Darum gehts
- Aarau verpasst erneut den Super-League-Aufstieg nach dramatischem Barrage-Rückspiel gegen GC
- Sportchef Zverotic kritisiert Schiedsrichter und verteidigt Trainer Iacopetta trotz Enttäuschung
- Aarau sammelt 80 Punkte, dennoch bleibt der Aufstiegstraum unerfüllt
Es ist nicht das erste ganz grosse Barrage-Drama, das Elsad Zverotic (39) durchleben muss. Vor sieben Jahren stand er gegen Xamax noch selbst auf dem Platz, als die Aarauer im Rückspiel ein 4:0-Polster aus der Hand gaben. Auch weil ausgerechnet Zverotic im Penaltyschiessen als einzigem Schützen die Nerven versagten. Dieses Mal muss er als Sportchef des FCA von aussen mitansehen, wie der Challenge-League-Klub ein weiteres Mal die Rückkehr in die Super League verpasst.
«Wir wussten, dass es schwierig wird. Aber ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen. Man darf nicht erwarten, dass wir nach Zürich kommen und hier den Gegner an die Wand spielen. Wir haben alles reingeworfen», findet Zverotic. Damit mag der Sportchef recht haben. Genau wie mit der Aussage, dass die insgesamt 80 gesammelten Punkte gleichbedeutend mit einer historischen Aarauer Saison sind.
Dritte Aufstiegschance der Saison vergeben
Und trotzdem haben die Aarauer im Barrage-Rückspiel ein weiteres Mal eine grosse Chance liegengelassen. Schliesslich kann der Aussenseiter nach dem Platzverweis gegen GC-Stürmer Lee rund 20 Minuten in Überzahl auflaufen – bis er sich in der Verlängerung ebenfalls eine Rote Karte einhandelt. Für diesen Schiedsrichter-Entscheid hat Zverotic aber nur wenig Verständnis: «Wenn es dafür eine Rote Karte gibt ... Er sieht den Gegenspieler nicht einmal. Leider war das eine Fehlentscheidung gegen uns», findet er.
Doch beim FCA wird man sich rückblickend nicht nur über die Schiedsrichterleistung im Rückspiel ärgern. Vor einer Woche verspielte man im letzten Challenge-League-Spiel gegen Yverdon eine 2:0-Pausenführung und verpasste dadurch den direkten Aufstieg. Am Montag kam man im Hinspiel gegen GC zu Hause trotz der klar besseren Chancen nicht über eine Nullnummer hinaus.
«Am Ende haben wir das von uns vorgegebene Ziel verpasst», gibt Zverotic zu. Obwohl man nun zum zweiten Mal in Folge in der Barrage an den Hoppers gescheitert ist, stärkt er seinem Trainer Brunello Iacopetta (41) den Rücken: «Er macht einen überragenden Job. Wir gehen mit ihm in die Zukunft», so der FCA-Sportchef.
Aarau-Trainer sieht grossen Fortschritt
Auch Iacopetta sieht keinen Grund, seine Arbeit auf dem Brügglifeld aufzugeben. «Es ist extrem bitter, dass wir den Aufstieg verpasst haben. Aber in erster Linie müssen wir stolz sein, dass wir so eine Saison gespielt haben», findet der Aarau-Coach. Im Vergleich zum Vorjahr habe sein Team einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht. «Das war einen grossen Unterschied zur letzten Barrage. Das zeigt, dass wir das eine oder andere richtig gemacht haben», erklärt Iacopetta.
Das zeigt sich nicht nur an der Leistung der Aarauer, sondern auch am Resultat. Im Vorjahr war das Duell schon nach einem 0:4 im Hinspiel erledigt gewesen. Dieses Mal musste die Verlängerung des Rückspiels für eine Entscheidung herhalten. Dort hat dem Unterklassigen am Ende nur ganz wenig gefehlt. Das Warten auf die Rückkehr in die Super League geht für «die Unaufsteigbaren» am Ende aber trotzdem weiter.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |

