Luzern-Neuzugang Ardaiz mit klarer Ansage
«Ich erhoffe mir noch mehr Tore als in Schaffhausen!»

Joaquin Ardaiz (23) ist die neue Luzerner Stürmer-Hoffnung. Weshalb er trotz hoher Erwartungen locker bleibt – und was es mit seinem Hals-Tattoo auf sich hat.
Publiziert: 07.07.2022 um 16:14 Uhr
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Joaquin Ardaiz (Mitte) mit seinen neuen Mitspielern Asumah Abubakar (l.) und Denis Simani (r.).
Marco Pescio

Druck? Da zuckt Joaquin Ardaiz nur mit den Schultern. Dass Luzern-Coach Mario Frick im Spass gesagt hatte, er erwarte nun mindestens 15 bis 20 Tore vom neuen FCL-Stürmer, weil sich der Transfer derart lange hingezogen hatte, quittiert der Uruguayer mit einem müden Lächeln: «Genau das haben sie mir schon in Schaffhausen gesagt.»

Beim Challenge-League-Klub hat Ardaiz tatsächlich geliefert. Mit 20 Treffern wurde er eindrucksvoll Torschützenkönig! Und in der letztlich gegen die Luzerner verlorenen Barrage hat er ein derartiges Laufpensum hingelegt, dass FCL-Verteidiger Mo Dräger hinterher seiner Chefetage empfohlen hatte, diesen rackernden Sturmtank sofort zu verpflichten.

Ardaiz auf dem Platz «ganz anders»

Und so kam es. Da sitzt er nun in der Swissporarena, etwas mehr als einen Monat nach der Barrage. Lässig mit kurzen Hosen, im Designershirt. Seine blondierten Haare hat er unter einem verkehrtherum sitzenden Baseballcap versteckt. Der Mann aus der 100’000-Einwohner Stadt Salto, sechs Stunden von Montevideo entfernt, spricht ruhig und freundlich. Privat sei er eher zurückhaltend.

Auf dem Platz hingegen werde er «ganz anders». Wenns ums Sportliche geht, sind auch seine Ansagen glasklar und selbstbewusst. In der neuen Saison? «Da erhoffe ich mir noch mehr Tore als in Schaffhausen! Aber in erster Linie will ich vor allem der Mannschaft helfen.»

In Uruguay nannten ihn alle «Spatz»

Der 23-Jährige ist ein Freund von kurzen Sätzen, er kommt schnell auf den Punkt. Oder gar nicht, wenn er findet, das brauche es nicht. Etwa, was seine Beraterverhältnisse anbelangt. Zu Pablo Betancourt, dem Spielervermittler im Hintergrund, sagt er: «Pablo ist wichtig. Er macht seine Arbeit, ich mache meine.»

Offener wirkt er, als es um seine zahlreichen Tattoos geht. Viele hätten eine Bedeutung, betont er stolz. Die riesigen Flügel auf seinem Hals aber eine ganz besondere: «Es ist ein Spatz, weil mich in Uruguay wegen meiner damals langen Haare alle so genannt haben.»

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Mit seinen Aussagen macht er deutlich: Nun möchte er auch in der Super League allen um die Ohren fliegen.


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