Thun-Captain sieht Rot
FCZ-Youngster tanzt bei Tor-Premiere Slalom

Beim 4:2-Heimsieg des FC Zürich gegen Schweizer Meister Thun trifft Doron Lichtenstein erstmals überhaupt in der Super League.
Kommentieren
1/16
Doron Lichtenstein sorgt für das Tor-Highlight beim Sieg des FCZ gegen Thun.
Foto: Toto Marti

Die Schlüsselszene

Eine halbe Stunde lang tut sich der FCZ richtig schwer. Doch dann hat Spadanuda nach einem gewonnenen Luftduell von Kény auf der linken Seite plötzlich etwas Platz – er nutzt diesen mit seinem platzierten Abschluss zum Ausgleich. Zürich ist plötzlich im Spiel und dreht die Partie noch vor dem Pausenpfiff.

Das Spiel

Das ist dann einfach die pure Effizienz. Aus den ersten drei Abschlüssen aufs Thuner Tor resultieren drei FCZ-Treffer. Letztlich feiert das Team von Marcel Koller nach einem 0:1-Rückstand einen 4:2-Heimsieg.

In der ersten Halbzeit dreht der FCZ innert sieben Minuten das Spiel. Nach dem äusserst sehenswerten Super-League-Premieren-Tor des 20-jährigen Doron Lichtenstein (64.) und der Roten Karte gegen Thuns Captain Jan Bamert (67.) ist der Match definitiv gelaufen.

Von Thun kommt insgesamt zu wenig, um Zählbares aus dem Letzigrund mit nach Hause nehmen zu können. Der gefährlichste einer doch eher bescheidenen Berner Offensive ist noch Simon Lengen. Auch der 20-Jährige trifft erstmals in der Super League – nur ist das für ihn und seine Teamkollegen lediglich ein schwacher Trost.

Die Tore

16. Minute, Simon Lengen, 0:1. Dursuns Kopfball nach einem Corner prallt von FCZ-Kénys Brust zu Lengen. Dieser bekundet am ersten Pfosten keinerlei Mühe, um die Gäste in Führung zu schiessen.

30. Minute, Kevin Spadanuda, 1:1. Was mit einem weiten Abschlag bei Goalie Huber beginnt, endet mit einem platzierten Schuss in die weite Ecke von Spadanuda, der von Emmanuel bedient worden ist. Strannegard gewährt dem Torschützen zu viel Raum.

37. Minute, Bledian Krasniqi, 2:1. Volkens Hereingabe bringt Thuns Roth zwar aus dem Strafraum der Gäste, allerdings landet der Ball bei Krasniqi. Dessen Weitschuss beschert dem FCZ sieben Minuten nach dem Ausgleich die Führung.

64. Minute, Doron Lichtenstein, 3:1. Als wäre er ein Stürmer, tanzt Aussenverteidiger Lichtenstein im Sechzehner Strannegard slalommässig aus und vollendet mit einem strammen hohen Schuss in die nahe Ecke. Ja, kann man mal so machen.

77. Minute, Philippe Kény, 4:1. Zum dritten Mal führt ein FCZ-Angriff über die rechte Seite zu einem Torerfolg. Nach Lichtensteins Pass in die Mitte hält Kény den Fuss entscheidend hin.

90. Minute, Dorian Derbaci, 4:2. Die FCZ-Abwehr hat mit dem Spiel gedanklich schon abgeschlossen. Derbaci betreibt nach Fehrs Hereingabe per Direktabschluss noch Thuner Resultatkosmetik.

Der Beste

Kevin Spadanuda. Trifft mit einem satten Schuss zum Ausgleich. Danach ist er auch an den Toren drei und vier direkt beteiligt. Schade, bleibt sein traumhafter Chipball auf Krasniqi unvollendet.

Der Schlechteste

Tom Strannegard. Beim ersten Tor unterläuft dem Thuner Linksverteidiger ein Stellungsfehler. Viel schlimmer ist aber, wie sich der Schwede beim dritten Gegentor von Lichtenstein austanzen lässt.

Das gab zu reden

Während der Länderspielpause sorgte der lädierte Rasen in der Luzerner Thermoplan Arena für Gesprächsstoff. An diesem Wochenende dürfte sich nun auch die Spielunterlage im Zürcher Letzigrund in einen Acker verwandeln. Denn auf dem Platz, den der FCZ und Thun am Samstagabend im Dauerregen umpflügen, müssen am Sonntagnachmittag GC und YB wieder ran.

Die Schiris

Hajrim Qovanaj hat die Partie jederzeit unter Kontrolle. In der 67. Minute zückt er erst Gelb gegen Bamert, wird dann aber von VAR Mirel Turkes zum Bildschirm gerufen. Dort sieht er, wie der Thuner Captain FCZ-Mittelfeldmann Reichmuth von hinten auf die Wade tritt. Keine Absicht, aber ein grobes Foul – Qovanaj schickt Bamert darum völlig zurecht mit Rot vom Platz.

Die Fans

11’505 Fans bekommen im Letzigrund zwar keinen hochklassigen Fussball zu sehen, dafür aber immerhin sechs Tore.

So gehts weiter

Auf den FCZ wartet am 18. Oktober das Kräftemessen im Cup mit Challenge-Ligist Aarau. Der nächste Super-League-Gegner der Zürcher heisst dann am 24. Oktober Luzern. Thun bestreitet in den kommenden zwei Wochen gleich vier Partien – zweimal in der Conference League (15. Oktober gegen Twente Enschede, 22. Oktober gegen Hajduk Split) und je einmal im Cup (18. Oktober gegen Schaffhausen aus der Promotion League) und in der Super League (25. Oktober gegen Lugano).

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
9
13
19
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
5
Servette FC
Servette FC
10
1
13
6
FC Basel
FC Basel
9
0
13
7
FC St. Gallen
FC St. Gallen
9
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
9
-11
8
11
FC Vaduz
FC Vaduz
9
-3
6
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
9
-8
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen