Eigentor und Nervenflattern
Kurioser Abend für die Walliser in Luzern

Luzern und Sion teilen sich in einem über weite Strecken ereignisarmen Spiel die Punkte. Für etwas Unterhaltung sorgen immerhin einige Sittener Slapstick-Szenen.
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Grosse Freude über die Führung: Der FCL bejubelt ein Eigentor von Sions Kreshnik Hajrizi.
Foto: keystone-sda.ch

Die Schlüsselszene

Nach dem Luzerner Führungstreffer liegt das Momentum vollends beim Heimteam – bis Didier Tholot ein goldenes Händchen beweist. In der 79. Minute sticht der Walliser Doppelwechsel entscheidend zu: Theo Lukembila setzt sich auf dem Flügel energisch durch und bedient Rilind Nivokazi im Strafraum mit einem sauberen Pass zur Mitte. Der kurz zuvor eingewechselte Stürmer fackelt nicht lange, schiebt mit links eiskalt zum 1:1 ein und stoppt die Innerschweizer damit mitten in deren Drangphase. Ein abgeklärter Auftritt der beiden Joker sichert den späten Auswärtspunkt.

Das Spiel

Slapstick der Walliser: Erst scheitert Boteli kläglich vom Penalty-Punkt, dann köpfelt Hajrizi den Ball ziemlich unbedrängt ins eigene Tor – und sozusagen als Kirsche auf der Torte verfehlt Surdez nach 74 Minuten den leeren Kasten. Am Ende gibts für die Sittener aber trotzdem einen Punkt, weil Nivokazi in der Schlussphase der Pechsträhne seines Teams doch noch ein Ende setzt.

Die Punkteteilung ist das logische Resultat eines über weite Strecken eher ereignisarmen Spiels. Zimmermanns Distanzschuss nach 45 Minuten, der das Sion-Tor nur knapp verfehlt, ist ein einsames Highlight in der ersten Halbzeit.

Erst in der Schlussphase können beide Teams noch einen Zacken zulegen, agieren vor dem gegnerischen Tor aber zu wenig zielstrebig. Und wenn nötig, rettet Luzern-Captain Dorn mit einer Monstergrätsche als letzter Mann – der Lucky Punch bleibt so beiden Teams verwehrt.

Die Tore

65. Minute, Kreshnik Hajrizi (Eigentor), 1:0. Matteo Di Giusto flankt den Ball in den Walliser Strafraum. Das Zuspiel erreicht keinen Mitspieler, wohl aber das Tor: Unglücksrabe Hajrizi überlistet per Kopf den eigenen Keeper.

79. Minute, Rilind Nivokazi, 1:1. Lukembila lässt auf der linken Seite Dorn links liegen und spitzelt den Ball dann am herausstürmenden Luzern-Goalie Letica vorbei auf Nivokazi. Der Joker erzielt dann ohne Mühe den Ausgleich ins verwaiste Tor.

Der Beste

Rilind Nivokazi (Sion). Er sorgt für die Schlüsselszene der Partie – und führt Sion mit seinem Tor wenige Minuten nach der Einwechslung doch noch zum Punktgewinn.

Der Schlechteste

Kreshnik Hajrizi (Sion). Zuerst bleibt der Innenverteidiger nach einer Stunde mit Krämpfen am Boden liegen und muss gepflegt werden – nur drei Minuten später wird er zur tragischen Figur. Bei einer eigentlich verunglückten Hereingabe von Matteo Di Giusto fliegt Hajrizi unglücklich mit dem Kopf zum Ball und lenkt die Kugel unhaltbar an Goalie Anthony Racioppi vorbei ins eigene Netz.

Die Stimmen

VA Stimmen Luzern - Sion
1:11
FCL-Captain Dorn mit Ansage:«Wir werden den Bock wieder umstossen können»

Nias Hefti (Sion, gegenüber Blue): «Am Schluss nehmen wir den Punkt mit. Aber mit unserer Qualität müssen wir den Anspruch haben, drei Punkte zu holen, gerade mit diesen Chancen. Winsley hat genug Selbstvertrauen, um eine solche Situation wie den verschossenen Penalty wegzustecken – die Mannschaft hilft ihm dabei. Das Tempo mit dem Ball am Fuss hat etwas gefehlt. Luzern hat auch gut verteidigt, aber mit so vielen Chancen kannst du auch mehr draus machen.»

Matteo Di Giusto (Luzern, gegenüber Blue): «Im ersten Moment tut es weh, dass es nicht für drei Punkte gereicht hat. Auch die Art und Weise, wie wir das Tor erhalten haben, darf nicht passieren. Alles in allem hatten aber auch sie ihre Chancen, Karlo hält noch einen Penalty – es war ein offener Schlagabtausch.»

Das gab zu reden

Seit der Nati-Pause läuft Nati-Shootingstar Winsley Boteli seiner starken Sommerform vergeblich hinterher. Die jüngste Torflaute hat spürbar am Selbstvertrauen des Sion-Hoffnungsträgers genagt – und genau das wird ihm in Luzern zum Verhängnis. Als der Stürmer nach dem Seitenwechsel zum Penalty anläuft, flattern ihm die Nerven: Boteli schiebt das Leder zahm in die Ecke, sodass FCL-Schlussmann Karlo Letica keine Mühe bekundet.

Die Fans

Während das Spiel auf dem Rasen anfangs noch auf Sparflamme köchelt, zünden die Fankurven bereits vor dem Anpfiff ein Feuerwerk auf den Rängen. Richtig laut wird es im Stadion dann aber erst nach dem Seitenwechsel: Als FCL-Keeper Karlo Letica direkt vor der eigenen Fankurve den Elfmeter von Winsley Boteli pariert, kochen die Emotionen auf den Rängen.

Die Schiris

Lange verläuft das Spiel aus Sicht der Unparteiischen ohne grössere Höhepunkte. Trotz der zähen Partie sieht sich Schiedsrichter Alessandro Dudic aber kurz vor dem Pausenpfiff doch noch gezwungen, die Rote Karte zu zücken: Ein Assistenztrainer der Walliser leistet sich an der Seitenlinie eine unangebrachte Geste und wird vom Spielleiter kurzerhand bestraft. Kurz nach Wiederanpfiff steht Dudic nochmals im Scheinwerferlicht. Das Foul von Oscar Kabwit im Strafraum sieht er aus nächster Nähe und entscheidet zu Recht auf Penalty.

So gehts weiter

Sowohl für Sion als auch für Luzern gehts in der Super League am kommenden Samstag um 18 Uhr weiter. Die Sittener reisen dann zu einem Gastspiel nach Vaduz, Luzern bekommt es zeitgleich vor eigenem Anhang mit YB zu tun.

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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
11
25
31
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
11
17
25
3
FC Sion
FC Sion
12
7
23
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
12
-3
19
5
FC Zürich
FC Zürich
11
-3
17
6
Servette FC
Servette FC
12
1
16
7
FC Basel
FC Basel
11
-3
14
8
FC Luzern
FC Luzern
12
-6
13
9
FC Vaduz
FC Vaduz
12
-1
10
10
FC Thun
FC Thun
11
-11
10
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
12
-13
10
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
11
-10
6
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