Foto: PIUS KOLLER

Familie floh vor dem Krieg
Das ist der FCB-Superdribbler

Bis 12 kickt Edon Zhegrova auf den Strassen Prishtinas. Dann darf er zur AC Milan ins Probetraining. Und wird seither mit einem ganz Grossen verglichen.
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Edon Zhegrova ist beim FCB Mann der Stunde.
Stefan Kreis

Die Woche beginnt für Edon Zhegrova mit einer Enttäuschung. Statt mit dem FCB zum Europa-League-Spiel nach Krasnodar zu fliegen, muss er in Basel bleiben. Weil die Russen den Kosovo nicht anerkennen, hätte der 20-Jährige nach Belgrad reisen müssen, um ein Visum zu beantragen. «Das wollte ich nicht. Sie kennen die Situation», sagt Zhegrova.

Vom Krieg selbst hat er nichts mitbekommen, die Eltern flüchten vor seiner Geburt aus der Heimat. Klein Edon kommt 1999 im deutschen Herford zur Welt, zwei Jahre später, als der Krieg vorüber ist, kehrt die Familie nach Pristina zurück. Bis 12 kickt der Hochbegabte bloss auf der Strasse. Zhegrova: «Da sagt dir niemand, was du machen sollst, da darfst du dribbeln, wie es dir passt, du bist total frei»

Offensiv besteht kein Zweifel an Zhegrovas Klasse

Und genau das ist heute zum Teil das Problem. Oder um es mit Bernard Challandes, dem kosovarischen Nationaltrainer zu sagen: «Im modernen Fussball sind von einem Offensivspieler auch defensive Aufgaben gefragt. Auch das Liverpool-Duo Salah und Mané arbeitet gegen hinten.» Zhegrova sei aber auf einem sehr guten Weg, so der FCZ-Meistertrainer von 2009.

Offensiv bestehe sowieso kein Zweifel an seiner Klasse. Gegen YB lässt Zhegrova die gegnerischen Spieler wie Slalomstangen stehen, wird mit einem Tor und einem Assist zum Matchwinner. Seit Februar 2019 ist Zhegrova nun schon beim FCB, sowohl in der Rückrunde als auch zu Beginn der Vorrunde sass er aber meist auf der Bank.

«Es war am Anfang nicht einfach für ihn, aber er hat Geduld bewiesen und wird nun belohnt», sagt Challandes. Zhegrova sei besser im Team integriert und treffe auf dem Platz die richtigen Entscheidungen. Wichtig sei, dass er nun bescheiden bleibe und nicht abhebe.

Nicht immer einfach, wenn man schon früh mit einem ganz Grossen verglichen wird. «Kosovo-Messi» nennen sie Zhegrova in der Heimat, weil er mit 12 zur AC Milan ins Training darf. Via Standard Lüttich und Genk landet er beim FC Basel. Der besitzt eine Kaufoption für den Superdribbler, spätestens nach der Leistung gegen YB dürfte klar sein, dass diese gezogen wird.

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21
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5
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