FCL-Ndiaye baut Fussball-Akademie im Senegal auf
«Hoffe, den nächsten Ndiaye zu finden – und einen Sadio Mané dazu»

FCL-Offensivkraft Ibrahima Ndiaye (23) ist bis heute der einzige Fussballer aus seinem Vorörtchen im Senegal, der es zum Profi geschafft hat. Das soll sich ändern. Mit seiner neuen Akademie.
Kommentieren
1/12
Ibrahima Ndiaye (Mitte) bei der Vorstellung der Fussball-Akademie im Senegal, die auf seinen Namen lautet.
Foto: zVg
Marco Pescio

Weit ist es nicht vom Dorf Bountou Ndour in die nächste grössere Stadt Saint-Louis. Es liegt keine zehn Autominuten vor den Toren des «Venedig von Afrika», dessen Zentrum als Insel vom Festland abgetrennt ist – und deshalb seit über 20 Jahren zum Unesco-Weltkulturerbe gehört.

Keine zehn Autominuten. Doch im Senegal sind das manchmal Welten, sagt Ibrahima Ndiaye (23). Der Luzerner Flügelspieler weiss genau, wovon er spricht. Er ist in Bountou Ndour aufgewachsen und bis dato der einzige aus dem Vorörtchen, der den internationalen Durchbruch als Fussballer geschafft hat.

Anderen aus dem Dorf werde manchmal selbst diese geringe Distanz nach Saint-Louis, wo die Chancen auf eine gute fussballerische Ausbildung besser stehen, zum Verhängnis: «Viele Familien können es sich nicht leisten, ihre Kinder mehrmals pro Woche in die Stadt zu schicken. Das wäre mit dem öffentlichen Verkehr viel zu teuer.»

Und genau da wollte Ndiaye im letzten Jahr den Hebel ansetzen. Mit seiner Fussball-Akademie, die gut vereinbar mit der Grundschule ist und sich direkt in Bountou Ndour befindet. Keine weiten Wege, keine zusätzlichen Kosten. Einfach nur Fussball. Und der grosse Profi-Traum.

Drei bis vier Trainingseinheiten pro Woche bietet Ndiaye und seine Entourage vor Ort, bestehend aus Familienmitgliedern und Bekannten, momentan an. Gekickt wird im Sand. Es gibt sowohl eine U13- als auch eine U15-Auswahl.

Zwei Besuche pro Jahr

Einer seiner Cousins würde die Strippen ziehen, sagt Ndiaye. Er selbst ist zweimal pro Jahr vor Ort, um mitzuhelfen. Finanziell natürlich, aber auch mit Material – und schlicht mit seiner Präsenz als Aushängeschild einer fussballverrückten Region.

Ndiaye hat es ohne die Akademie vor der Haustüre vorgemacht, dass der grosse Traum wahrwerden kann. Über Ägypten hat er den Sprung nach Europa geschafft. Erst in die zweite griechische Liga, zu Ergotelis auf Kreta, dann in die Innerschweiz zum FCL, für den er mittlerweile 96 Mal aufgelaufen ist und 21 Tore erzielt hat. Heute kann er seine Bilanz im Heimspiel gegen GC weiter aufpolieren (16.30 Uhr).

Ndiaye strahlt, wenn er über sein Projekt in der Heimat spricht. «Ich bin schon stolz darauf», sagt er etwas verlegen, um dann lachend anzufügen: «Ich hoffe, in der Akademie bald einen nächsten Ndiaye zu finden – und einen wie Liverpool-Star Sadio Mané noch dazu!»

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
35
35
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
35
22
63
3
FC Lugano
FC Lugano
35
14
63
4
FC Sion
FC Sion
35
21
58
5
FC Basel
FC Basel
35
6
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
35
3
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
35
6
46
2
Servette FC
Servette FC
35
4
46
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
35
-9
42
4
FC Zürich
FC Zürich
35
-21
35
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
35
-28
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
35
-53
20
Relegation Play-Offs
Abstieg
Was sagst du dazu?
Alte Kommentare, neues System.
Da wir unser Kommentartool gewechselt haben, kannst du unter diesem Artikel nichts mehr posten. Bei allen neuen Storys kannst du aber wie gewohnt mitdiskutieren.
Meistgelesen