Wunderbar, wenn man Spieler wie Renato Steffen oder Anto Grgic in seinem Team hat. Dann rollt der Ball durch die eigenen Reihen, dass es eine wahre Freude ist. Und Steffen schiesst an einem guten Tag auch noch ein wunderbares Tor zum 1:0-Sieg. Ein starker Auftritt der beiden Routiniers.
Das Tor rettet auch die Leistung von Georgios Koutsias. Der Stürmer hat eigentlich einen ganz traurigen Abend. Er bekommt kaum Bälle. Und bei denen, die in seine Richtung gespielt werden, zeigt sich: Er ist zu langsam für Steilpässe, hat aber auch zu wenig Wasserverdrängung als Stossstürmer. Aber dann, dieser Moment in der 61. Minute: Er gewinnt das Kopfballduell gegen Ilan Sauter – und schickt damit Steffen in Richtung 1:0.
Auffällig: Als er gegen Kevin Behrens ausgetauscht wird, geht Koutsias seinem Konkurrenten bewusst aus dem Weg. Behrens hat ihn im Trainingslager umgeschubst und beleidigt.
Ganz hinten hat Amir Saipi seine besten Momente bei Abstössen, als er mehrfach das Zürcher Pressing ausspielt. Bloss einen Ball muss er halten. Aber den hätte vermutlich fast jeder im Stadion abgewehrt.
In der Innenverteidigung der Tessiner fehlt Antonios Papadopoulos. Und noch vor der Pause muss Lukas Mai mit einer Kopfverletzung raus und wird durch Damian Kelvin ersetzt. Aber die Dreierabwehr mit Mattia Zanotti und Hannes Delcroix kommt auch so nicht in Bedrängnis. Delcroix müsste am Ende gar das 2:0 erzielen, scheitert aber an FCZ-Goalie Silas Huber.
Auf den Seiten haben Yanis Cimignani und Martim Marques nicht ihren besten Abend. Cimignani macht viel zu wenig aus dem Raum, den ihm die Zürcher bieten. Und Marques parkt sein Auto so, dass es von der Zürcher Polizei abgeschleppt wird. Kostet eben mal 500 Franken Busse, die er aber wohl von seiner Siegprämie bestreiten kann.
Daniel Dos Santos ist sehr enerviert, als er kurz vor Schluss ausgewechselt wird und gibt danach an, er sei über sich selbst genervt gewesen. Und Uran Bislimi schafft es irgendwie, 90 Minuten durchzuspielen, ohne auch nur einmal aufzufallen.
Hinweis: Kelvin (ab 44. für Mai) – Behrens (ab 80. für Koutsias), Mahmoud (ab 80. für Steffen), Alioski (ab 89. für Cimignani), Bottani (ab 90. für Dos Santos) alle zu kurz für eine Bewertung
Und so haben die FCZ-Spieler abgeschnitten
Wow! Hannes Delcroix hat vermutlich noch unter der Dusche und dann auf der ganzen Heimfahrt ins Tessin gegrübelt, warum dieser Kopfball in der 85. Minute nicht ins Tor gegangen ist. Die einfache Antwort: Weil Silas Huber eine Riesenparade gelingt. Der FCZ-Goalie hat schon in der 4. Minute gerettet, als Yanis Cimignani alleine vor ihm zum Abschluss gekommen ist.
Der Zürcher Abwehr gelingt eigentlich ein vernünftiger Abend. Aber sie ist immer dann anfällig, wenn die Tessiner den Ball flüssig laufen lassen. Dann öffnen sich links und rechts zwischen der Dreierreihe und den Aussenläufern Räume.
Und dann ist da halt dieser Moment nach rund einer Stunde: Ilan Sauter und Alexander Hack lassen Georgios Koutsias zum Kopfball steigen, Renato Steffen entwischt mit dem verlängerten Ball. Nicht sauber verteidigt, sicher. Aber auch ein Risiko, in das die Zürcher sehenden Auges gehen, weil sie Lugano bei Torabstössen immer hoch angreifen.
Lindrit Kamberi, der dritte Innenverteidiger, hat Sekunden zuvor die Chance aufs 1:0, muss aber in Rücklage abschliessen, weil Philippe Kénys Pass zu wenig genau kommt.
Im Zentrum strahlt Valon Berisha die Ballsicherheit aus, die der FCZ braucht, aber ohne das Spiel entscheidend zu beschleunigen. Nelson Palacio ist auch da. Aber irgendwie nie richtig in den Zweikämpfen, weil Lugano den Ball zu schnell zirkulieren lässt. Und bei Ballbesitz auch irgendwie ohne Einfluss.
Cheveyo Tsawa darf endlich wieder im Zentrum spielen. Und zeigt mit einer starken Leistung, dass er dort am besten aufgehoben ist. Und nicht rechts, wo Livano Comenencia einen durchzogenen Abend einzieht. Links hat Sebastian Walker zu Beginn einige gute Ballgewinne, macht dann aber herzlich wenig daraus.
Vorne ist Philippe Kény inzwischen in etwas, das wohl als kleine Formdelle gelten darf. Wobei er auch sehr wenige Bälle bekommt, mit denen er etwas anfangen könnte. Und Livano Cavaleiros hat zwar den einzigen Abschluss aufs Tessiner Tor (ein Kopfball aus guter Position, am Ende aber völlig ungefährlich). Aber er bietet im Spielaufbau einfach zu wenig für einen Spieler, der mal in der Premier League unter Vertrag gestanden ist.
Hinweis: Reverson (ab 66. für Cavaleiro), Bangoura (ab 80. für Comenencia), Perea (ab 80. für Palacio), Vujevic (ab 84. für Hack), Emmanuel (ab 84. für Walker) alle zu kurz für eine Bewertung
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 32 | 36 | 71 | |
2 | FC St. Gallen | 32 | 24 | 59 | |
3 | FC Lugano | 33 | 12 | 57 | |
4 | FC Basel | 32 | 8 | 53 | |
5 | FC Sion | 32 | 13 | 49 | |
6 | BSC Young Boys | 32 | 5 | 47 | |
7 | FC Luzern | 32 | 3 | 39 | |
8 | Servette FC | 32 | 0 | 39 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 32 | -7 | 39 | |
10 | FC Zürich | 33 | -18 | 34 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 33 | -25 | 27 | |
12 | FC Winterthur | 33 | -51 | 19 |
