In schwindelerregenden Höhen
CC treibt seinem Team auf einer Hängebrücke die Angst aus

Will der FC Sion im Spiel der Angst gegen Xamax bestehen, dürfen die Walliser weder Schiss haben noch falschspielen. Das hat ihnen CC am Dienstag ausgetrieben.
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Christian Constantin hat sich für seine Leute etwas Besonderes ausgedacht.
Foto: Keystone
Alain Kunz

136 Meter über der Schlucht der Salentse bei Saillon schwebt eine nicht ganz hundert Meter lange Hängebrücke zwischen Bergen und Weinreben: Die Passerelle à Farinet. Wer Höhenangst hat, kommt da nie rüber.

Doch Christian Constantin hat diesen Gang aufs Tagesprogramm genommen, als Symbolbild für das, was am Mittwoch auf die Walliser wartet. Ersatzgoalie Anthony Maisonnial hat Höhenangst. Er zieht sich seinen Pulli über den Kopf. «Komm, Anthony. Mit dem Pulli über dem Kopf verpasst Du diese atemberaubende Aussicht», redet ihm CC gut zu. Er nimmt den Franzosen bei der Hand, schafft es, ihn dazu zu überreden, die Augen zu öffnen. Genossen haben wird er die Aussicht dennoch kaum… Aber er geht rüber.

CC: «Ich habe den Jungs gesagt, dass man sich überwinden muss, will man auf die andere Seite gelangen. Und erhält als Belohnung eine Wahnsinns-Aussicht. Genau so sollen sie das Spiel gegen Xamax angehen.»

«Das war schrecklich» 

Sie sollen keine Angst haben. Aber auch nicht falsch spielen. Wie Joseph-Samuel Farinet, der berühmteste Falschmünzer der Schweizer Geschichte. Der Robin Hood des Wallis, der seine gefälschten 20-Rappen-Stücke dem Bauernvolk schenkte, das dem Papiergeld Ende 19. Jahrhundert misstraute. Ein Drittel aller Münzen sollen über Jahre gefälscht gewesen sein, was wiederum die Gendarmen zur Weissglut trieb.

Eine solche, haute würde man sagen: Fake-Leistung, hatte Sion beim 1:3 in Neuenburg am 9. März abgeliefert. «Das war schrecklich», erinnert sich CC. Angst hat er dennoch nicht. «Aber sehr viel Respekt. Denn Xamax ist im Moment besser als wir. Heisst: Wir brauchen eine hoch seriöse Performance, um den Punkt zu holen, den wir mindestens brauchen.»

Sion muss alles geben

Beim 1:2 in St. Gallen haben sich übrigens die Interimstrainer Christian Zermatten und Sébastien Bichard in bunter Folge an der Linie und beim Reinschreien abgewechselt. Wer hat denn nun das Sagen? CC: «Sie reden viel zusammen. Die Aufstellung machen wir zu dritt, da gebe ich mich auch ein. Aber offiziell ist Christian der Coach.»

Stellt Trainer CC heute besser auf als in St. Gallen, wo Sion nach dem Ausgleich durch Joker Adryan nicht mehr existierte – und folgerichtig noch verlor? «Wir stellen die bestmögliche Mannschaft auf für den Moment, den wir durchleben.» Fast ein bisschen viel Epos für ein Spiel der Angst.

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35
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FC St. Gallen
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3
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14
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21
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5
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6
56
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35
3
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