Darum gehts
- Lichtsteiner verliert erneut, Basel unterliegt Thun 1:2
- Trainer beklagt dicht getakteten Spielplan, fordert mehr Rücksicht zukünftig
- 13 Punkte Rückstand auf Thun, seit 3 Jahren kein Sieg in St. Gallen
Zweites Lichtsteiner-Spiel, zweite Lichtsteiner-Pleite. Den Start in seine Profitrainer-Karriere hat sich der neue FCB-Coach zweifellos anders vorgestellt. Nachdem sich die Basler am Donnerstag gegen Pilsen (0:1) aus der Europa League verabschiedet haben, rückt nach der 1:2-Niederlage gegen Leader Thun auch die Titelverteidigung in weite Ferne. Lichtsteiner selbst sieht das zwar etwas anders: «Wir glauben weiter daran», so der Luzerner. Den auf 13 Punkte angewachsenen Rückstand kann auch er nicht wegdiskutieren.
Immerhin sind im zweiten Spiel unter Lichtsteiners Regie erste Anzeichen einer Handschrift zu erkennen. Zum Beispiel lässt er seine beiden Innenverteidiger Jonas Adjetey und Flavius Daniliuc die Plätze tauschen. Dadurch erhofft sich der FCB-Trainer mehr Sicherheit im Spielaufbau. «Wir haben schon weniger Fehler gemacht. Aber wir sind noch nicht da, wo wir sein müssen. Wir arbeiten daran, dass wir das Vertrauen wiederfinden», so sein erstes Zwischenfazit.
Lichtsteiner beklagt sich über Spielplan
Dass er trotzdem vorerst weiter auf seinen ersten Sieg als Basler Trainer warten muss, nimmt Lichtsteiner gelassen auf. «Die kurzfristigen Erfolge sind für uns sehr wichtig, aber ich lasse mich davon nicht nervös machen. Wir wollen etwas entwickeln», sagt er. Allerdings gibt Lichtsteiner zu, dass die sportlich angespannte Situation in Basel durchaus eine Herausforderung darstellt: «Egal, ob ein junger Trainer ohne Erfahrung oder ein Trainer mit Erfahrung gekommen wäre, die Situation wäre für alle enorm schwierig gewesen. Die einzigen Trainer, die das lösen könnten, kann sich der FCB aktuell nicht leisten.»
Dass die Basler sich keinen Trainer von Weltklasse-Format wie Xabi Alonso oder Enzo Maresca finanzieren können, ist unbestritten. Zumindest etwas mehr Erfahrung im kommunikativen Bereich würde aber sicher nicht schaden. Nach der Niederlage gegen Thun beklagte sich Lichtsteiner im SRF-Interview über den dicht getakteten Basler Spielplan. «Wir haben ein Programm, das unglaublich ist. Wir spielen jeden dritten Tag», so der Luzerner. «Ich will kein Alibi suchen, aber ich wünsche mir schon, dass da in Zukunft etwas Rücksicht genommen wird.»
Nächstes Endspiel in St. Gallen
Zu Wahrheit gehört aber auch: Mit Ausnahme der Länderspielpausen, in denen jeweils zahlreiche Spieler mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren, hatte Vorgänger Ludovic Magnin (46) seit Ende August ausschliesslich englische Wochen zu bewältigen. Auch der Lausanner hatte sich zwischenzeitlich darüber beklagt, allerdings nicht bereits nach seinem zweiten Spiel.
Nach dem Aus in der Europa League wird Lichtsteiner in den kommenden Wochen mehr Zeit haben, um mit seiner neuen Mannschaft zu arbeiten. Zunächst steht aber noch der Cup-Viertelfinal auf dem Programm. Am Mittwoch müssen die Basler nach St. Gallen, wo man seit drei Jahren nicht mehr gewonnen hat. «Ich gehe aber nicht davon aus, dass wir das abgeben», zeigt sich Lichtsteiner trotzdem zuversichtlich.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 22 | 22 | 49 | |
2 | FC Lugano | 22 | 11 | 40 | |
3 | FC St. Gallen | 21 | 14 | 38 | |
4 | FC Basel | 22 | 8 | 36 | |
5 | FC Sion | 22 | 6 | 33 | |
6 | BSC Young Boys | 22 | -2 | 32 | |
7 | FC Lausanne-Sport | 22 | 2 | 28 | |
8 | Servette FC | 22 | -5 | 25 | |
9 | FC Zürich | 22 | -11 | 25 | |
10 | FC Luzern | 22 | -3 | 23 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 22 | -11 | 19 | |
12 | FC Winterthur | 21 | -31 | 13 |
