Thun gut, aber nicht gut genug
Joker Ajeti schiesst Lugano zum Zittersieg

Lugano schlägt ein starkes Thun am Ende mit 3:2. Die Berner Oberländer werden für eine starke Leistung nicht belohnt, während die Tessiner weiter ungeschlagen bleiben.
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Leader Lugano siegt im Berner Oberland mit 3:2.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Die Schlüsselszene

Drei Minuten auf dem Platz und schon macht Albian Ajeti den Deckel drauf. Bürgy schlägt in der 76. Minute nach einem langen Ball von Mai über die Kugel. Der Ex-Basler zieht im Anschluss alleine auf Steffen los und trifft abgeklärt zum 3:1. Kurz zuvor schnuppert Thun noch am Ausgleich, nun ist die Partie entschieden. Da nützt es auch nichts mehr, dass Riccardo Braschi für die Berner Oberländer durch einen Penalty in der 88. Minute noch den Anschlusstreffer zum 3:2 realisiert. Ajetis Höhenflug geht weiter, Lugano lässt danach nichts mehr anbrennen und bleibt unangefochten an der Tabellenspitze.

Das Spiel

Nach der Pause beginnt der Leader aus dem Tessin endlich so zu spielen, wie man es von Lugano in dieser Saison gewohnt ist. Das ist auch bitter nötig, denn vor dem Seitenwechsel geben die Thuner klar den Ton an: mehr Ballbesitz, mehr Spielanteile und mehr Chancen. Umso bitterer für das Heimteam, dass es gleich zweimal nach einem simplen langen Ball eiskalt ausgehebelt wird.

Noch nie schossen die Thuner in einer Halbzeit so oft aufs Tor wie in diesen ersten 45 Minuten. Doch die sieben Abschlüsse interessieren am Ende niemanden mehr. Was zählt, sind die Punkte – und davon gibt es für die aufopferungsvoll kämpfenden Berner Oberländer keine.

Thun wird für eine intensive Leistung nicht belohnt. Lugano hingegen beweist einmal mehr echte Klasse und gewinnt die Partie auch dann, wenn der eigene Fussball nicht über die vollen 90 Minuten glänzt.

Die Tore

34. Minute, Dereck Moncada, 0:1. Thun wird mit den eigenen Waffen geschlagen: Ein langer Ball von Delcroix und ein schwaches Abwehrverhalten von Bürgy führen dazu, dass Moncada alleine vor Steffen auftaucht. Der Youngster schiebt souverän ein und darf nach kurzem VAR-Check jubeln.

37. Minute, Nassim Zoukit, 1:1. Reichmuth setzt Labeau herrlich mit der Hacke in Szene, dieser dribbelt in den Strafraum und schliesst ab. Von Ballmoos lässt abprallen und Zoukit reagiert am schnellsten – der blitzartige Ausgleich ist Tatsache.

49. Minute, Uran Bislimi, 1:2. Nach einem Eckball landet das Leder bei Bislimi. Dieser zieht aus rund 20 Metern einfach mal ab. Steffen kann den Schuss zwar parieren, doch die Kugel flutscht ihm durch die Hände und landet dennoch im Netz.

76. Minute, Albian Ajeti, 1:3. Erneut ein langer Ball aus der Verteidigung Luganos führt zum Treffer. Diesmal ist es Mai, der den eingewechselten Ajeti lanciert. Bürgy tritt ins Leere und so kann der Joker alleine auf Steffen losziehen und erhöhen.

88. Minute, Riccardo Braschi (Elfmeter), 2:3. Nach einem umstrittenen Elfmeter für Thun trifft Braschi eiskalt. Ursache für den Penalty war ein geblockter Schuss von Zanotti mit seinem Ellenbogen.

