Darum gehts
- Chris Bedia (30) wippt zu Fangesängen, zieht sich Schal über Gesicht
- YB-Trainer Seoane setzt Toptorschütze Bedia und Males trotz Rückstand nicht ein
- Joker Colley und Virginius sichern YB 3:3 gegen FCB
Damit hat Chris Bedia (30) nicht gerechnet. Als die TV-Kamera den YB-Stürmer beim Warmmachen einfängt und sein Gesicht auf den Stadion-Bildschirmen zu sehen ist, kann er sich nur mit viel Mühe ein Lachen verkneifen. Dass der Ivorer dabei zu sehen ist, wie er zu den Fangesängen der mitgereisten Berner Fans den Kopf mitwippt, scheint ihm derart unangenehm zu sein, dass er sich seinen Schlauchschal übers Gesicht zieht.
Die TV-Szene ist aber nicht die einzige Überraschung, die Bedia gegen den FCB erlebt. Der mit 15 Toren gemeinsam mit Teamkollege Christian Fassnacht (32) erfolgreichste Torschütze der gesamten Liga sitzt im Joggeli 90 Minuten lang auf der Bank. Zum ersten Mal überhaupt in dieser Saison. Damit ist der Angreifer aber nicht allein. Auch Darian Males (24), mit sechs Treffern immerhin der vierterfolgreichste Berner, bleibt ohne Einsatz. Doch warum lässt YB-Coach Gerry Seoane (47) in Basel insgesamt 21 Tore auf der Bank versauern? Schliesslich rennt sein Team im Kampf um den Anschluss an die europäischen Plätze bis in die 90. Minute einem Rückstand hinterher.
Seoane lobt Stürmer Essende
«Es gibt sportliche Entscheidungen, die man als Trainer treffen muss. Die sind für jemanden, der keinen Einblick ins Training hat und Leistungen aus einem anderen Blickwinkel beurteilt, nicht immer verständlich», erklärt Seoane. Nachdem Bedia vor der Länderspielpause gegen Lugano (1:1) endlich mal wieder von Beginn an auflaufen durfte, kehrt gegen den FCB Winter-Neuzugang Samuel Essende (28) in die Startelf zurück. Und das, obwohl der Kongolese auch nach seinem siebten Einsatz noch immer auf seinen ersten Treffer warten muss.
«Natürlich fehlen ihm aktuell die Tore. Darum entsteht auch diese Diskussion», gibt Seoane zu. «Aber ich glaube, dass wir mit Samuel Essende einen Spieler haben, der gerade in einem Auswärtsspiel für den Gegner sehr unangenehm ist. Wahnsinn, was er für die Mannschaft abrackert! Chris Bedia hat sich nichts zu Schulden kommen lassen. Aber heute hatte ich das Gefühl, dass ich einen anderen Spielertyp brauche.»
Berner Joker sorgen zweimal für den Ausgleich
Doch warum verzichtete Seoane auch im Verlaufe des Spiels darauf, Bedia oder Males ins Spiel zu bringen? «Ich wollte mit Colley und Virginius zwei wendige Spieler bringen. Ich finde, dass sie einen anderen Impact aufs Spiel hatten, als es vielleicht Chris Bedia gehabt hätte», klärt der YB-Trainer auf. Anders sieht es bei Males aus, den Seoane eigentlich als Ersatz für Fassnacht einwechseln wollte. «Dann haben wir aber unser System umgekrempelt», erklärt er und fügt an: «Es ist gut, dass man die Gespräche auf der Trainerbank von aussen nicht mitbekommt. Bei Einwechslungen wechselt das Gefühl nonstop. Das ist dann manchmal auch einfach Intuition.»
Auf diese kann sich Seoane im Joggeli verlassen, seine beiden Joker Alan Virginius (23) und Ebrima Colley (26) stechen. Virginius provoziert nur Sekunden nach seiner Einwechslung das Eigentor von Daniliuc. Und Colley sorgt in der Schlussminute für den Ausgleichstreffer – weil er ausgerechnet von Essende angeschossen wird.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 31 | 23 | 56 | |
3 | FC Lugano | 32 | 11 | 54 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
6 | FC Sion | 31 | 9 | 46 | |
7 | FC Luzern | 31 | 6 | 39 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
9 | Servette FC | 31 | -3 | 36 | |
10 | FC Zürich | 31 | -16 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 31 | -23 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 32 | -49 | 19 |
