«Leck mich am Arsch»
Als es zwischen Schällibaum und Lustrinelli knallte

Im Barrage-Duell zwischen GC und Thun kommt es zum Wiedersehen zwischen Marco Schällibaum (62) und Mauro Lustrinelli (48). Die beiden haben eine brisante gemeinsame Vergangenheit.
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2009 lässt Bellinzona-Stürmer Mauro Lustrinelli nach einem Tor gegen Aarau seinem Frust freien Lauf.
Foto: Keystone

Nur gerade sechs Tore hat GC in den sieben Spielen unter Marco Schällibaum (62) erzielt. Für das Barrage-Duell gegen Thun könnte der Hoppers-Coach einen richtigen Knipser gut gebrauchen. Einer, wie es Mauro Lustrinelli (48) gewesen ist.

Schällibaum kennt die einstigen Stürmer-Qualitäten des heutigen Thun-Trainers bestens. Zwischen 2008 und 2009 bestritt dieser unter Schällibaum 53 Spiele für Bellinzona. «Mauro war immer ein unangenehmer Spieler und hat vieles hinterfragt», erinnert sich der GC-Feuerwehrmann. «Aber das meine ich im positiven Sinn.»

Lustrinelli mit «Vaffanculo»-Jubel

Allerdings hat es zwischen den beiden Barrage-Trainern auch schon ordentlich gekracht. Im Oktober 2009 setzt Schällibaum seinen Starstürmer auswärts in Aarau auf die Bank. Obwohl dieser ein paar Tage zuvor beim 3:2-Sieg gegen den FCZ mit zwei Skorerpunkten geglänzt hat. «Er braucht auch mal eine Pause», findet der Bellinzona-Coach.

Als Lustrinelli nach einer Stunde endlich mittun darf, ist dieser richtig angesäuert. Beim Ausgleichstreffer verzichtet «Lustrigoal» noch auf einen Jubel. Als er nur eine Minute später zum 2:1 trifft, lässt er seinem Frust aber freien Lauf. «Vaffanculo», schreit der Tessiner in Richtung Schällibaum. «Leck mich am Arsch», so die deutsche Übersetzung. Der Beleidigung lässt der gefrustete Stürmer auch noch eine abschätzige Handbewegung folgen.

Schällibaum schmeisst kurz danach hin

Es ist der Anfang vom Ende. Aber nicht für Lustrinelli, der sich kurz danach bei Trainer und Präsident für seine Aktion entschuldigt, sondern für Schällibaum. Der schmeisst nur eine Woche nach dem Aarau-Spiel hin. Nachdem sein Team in zwei Partien gegen YB (1:7) und St. Gallen (0:5) unglaubliche zwölf Gegentore eingefangen hat. «Vielleicht haben gewisse Spieler heute gewonnen», so die letzten Worte des scheidenden Trainers.

Böses Blut gibt es 15 Jahre nach dem denkwürdigen Spiel auf dem Brügglifeld keines mehr. Schällibaum hat nur lobende Worte für Lustrinelli übrig: «Er ist ein sehr angenehmer Mensch, sehr respektvoll und anständig. Ich freue mich auf das Wiedersehen!» Ähnlich klingt es auf der anderen Seite. «Was mir von der gemeinsamen Zeit in Bellinzona von Marco geblieben ist, ist seine unglaubliche Leidenschaft», sagt Lustrinelli. «Bei GC sieht man, dass er seine Mentalität schon reingebracht hat.»

Thun hat die beste Offensive der Liga

In den vergangenen Jahren sind sich die beiden immer wieder über den Weg gelaufen. Bei Legendenspielen der Schweizer Nati. Oder bei den Duellen zwischen Thun und Yverdon in der Challenge League. Dass sein ehemaliger Spieler im Trainer-Business Fuss gefasst hat, überrascht Schällibaum nicht. «Er war schon gegen Ende seiner Spielerkarriere ein halber Trainer», erzählt er. «Nun hat er wie schon bei der U21-Nati auch in Thun sehr gute Arbeit geleistet.»

Wie gut, zeigt der Blick auf die Challengue-League-Tabelle. 76 Punkte hat Thun in dieser Saison geholt. Nie hatte der Zweitplatzierte mehr Punkte auf dem Konto. Wovor sich die Hoppers in den beiden Barrage-Spielen ganz besonders in Acht nehmen müssen: Mit 73 Treffern stellen das Team des ehemaligen Nati-Stürmers die beste Offensive der Liga.

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