Lichtsteiner kämpft mit XXL-Kader
Sogar ein Stammspieler könnte den FCB noch verlassen

Der FCB muss sein Kader ausmisten. Mit Marin Soticek ist der erste Spieler schon weg. Und auch andere Spieler haben in Basel keine Zukunft.
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Lucas WerderReporter Fussball

Es ist Stephan Lichtsteiner (42) anzumerken, dass er nichts dagegen einzuwenden hätte, wenn den FCB in den kommenden Tagen ein paar Spieler verlassen würden. Auf die Frage, welches die optimale Kadergrösse für eine Saison ohne europäischen Wettbewerb sei, antwortet der Basler Trainer: «So gross wie es der Verein macht.» Auch wenn es Lichtsteiner selbst nicht ausspricht, ist klar, dass das Basler Kader derzeit aus allen Nähten platzt. Mit rund 30 Spielern steht die erste Mannschaft täglich auf dem Trainingsplatz. 

Abgangskandidaten gibt es einige. Mit Marin Soticek (21) ist der erste davon bereits weg. Am Mittwoch hatte der Klub bekanntgegeben, dass der Flügelspieler in seine kroatische Heimat zu Hajduk Split verliehen wird. Doch es gibt auch Spieler, die den FCB noch verlassen könnten, obwohl sie Lichtsteiner gerne behalten würde. Zum Beispiel Philip Otele, der im Stade de Genève in der Basler Startelf stand.

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Marin Soticek hat den FCB diese Woche in Richtung Kroatien verlassen.
Foto: keystone-sda.ch

Das Problem? Der Flügelspieler ist zu teuer. Um den Nigerianer im vergangenen Sommer definitiv aus Abu Dhabi zu übernehmen, musste man ihn mit einem stattlichen Gehalt ausstatten – in der Hoffnung, ihn spätestens im Winter teurer weiterzuverkaufen. Nachdem der HSV, bei dem Otele das vergangene Halbjahr auf Leihbasis verbracht hat, aber keinen Gebrauch von der Kaufoption gemacht hat, muss nun ein anderer Abnehmer her.

Was passiert mit Kevin Rüegg?

Einen Ersatz haben die Basler am Mittwoch bereits eingetütet. Nach Asane Sow (20) und Kazeem Olaigbe (23) ist Aaron Malouda (20) der dritte Flügelspieler, den der FCB in diesem Sommer verpflichtet hat. Verlässt Otele den Klub in den kommenden Wochen, wird Ibrahim Salah (24) das Aussenbahn-Quartett komplettieren.

Ein dickes Fragezeichen steht hinter dem Namen von Kevin Rüegg. Im letzten Testspiel gegen Juventus (0:0) kam der Zürcher nicht zum Einsatz, beim Super-League-Start in Genf fehlte er im Kader. Keigo Tsunemoto (27) ist die klare Nummer eins auf der Rechtsverteidiger-Position. Dahinter scheint sich Innenverteidiger Nicolas Vouilloz (25) als erste Alternativlösung herauszukristallisieren.

Für einen Verbleib von Rüegg spricht, dass er die Plätze für ausländische Spieler auf der Kontingentsliste nicht belastete. Das gilt allerdings auch für Evann Senaya (20), der zum Ende der letzten Saison sein Super-League-Debüt feiern durfte. Weil der französisch-togoische Doppelbürger seit 2019 im Basler Nachwuchs kickt, gilt er als «Home Trained Player» unter 21 Jahren und benötigt dadurch keinen Platz auf der gewöhnlichen Kontingentsliste.

Überangebot im Mittelfeld

Am Talent von Gabriel Sigua (21) zweifelt in Basel niemand. Das grosse Problem des Georgiers ist seine Verletzungsanfälligkeit. In den vergangenen beiden Saisons verpasste er rund 35 Partien. Im Frühling kehrte der Mittelfeldspieler deswegen sogar vorzeitig aus seiner Leihe bei Lausanne zurück. Hinzu kommt die grosse Konkurrenz im zentralen Mittelfeld, wo der FCB mit Ludwig Malachowski (21) und Jonas Harder (20) gleich zwei neue Spieler verpflichtete. Auch in einer etwas offensiveren Rolle wie in Lausanne dürften neben Xherdan Shaqiri (34) auch Andrej Bacanin (19) und Giacomo Koloto (18) den Vorzug bekommen. «Ich bin sicher, dass er uns helfen kann, wenn er wieder richtig fit ist», sagt Lichtsteiner zwar, die Zeichen stehen aber dennoch auf Abschied.

Neben Sigua könnte sich sogar noch ein weiterer zentraler Mittelfeldspieler verabschieden. In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Gerüchte um einen Wechsel von Metinho, aktuell scheint aber kein konkretes Angebot auf dem Tisch zu liegen. Ein anderer Kandidat für einen Abgang wäre Léo Leroy, der diese Saison nur noch eine Nebenrolle spielen dürfte.

Serben-Stürmer muss gehen

Noch richtig ausgemistet werden muss vor allem im Sturm. Als Erster soll Djordje Jovanovic weg. Die vergangenen beiden Saisons verbrachte der Stürmer auf Leihbasis bei Partizan Belgrad und Maccabi Haifa. Mit Zan Celar, Albian Ajeti, Giacomo Koloto und dem noch mehrere Monate ausfallenden Kaio Eduardo hat der FCB derzeit vier weitere Mittelstürmer im Kader. Zudem könnte in den kommenden Wochen noch ein Angreifer dazustossen, wie der Technische Direktor Andreas Hermann zuletzt im FCB-Podcast «Achzädreyenünzig» verriet. Für Jovanovic muss darum schnellstmöglich ein Abnehmer her. Der vierfache serbische Nationalspieler ist zwar noch Teil des Mannschaftstrainings, Lichtsteiner lobte zuletzt aber die vorbildliche Einstellung seines Spielers.

Zu Transferfragen möchte sich der FCB-Coach dagegen nicht äussern. «Das ist auch nicht meine Aufgabe und ich habe auch nicht gross Einfluss darauf», findet Lichtsteiner. «Ich arbeite mit den Spielern, die ich zur Verfügung habe. Die Stimmung im Team ist nach dem Startsieg sehr gut.» Mit einem weiteren Erfolg am Samstag zu Hause gegen Lausanne dürfte diese auch über das Wochenende hinaus anhalten – trotz XXL-Kader.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
BSC Young Boys
BSC Young Boys
1
2
3
2
FC Thun
FC Thun
1
2
3
3
FC Lugano
FC Lugano
1
1
3
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
1
1
3
5
FC Basel
FC Basel
1
1
3
6
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
1
0
1
6
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
1
0
1
8
FC Vaduz
FC Vaduz
1
-1
0
8
FC Zürich
FC Zürich
1
-1
0
10
Servette FC
Servette FC
1
-1
0
11
FC Sion
FC Sion
1
-2
0
12
FC Luzern
FC Luzern
1
-2
0
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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