Was läuft zwischen den beiden? Das sagt Hoarau zu Liebesgerüchten mit Manuela Frey(00:33)

Hoarau spricht über Liebesgerüchte
Darum habe ich mein letztes Shirt Manuela Frey geschenkt

YB c’est fini! Guillaume Hoarau nimmt Abschied von seinem Herzensklub, spricht Klartext über die «unverständliche» YB-Entscheidung. Und: Was ist mit seiner neuen Herzensdame?
Publiziert: 31.08.2020 um 16:06 Uhr
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Aktualisiert: 10.09.2020 um 18:32 Uhr
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Guillaume Hoarau schenkt Manuela Frey nach dem Cupfinal das letzte Shirt. Was läuft da zwischen den beiden?
Alain Kunz

BLICK: Guillaume Hoarau, es ist vorbei. Der letzte Arbeitstag als Angestellter von YB. Das muss ein schräges Gefühl sein.
Guillaume Hoarau: So ist es, Da steh’ ich nun. Und es ist vorbei (singt die Passage, in welcher Frank Sinatra vom Ende und vom «Final curtain» in «My Way» singt, dem letzten Vorhang, der fällt). Es war eine schöne Geschichte. Mein Herz ist gross und ist voller Gefühle für diese unglaublichen sechs Jahre. Das ist die emotionale Ebene. Die sportliche: Ich denke, ich habe einen guten Job gemacht. Vier Titel in sechs Jahren ist sicher nicht schlecht. Und mit dem Cupsieg au revoir sagen zu können, war magisch. Zu hundert Prozent. Auch weil ich Zeit gehabt hatte, die Entscheidung des Klubs zu verdauen. Wenn man mir diese am Vorabend des Finals eröffnet hätte, wäre es ganz anders gewesen. Und den Fans werde ich noch speziell Bye bye sagen. Mit einem musikalischen Gruss.

Wie war die Nacht danach? Kurz?
Es geht. Ich habe doch sechs Stunden geschlafen. Wegen Corona kann man nicht allzu heftig Party feiern. Abgesehen davon bin allmählich zu alt dafür (lacht). Es war eine schöne Nacht. Ich konnte mich von allen verabschieden. Aber es war auch streng. Denn ich habe alles organisiert. Einmal mehr. Und am Ende habe ich noch den Uber-Dienst übernommen und die Jungs nach Hause chauffiert...

Kommen wir auf den Cupfinal zurück: Sie haben ihr letztes YB-Shirt, das wohl Zehntausende von Fans gern gehabt hätten, Manuela Frey geschenkt, die auf der Tribüne sass. Was ist da die Story dahinter?
Das war eine Frage der Kleidergrösse. Sie war die einzige Person, welche die richtige Grösse für dieses Shirt hatte. Mein Cousin war auch hier, aber der ist ein bisschen zu fest gebaut. Er wäre da nie hineingekommen. Die anderen hatten schon zu viel an, weil es kalt war. Sie sagte: Ich kann das Shirt tragen. Also okay, sagte ich ihr... (zwinkert mit dem Auge)

In dieser Viertelstunde hat man gesehen, dass sie noch nicht zum Alteisen gehören. Nach wie vor gilt: Sie wollen unbedingt weiterspielen.
Dass ich meine Karriere fortsetzen will, habe ich im Vorfeld dieses Spiels mehrmals betont. Daran hat sich absolut nichts geändert. Ich hätte das gerne hier in Bern getan. Aber der Klub hat eine andere Entscheidung getroffen, mit der ich nicht einverstanden war. Aber so ist es halt. Die Verantwortlichen haben nachgedacht und sind zu diesem Schluss gekommen, der mich enttäuscht hat. Denn ich will weitermachen. Nicht um mir irgendetwas zu beweisen, sondern weil ich jeden Tag glücklich aufstehe, mir des Privilegs bewusst bin, Profifussballer zu sein. Ich kann die Fussballschuhe doch nicht an den Nagel hängen, weil gewisse Leute wollen, dass ich aufhöre. Solange ich meinem Job mit dieser Leidenschaft und mit diesen Emotionen nachgehen kann, mache ich weiter.

In der Schweiz, das ist mittlerweile klar.
Das ist mein Wunsch, ja. Wir suchen nun nach Lösungen. Mein Agent Michel Urscheler hat bereits einige Anrufe erhalten. Und wenn es hier nicht klappen sollte: Ich habe Anrufe erhalten aus der Türkei, aus Brasilien, aus Australien (grinst). Das Handy klingelt munter und zeigt mir: 36 Jahre ist bloss eine symbolische Zahl. Offenbar hat Erfahrung in diesem Milieu immer noch seinen Platz.

Wir werden Sie also, wenn alles normal läuft, sehr bald in einem anderen Dress hier im Wankdorf einlaufen sehen.
Ich habe die Jungs nach der Entscheidung des Klubs bei jedem Tor im Training aufgezogen und ihnen gesagt: Also wenn ich mit Sion oder Zürich oder wem auch immer hier auflaufe, wird es hart für Euch!

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Wie hart wird es für sie sein, gegen den Klub ihres Herzens zu spielen?
Das ist doch Fussball! Wir werden uns neunzig Minuten lang bekämpfen. und nach getaner Arbeit umarmen. Die Young Boys gehen nun ihren Weg, ich den meinen. Aber wie sagen wir in Frankreich? Nur Berge kreuzen sich nie.

Gabs absolut keine Verhandlungen mit YB?
Nein. Keine Diskussionen. Man kann mir sagen: Okay, Guillaume, du verdienst sehr viel. Zu viel. Diesen Lohn können wir nicht mehr zahlen. Ich wäre bereit gewesen, zu einem tieferen Lohn zu spielen. Man kann sagen: Okay, der ist immer verletzt. Aber ich war doch öfters nicht verletzt und habe Tore gemacht. Einige von denen waren ein paar Millionen Franken wert. Aber es gab keine echte Diskussion. Sportchef Christoph teilte mir den Entscheid mit, dass ich keinen neuen Vertrag erhalten würde, begründete ihn kurz - das wars.

Muss ihr neuer Klub in der Nähe von Bern sein, vielleicht vorzugsweise in der Romandie, wo Französisch gesprochen wird?
Ich bin ein Globetrotter. Ich habe in meiner Karriere sicher schon zehn Mal gezügelt. Alles ist organisiert, dass es ganz schnell gehen kann. Ich will zu einem Klub, bei dem ich mich sofort an die Arbeit machen kann. Egal wo. Die Story hier in Bern ist fertiggeschrieben. Aber ich habe noch ganz viel Tinte in meiner Feder, um weitere Geschichten zu schreiben.

Was an Bern werden Sie vermissen?
Alles. Aber ich sage ja nicht: adieu. Sondern: Au revoir. Auf Wiedersehen.

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