Die Stimmen via Blue

Albian Ajeti: «Ich fühle mich sehr gut und wohl. Die Mannschaft hat Erfolg und ich kann meinen Teil dazu beitragen. Heute war es ein sehr schwieriges Spiel, aber wir konnten es gewinnen. Es freut mich einfach. Macht Spass. Der Kunstrasen, der Wind, der Regen – und Thun ist amtierender Schweizer Meister, es ist nie einfach, hier zu spielen. Es war bisher immer schwierig hier. Wir lassen uns nicht aus der Ruhe bringen, auch wenn wir heute das 1:1 kassiert haben. Wir kommen stark zurück und das hat sicher mit Selbstvertrauen und der aktuellen Form zu tun. Ich bin froh, dass die Mannschaft funktioniert und wir immer einen kühlen Kopf bewahren.»

Nico Maier: «In der letzten Zeit fehlt die letzte Entschlossenheit, der letzte Pass und der letzte Abschluss. Bis dorthin machen wir es oft richtig gut. Defensiv haben wir ab und zu zu viele Fehler drin und es summiert sich dann. Wir spielen gut, holen dann am Ende aber keine Punkte. Heimschwäche höre ich zum ersten Mal. Es interessiert uns eigentlich nicht, ob heim oder auswärts – wir wollen diese Punkte holen. Es geht jetzt darum, an den kleinen Schrauben zu drehen, und vielleicht braucht es auch mal wieder ein Erfolgserlebnis, ein Spiel, in dem wir zwei, drei Tore schiessen, und dann kommt das Ganze wieder ins Rollen. Man darf sich nicht zu sehr den Kopf zerbrechen.»

Der Beste

Uran Bislimi bringt Lugano kurz nach der Pause wieder auf Kurs. Nach einem Eckball zieht er aus der Distanz ab und trifft zum 2:1 – auch, weil Steffen den Ball nicht festhalten kann. Sein früher Fehlpass, der Labeau eine erste Schusschance eröffnet, bleibt dagegen ohne Folgen.

Der Schlechteste

Nicolas Bürgy sieht bei zwei Gegentoren schlecht aus. Beim 0:1 lässt er sich von Moncada im Zweikampf abschütteln. Noch folgenschwerer ist sein Patzer in der 76. Minute: Nach einem langen Ball von Mai schlägt er über die Kugel und lässt Ajeti alleine auf Steffen losziehen. Der Joker nimmt das Geschenk zum 3:1 an.

Das gab zu reden

Warum fehlt Marco Bürki schon wieder im Aufgebot der Berner Oberländer? Der Thun-Captain hat seine Sperre für drei Ligaspiele doch endlich abgesessen? Der Grund ist ein schöner: Bürki ist in den letzten Tagen Vater geworden und bleibt bei seiner Familie. Sein Comeback in der Liga muss deshalb weiter warten.

Die Fans

Heute geben wieder die Thuner Fans den Ton an. Am Donnerstag hatten die lautstarken Anhänger von Hajduk Split das Visana Stadion noch fest im Griff – akustisch fühlte es sich wie ein Heimspiel für die Kroaten an. Aus dem Tessin sind deutlich weniger Fans angereist. So gehört die Bühne auf den Rängen diesmal doch wieder den Heimfans.

Die Schiris

Mirel Turkes leitet die Partie unaufgeregt, grössere Diskussionen bleiben aus. Beim 1:0 für Lugano liegt sein Assistent allerdings falsch: Die Fahne geht hoch, obwohl kein Abseits vorliegt. Nach der VAR-Intervention zählt der Treffer zurecht.

So gehts weiter

Für Thun geht es am kommenden Sonntag auswärts gegen Lausanne-Sport (16.30 Uhr) weiter, während Lugano zeitgleich zu Hause im Tessin den FC Basel empfängt.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
11
25
31
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
11
17
25
3
FC Sion
FC Sion
0:0
11
6
20
4
FC Zürich
FC Zürich
11
-3
17
5
Servette FC
Servette FC
11
2
16
6
FC St. Gallen
FC St. Gallen
11
-4
16
7
FC Basel
FC Basel
0:0
11
-3
14
8
FC Luzern
FC Luzern
11
-6
12
9
FC Thun
FC Thun
11
-11
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
11
-1
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
0:0
11
-13
9
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
0:0
11
-9
7
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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