Irgendjemand muss für Verluste aufkommen
Droht dem FCL jetzt der Lizenz-Knall?

Beim Machtkampf um den FCL die Übersicht zu behalten, ist nicht ganz einfach. Vor allem, weil in der Innerschweiz bereits das nächste Problem anklopft.
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Wer trägt beim FCL die Garantie für das Lizenzverfahren von womöglich 5 Millionen Franken?
Foto: Martin Meienberger/freshfocus
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Es sind noch gut 50 Tage bis zum ersten Stichtag im Lizenzierungsverfahren für die Saison 2023/24. Die Klubs müssen bis am 2. März ihre Lizenzierungs-Dokumentation bei der Swiss Football League (SFL) einreichen. Neben vielen Formalitäten sind insbesondere zwei Punkte wichtig, unterstreicht SFL-Mediensprecher Philipp Guggisberg. «Ein Klub darf nicht überschuldet sein und muss ein ausgeglichenes Budget präsentieren.»

Das stellt für den FC Luzern durchaus ein Problem dar. Denn sowohl der Mutterkonzern FCL Holding AG als auch die Tochter FCL Innerschweiz AG haben für das per Ende Juni 2022 abgeschlossene Geschäftsjahr einen Verlust in Millionenhöhe ausgewiesen. Zudem dürfte der FCL in der Übergangsperiode von Juli bis Dezember, die im Lizenzierungsverfahren mitentscheidend ist, den Verlust nicht gedeckt haben – im Gegenteil. Sprich: Jemand muss für den Fehlbetrag aufkommen oder wenigstens eine Bankgarantie abgeben. Es wird gemunkelt, dass es sich dabei um einen Betrag von rund 5 Millionen Franken handelt.

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Wer bezahlt? Bieri oder Alpstaeg?

Doch die beiden Aktionäre Bernhard Alpstaeg und Josef Bieri zeigen sich nur unter gewissen Bedingungen zahlungsbereit. «Ich habe etwas, was der Verwaltungsrat nicht hat: nämlich Zeit. Klar bin ich immer noch bereit, zu investieren. Aber nicht bevor ich wieder 52 Prozent meiner Aktien und meines Stimmrechts habe», betont Alpstaeg.

Bieri dagegen lässt am Dienstag kurz nach seinem Heimflug aus Marbella vom Flughafen Zürich ausrichten, dass er selbstverständlich noch parat sei, dafür aufzukommen. Wenige Wochen zuvor klang das noch anders. «Sofern keine Lösung gefunden wird … wird Josef Bieri insbesondere keinen Anteil an der im Februar 2023 erforderlichen Garantie für das Lizenzverfahren in der Höhe von womöglich CHF 5 Mio. tragen.»

Dieses Zitat stammt aus einem Schreiben vom 30. November, das Bieris Anwälte an Alpstaeg geschickt haben. Darauf angesprochen meint Bieri, dass dieser Fall eingetroffen wäre, wenn sein Aktionärskollege zum Rundumschlag angesetzt hätte. Das hat der Verwaltungsrat aber am 21. Dezember kurzerhand verhindert, in dem er 25 Prozent von Alpstaegs Aktien aus dem Aktienbuch gestrichen hat.

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FCL macht sich keine Sorgen

Weil Bieri sich derzeit zahlungsbereit zeigt, macht sich die Klubführung dementsprechend keine Sorge um die Lizenz. «Wir werden sie ganz normal für die nächste Saison beantragen. Weiter will ich mich derzeit dazu nicht äussern, weil wir kein mediales Pingpong mit Bernhard Alpstaeg möchten, sondern an einer konstruktiven Lösung interessiert sind», hat sich Stefan Wolf im Interview mit Blick geäussert.

Derzeit sieht es beim FCL also nicht nach einem drohenden Lizenzentzug aus. Ohnehin wäre es ein Horrorszenario für die gesamte Innerschweiz. Die Mitteilung der Entscheide der Lizenzkommission wird für den 1. Mai erwartet. Erhält ein Klub negativen Bescheid, hat er zwei Tage Zeit, um Rekurs einzulegen. Am 26. Mai werden dann die definitiven Entscheide der Liga veröffentlicht.

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