«So kannst du keinen Profifussball betreiben»
Canepa und Degen schimpfen über TV-Gelder

Im neuen FCB-Format «BOX-TO-BOX» diskutieren David Degen, Ancillo Canepa, Matthias Hüppi und Christoph Spycher u. a. über die Zukunftsfähigkeit der Super League. Ein Problem empört besonders die Bosse vom FCZ und vom FCB: die laut ihnen viel zu niedrigen TV-Gelder.
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In der Auftaktfolge des FCB-Formats «BOX-TO-BOX» diskutieren unter anderem David Degen und Ancillo Canepa über Herausforderungen im Schweizer Profifussball.
Foto: Claudio De Capitani/freshfocus

Zur Premiere des neuen FCB-Formats «BOX-TO-BOX» treffen vier prominente Entscheidungsträger des Schweizer Fussballs aufeinander: FCB-Boss David Degen (43), FCZ-Präsident Ancillo Canepa (73), FCSG-Präsident Matthias Hüppi (68) und YB-Verwaltungsrat Christoph Spycher (48) diskutieren über aktuelle Themen und Herausforderungen im Schweizer Profifussball.

Eines der zentralen Themen, das den Klub-Verantwortlichen dabei unter den Nägeln brennt, ist die internationale Wettbewerbsfähigkeit – und die eng damit verknüpfte Problematik der TV-Gelder.

Canepa und Degen ärgern sich über «lächerliche» TV-Einnahmen

Dass die Schweiz im Uefa-Ranking hinter vergleichbaren Fussballnationen zurückliegt, ist für Canepa kein Zufall. Er stellt klar, dass die finanziellen Rahmenbedingungen für den europäischen Erfolg mitentscheidend sind, und bezeichnet die heimischen TV-Einnahmen damit zusammenhängend als «lächerlich».

Während die Super League im Branchenvergleich gut 20 Millionen Franken an Fernsehgeldern kassiert, streichen die Top-Ligen in Dänemark und Norwegen laut Unterlagen der Uefa von 2024 rund das Doppelte ein, wobei in Norwegen 16 Teams der obersten Liga angehören. Die polnische Ekstraklasa nimmt rund 60 Millionen Franken ein, allerdings hat Polen vier Mal mehr Einwohner als die Schweiz.

Aus Sicht von FCZ-Präsident Canepa ist dies ein gravierender Strukturnachteil: «Mit 20 Millionen TV-Geld kannst du keinen Profifussball in der Schweiz betreiben. Es ist unmöglich.» Wenn sich keine nachhaltige Wende abzeichne, drohe den Schweizer Vereinen in zehn Jahren das Schicksal, reine «Farmklubs» von internationalen Grossvereinen zu werden.

Auch Degen spart nicht an Kritik. Die rund 1,2 Millionen Franken, die ein Klub derzeit erhält, seien im Gesamtbudget schlicht irrelevant. Zwar verweise der Übertragungspartner Swisscom bzw. Blue stets auf Spardruck und Profitabilität, doch der FCB-Präsi sieht dabei ungenutztes Potenzial: «Wenn man an dieser Schraube mal drehen würde, wäre viel mehr möglich.» Wie stark man an dieser Schraube drehen kann, ist allerdings mehr als fraglich. In Frankreich kam es zur Kündigung eines laufenden Vertrages, was die Klubs in finanzielle Nöte brachte, in Österreich brachen die Einnahmen zuletzt um ein Drittel ein.

Fehlende Marktkonkurrenz als Ursache

Als wesentliche Ursache für die schwache Einnahmensituation wird die fehlende Marktkonkurrenz und die Komplexität des Schweizer Marktes ausgemacht. Während Länder wie Dänemark über mehrere private Sender verfügen, fehle in der Schweiz der Wettbewerb unter den Anbietern, so Canepa. Allerdings werden in Dänemark von den beiden Rechtebesitzern sehr hohe Gebühren erhoben.

Während sich Spycher zum Thema bedeckt hält, äussert sich auch Hüppi zurückhaltend: «Bei den Rechte-Einnahmen mache ich mir keine grossen Hoffnungen, weil der Schweizer Fernsehmarkt schon speziell ist.» Er verweist auf die Vielsprachigkeit des Landes, die Business im Vergleich zu einsprachigen Märkten wie Österreich verkompliziere. Dennoch ist für Canepa klar: Die Liga muss ihre Verhandlungsposition künftig härter zementieren und nach Alternativen suchen, um den Schweizer Fussball finanziell zukunftsfähig aufzustellen.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
9
20
25
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
9
13
19
3
FC Sion
FC Sion
9
9
19
4
FC Basel
FC Basel
9
0
13
5
FC St. Gallen
FC St. Gallen
9
-3
13
6
FC Luzern
FC Luzern
9
-1
12
7
FC Zürich
FC Zürich
9
-6
11
8
Servette FC
Servette FC
9
-2
10
9
FC Thun
FC Thun
9
-8
10
10
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
9
-11
8
11
FC Vaduz
FC Vaduz
9
-3
6
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
9
-8
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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