.»
Der Trainer gibt zu: «Es überrascht mich»
Und sein Trainer? «Ich habe wenig Verständnis für gewisse Momente in der ersten Halbzeit», sagt Dennis Hediger (39). Und gibt zu: «Das hat viel mit Mentalität zu tun. Natürlich ist es nie der Gameplan, das Laufduell nicht aktiv zu bestreiten.»
Irgendwie wirkt Hediger etwas ratlos, wenn er den blutleeren Auftritt seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit erklären soll. «Es überrascht mich», sagt er einmal über den mangelnden Einsatz seiner Spieler. Ein anderes Mal: «Es ist schwer nachvollziehbar.»
Der FCZ taumelt durch das Jahr 2026. Eigentlich ist er schon seit Ende 2025 im endlosen Sinkflug. Sieben Punkte haben die Zürcher in ihren letzten elf Spielen gewonnen. Sechs davon gegen die Grasshoppers und Winterthur. Gegen die beiden Kantonsrivalen also, denen der FCZ auf den Knien danken muss, dass es sie gibt. Nicht auszudenken, in welcher Lage der stolze Klub sonst wäre.
Wer noch nicht genau weiss, wie es um den FCZ bestellt ist, der hört es nach dem Schlusspfiff im Letzigrund. Links von der Haupttribüne feiern ein paar versprengte Lausanne-Fans. Der Rest des Stadions ist gespenstisch still.
Der FCZ hat diese Saison in die Tonne getreten
Nein, da gibt es keine Pfiffe. Wen sollen die Fans denn auch auspfeifen? Die Mannschaft, der es so offensichtlich an Qualität mangelt? Den Trainer, der in dieser Saison bereits ausgewechselt worden ist und tapfer davon redet, dass man einfach zusammenstehen müsse, «dann kippt es auf unsere Seite»? Den Sportchef, der ja auch gerade erst sein Amt angetreten hat? Den Präsidenten, der das ganze Schlamassel verantworten muss? Die Zuschauer wählen die Variante «konsterniertes Schweigen».
Es ist klar: Diese Saison hat der FCZ vor langer Zeit in die Tonne getreten. Jetzt muss er sich irgendwie durchwursteln und über die Ziellinie retten. Stets in der Hoffnung, dass die Konkurrenz aus dem eigenen Kanton einfach noch ein wenig schlechter ist. Gut, gibt es da ja noch diesen Servette FC. Auch so ein Traditionsverein, der wirkt wie ein Boxer, der in Runde 12 tief in den Seilen hängt und nur noch betet, dass der Gong ertönt, bevor er ganz zu Boden geht.
Genau bei diesen Genfern tritt Zürich am Samstag an. Für Hack steht fest: «Da müssen wir auf jeden Fall mit einer anderen Einstellung antreten.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 27 | 33 | 64 | |
2 | FC St. Gallen | 27 | 20 | 50 | |
3 | FC Lugano | 28 | 12 | 49 | |
4 | FC Basel | 27 | 6 | 43 | |
5 | BSC Young Boys | 28 | 4 | 42 | |
6 | FC Sion | 28 | 8 | 41 | |
7 | FC Luzern | 28 | 1 | 33 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 28 | -3 | 33 | |
9 | FC Zürich | 28 | -15 | 31 | |
10 | Servette FC | 28 | -7 | 30 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 27 | -12 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 28 | -47 | 15 |

