Darum gehts
- Das ist die Thun-Schere in der Super League
- Rollt der Ball für Thun? Lustrinelli fragt scharf zurück
- Konkurrenz nimmt sich verbal schrittweise aus dem Rennen
39 Punkte sind noch zu vergeben. 12 Punkte Vorsprung haben die Thuner auf den ersten Verfolger St. Gallen, sofern die Ostschweizer am Mittwoch das Nachtragsspiel in Winterthur gewinnen.
Es braucht kein Rechengenie für diese Meister-Rechnung: Fast einen Punkt müssen die Espen in diesem Frühling pro Runde gutmachen, um das Titel-Wunder im Berner Oberland noch zu verhindern.
Die letzten Runden aber zeigen: Die Tendenz geht klar in die andere Richtung. Die Thuner Punkteschere ging zuletzt immer weiter auf. Der Vorsprung auf die Konkurrenz aus der Top 6 wuchs in den letzten Runden massiv.
Englische Woche als Vorentscheidung?
Noch zur Winterpause war der FCSG auf Tuchfühlung mit Thun. Doch der Rückstand von einst drei Punkten hat sich mittlerweile mindestens vervierfacht – abhängig vom St. Galler Nachholspiel.
Besonders deutlich wurde es in den jüngsten Runden. Aufgrund der englischen Woche gingen in nur neun Tagen drei Spieltage über die Bühne. Die Thuner haben in dieser kurzen Zeit St. Gallen um vier Punkte distanziert, Lugano um deren sechs und Basel, Sion und YB um fünf Punkte. Kein Team konnte mit dem Aufsteiger mithalten. Hat die englische Woche gar schon die Meisterschaft entschieden?
Lustrinelli reagiert scharf auf Momentum-Frage
Klar, man könnte einwenden, dass im Moment alles für den FC Thun laufe. Auch der Entscheid des Schiri-Teams am Sonntag, beim Stand von 1:0 zwischen Thun und Sion den Sittener Verteidiger Noé Sow vom Platz zu stellen, obwohl der Ball vor dem Foul wahrscheinlich im Aus war. Der Verband hat danach übrigens die Blickwinkel der Kameras zur Verfügung gestellt und erklärt, dass man das Aus eben nicht beweisen könne.
Dieses Thuner Momentum könnte auch kippen. «Aber seit wann rollt der Ball schon für uns? Seit zweieinhalb Jahren?», fragt Thun-Trainer Mauro Lustrinelli (49) auf die Frage eines Journalisten zynisch zurück.
St. Gallen und Lugano stempeln aus
Die Konkurrenz jedenfalls nimmt sich verbal schrittweise aus dem Meisterrennen. So sagte St.-Gallen-Trainer Enrico Maassen: «Thun spielt mit einer wahnsinnigen Stabilität dort oben, so konsequent und klar, Woche für Woche. Man muss den Hut ziehen und ich glaube, dass sie sich nur selber schlagen können.»
Mittlerweile gratuliert auch Lugano-Coach Mattia Croci-Torti dem Aufsteiger zum möglichen Titel, wie es mit etwas mehr Punkteabstand auch Servettes Jocelyn Gourvennec getan hat («Die Frage ist nicht ob, sondern wann»).
Thuner können Meisterrunde zum Schaulaufen machen
Einzig aus Basel heisst es von Spielern und Trainer weiter: «Es ist mathematisch noch möglich, also greifen wir Thun an.»
Mathematisch sieht es so aus: Geht es im gleichen Stil weiter (Thun holt im Schnitt pro Runde gut einen Punkt auf die ersten Verfolger heraus), dann stünde der Aufsteiger mit über 20 Punkten Vorsprung schon nach Runde 32 als Meister fest. Das wäre noch vor Beginn der Meisterrunde!
Wäre die Konkurrenz denn überhaupt bereit?
Immerhin: Es ist kaum zu erwarten, dass Thun wie zuletzt jedes Spiel gewinnen wird und so schon Anfang April die Luft in der Schweizer Meisterschaft draussen ist. Die acht Siege in Serie sind jetzt schon Klubrekord in der Super League. Aber ob die Konkurrenz bei allfälligen Patzern des Leaders auch wirklich bereitstehen würde?
Zuerst muss der FCSG nun aber seine Aufgaben bei Schlusslicht Winterthur machen. Eine St. Galler Niederlage bei der Knacknuss (nur ein Sieg aus den letzten fünf Duellen) – und der Rückstand auf den Leader würde satte 15 Punkte betragen. Die Thun-Schere würde sich noch weiter öffnen.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 25 | 29 | 58 | |
2 | FC St. Gallen | 24 | 15 | 43 | |
3 | FC Lugano | 25 | 11 | 43 | |
4 | FC Basel | 25 | 7 | 40 | |
5 | FC Sion | 25 | 7 | 37 | |
6 | BSC Young Boys | 25 | 2 | 36 | |
7 | FC Luzern | 25 | 1 | 30 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 25 | -2 | 30 | |
9 | FC Zürich | 25 | -12 | 28 | |
10 | Servette FC | 25 | -7 | 27 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 25 | -12 | 21 | |
12 | FC Winterthur | 24 | -39 | 14 |












