FCL-Goalie Karlo Letica
«Das Interesse von Real Madrid? Wahr!»

Karlo Letica hat in Luzern ein neues Kapitel aufgeschlagen. Der Kroate spricht mit Blick über seinen Start mit dem FCL, seine besondere Beziehung zum Wasser – und verrät, wie konkret einst das Interesse von Real Madrid war.
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Karlo Letica hütet seit dieser Saison das Tor vom FC Luzern.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Blick: Karlo Letica, man munkelt, Sie seien schon vor Ihrer Unterschrift beim FC Luzern oft in dieser Stadt gewesen?

Karlo Letica: (Lacht.) Ja, bestimmt zweimal im Monat war ich hier. Mein guter Freund Marin Sipic spielt beim HC Kriens-Luzern Handball. Mit ihm verbindet mich eine lange Freundschaft. Wir hatten in Split denselben Athletikcoach. Ein grosser Handball-Fan bin ich allerdings nicht. Sowieso schaue ich nur wenig Sport. Selbst Fussball verfolge ich nicht so intensiv wie andere.

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Der Kroate gehört in der Super League schon seit längerem zu den Besten.
Foto: Pius Koller

Dann fällt Ihnen das Einleben wahrscheinlich ziemlich leicht?

Ich fühle mich mit meiner Frau hier schon sehr wohl. Ich empfinde die Stadt als sehr lebendig. Es ist immer etwas los. Luzern ist zwar kleiner als Lausanne – aber ich habe das Gefühl, dass der Lebensstandard hier höher ist.

Aufgewachsen sind Sie in einem Dorf am Meer direkt neben Split. Nun leben Sie in Luzern und haben mit dem Vierwaldstättersee ebenfalls das Wasser vor der Haustür. Wie wichtig ist Ihnen diese Nähe zum Wasser?

Unglaublich wichtig. Meine Eltern und schon mein Grossvater arbeiteten immer auf Booten. Ich bin quasi am Meer geboren und mit dem Meer aufgewachsen. Ein See ist zwar nicht dasselbe. Aber gerade bei schönem Wetter gibt es trotzdem ein bisschen dieses Gefühl. Das Wasser in der Nähe zu haben, hilft mir, runterzufahren.

Sie hatten nach Ihrem Kapitel in Lausanne eine Top-5-Liga im Visier. Gelandet sind Sie beim FC Luzern. Was lief schief?

Am Ende hat sich keine passende Möglichkeit ergeben. Man muss die Situation realistisch betrachten: Der Markt war etwas kompliziert. Ich habe letztlich nicht das gefunden, wonach ich gesucht habe. Dann kam Luzern mit einem passenden Projekt. Darüber bin ich sehr glücklich.

In Luzern haben Sie Simon Simoni als Nummer 1 abgelöst, nachdem dieser mehrfach gepatzt hat. Wie erleben Sie ihn?

Ich kann nur Positives sagen über ihn. Er ist ein sehr freundlicher Typ, der hart arbeitet. Allgemein spüre ich in unserem Goalieteam keinerlei negative Energie, und wir pushen einander.

Was geht einem Goalie durch den Kopf, wenn man derart unglücklich in ein neues Kapitel startet wie Simoni?

Sowas zu verdauen ist natürlich nicht einfach. Der Fussball ist leider so. Manchmal schenkt er dir unglaubliche Emotionen – manchmal aber auch einfach Scheisse. Wichtig ist, dass man gegen diese Widerstände ankämpft, und das macht Simon. Das gehört zu einer Entwicklung dazu.

Sind Sie eigentlich der beste Torhüter der Super League?

Sowas zu behaupten, steht mir nicht zu. Wenn man auf meine drei Jahre in Lausanne zurückblickt, habe ich sicher nicht schlecht abgeschnitten. Aber in jedem Spiel muss man sich aufs Neue bestätigen und noch mehr leisten, um das Niveau zu halten.

In der Vergangenheit wurden Sie immer wieder mit dem FCB in Verbindung gebracht. Trugen Sie mal fast Rot-Blau?

Es gab immer wieder Gerüchte, dass ich hier oder dort ein Kandidat sei. Einen direkten Kontakt zu mir gab es jedoch nie. Vielleicht haben die Vereine mit meinen Agenten gesprochen, aber nie direkt mit mir im Sinne von: «Wir wollen dich wirklich verpflichten.»

Zu Beginn Ihrer Karriere waren Sie bei Real Madrid im Gespräch. Damals waren Sie gerade erst Stammkeeper bei Ihrem Jugendklub Hajduk Split geworden. Die «Marca» widmete Ihnen sogar die Titelseite. Welche Erinnerungen haben Sie an diese Zeit?

Für einen jungen Spieler ist das natürlich etwas ganz Besonderes. Es zeigt dir, dass du dir etwas erarbeitet hast. Für mich war das zusätzliche Motivation, noch mehr zu geben und meinen Wert zu beweisen.

Wie haben Sie davon erfahren?

Wir hatten an diesem Tag ein Spiel. Mein Vater rief mich früh am Morgen voller Stolz an. Ich erinnere mich noch genau an seine Worte: «Hör zu, da ist etwas sehr Schönes passiert. Ich wollte dir nur sagen: Stelle dein Handy auf Flugmodus, denn jetzt wird es anfangen, wie verrückt zu klingeln.» Diesen Rat habe ich befolgt – und es wurde alles noch viel verrückter.

Erzählen Sie.

Wir spielten mit Hajduk gegen den kleinen Klub NK Istra. Trotzdem lagen wir mit 1:2 zurück. Gegen Ende gelang uns der Ausgleich. Bei der allerletzten Aktion in der Nachspielzeit ging ich mit nach vorne und köpfte den Ball zum 3:2 ins Tor. Plötzlich lagen alle meine Teamkollegen auf mir. Ich wusste überhaupt nicht, was gerade passierte. Als ich nach dem Spiel mein Handy wieder einschaltete, explodierte es förmlich vor Nachrichten. Und am nächsten Tag war ich wieder gross in der «Marca».

Haben Sie diese Zeitungsexemplare noch in Ihrem Archiv?

Klar. Meine Mutter sammelt noch heute alle Artikel von mir. Vielleicht auch diesen (lacht).

Wie viel war damals am Real-Gerücht aber überhaupt dran?

Es war wahr. Es gab viele Möglichkeiten. Ich erinnere mich an Ajax, Anderlecht, Fiorentina, SPAL Ferrara und das Interesse von Manchester United. Es gab wirklich viele Interessenten.

Ist eine Top-5-Liga immer noch ein Ziel?

Definitiv. Jetzt konzentriere ich mich voll auf meine Aufgabe hier in Luzern.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
9
20
25
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
9
13
19
3
FC Sion
FC Sion
9
9
19
4
FC Basel
FC Basel
9
0
13
5
FC St. Gallen
FC St. Gallen
9
-3
13
6
FC Luzern
FC Luzern
9
-1
12
7
FC Zürich
FC Zürich
9
-6
11
8
Servette FC
Servette FC
9
-2
10
9
FC Thun
FC Thun
9
-8
10
10
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
9
-11
8
11
FC Vaduz
FC Vaduz
9
-3
6
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
9
-8
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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