Espen-Coach ist 100 Tage im Amt
So viel Zeidler steckt noch in Maassens FCSG

Vor 100 Tagen startet Enrico Maassen (40) ins Espen-Abenteuer. Was der neue Trainer verändert hat. Und wieviel Zeidler noch im Kybunpark rumgeistert.
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Enrico Maassen ist an der Seitenlinie ruhiger als sein Vorgänger Peter Zeidler.
Foto: Anadolu via Getty Images
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Stefan KreisReporter Fussball

Eines muss man Peter Zeidler lassen: Langweilig ists selten geworden, solange der Trainer in St. Gallen an der Seitenlinie stand. Die Gegner nervten sich am ewigen Rumgehampel, die eigenen Anhänger verehrten ihren Coach als emotionsgeladenen Temperamentsbolzen.

Davon ist Zeidlers Nachfolger Enrico Maassen weit entfernt. Selbst am Samstag, im hitzigen Prestige-Duell gegen den FC Luzern (2:3) behält der FCSG-Coach die Nerven, lässt sich nicht provozieren, bleibt trotz aufgeladener Affiche und Last-Minute-Pleite fair.

Es ist nicht der einzige Punkt, der den in Wismar aufgewachsenen Ostdeutschen von seinem süddeutschen Kollegen Zeidler unterscheidet.

Zum einen hat der 40-Jährige bereits in seinem ersten Jahr geschafft, was seinem Vorgänger in sechs Jahren verwehrt geblieben ist: eine internationale Gruppenphase. Während Zeidler in zwei Versuchen erst an den Norwegern aus Sarpsborg und dann an AEK Athen scheiterte, eliminierte Maassen mit Tobol Kostanay, Slask Wroclaw und Trabzonspor gleich drei unangenehme Gegner.

Allgemein ist dem ehemaligen Augsburg-Trainer der Start in die Saison gelungen. Gewinnen die St. Galler am Dienstag das Nachtragsspiel zu Hause gegen den FCZ, ist die Tabellenspitze bloss noch einen Punkt entfernt. Und im Cup steht man im Achtelfinal.

Zeidler hat riesigen Anteil

Trotzdem steht fest, dass der aktuelle Erfolg auch weiterhin untrennbar mit Zeidler verbunden bleiben wird. Weil er die aktuelle Mannschaft mitaufgebaut hat, das Gerüst um Görtler und Quintillà seit Jahren steht, der FCSG eine Philosophie vertritt. Und mit Maassen einen Trainer geholt hat, der eine ähnliche Art von Vollgas-Fussball spielen lässt. Ein Blick auf die Zahlen untermauert dies. Unter Maassen hat der FCSG etwas mehr als 50 Prozent Ballbesitz. Über 80 Prozent der Pässe kommen an, knapp die Hälfte aller Zweikämpfe werden gewonnen. Ähnliche Statistiken wie in der Saison zuvor unter Zeidler.

Besser geworden ist die defensive Absicherung. Während der FCSG unter Zeidler nicht selten ins offene Messer gelaufen ist, hat Maassen die Abwehr bislang stabilisiert. Luft nach oben haben die Espen noch im Verwalten von Führungen. Am Samstag gegen den FCL gibts trotz 2:0 zur Pause noch eine Pleite. Und für FCL-Coach Mario Frick die Möglichkeit, Seitenhiebe zu verteilen. «Wir haben St. Gallen sowohl physisch, wie auch taktisch geschlagen», so der FCL-Coach

Es ist ein Satz, den Maassens Vorgänger Peter Zeidler wohl zur Weissglut getrieben hätte. Maassen aber bleibt cool. Der bislang offensichtlichste Unterschied zu seinem Vorgänger.

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Brack Super League 25/26
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
22
22
49
2
FC Lugano
FC Lugano
22
11
40
3
FC St. Gallen
FC St. Gallen
21
14
38
4
FC Basel
FC Basel
22
8
36
5
FC Sion
FC Sion
22
6
33
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
22
-2
32
7
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
22
2
28
8
Servette FC
Servette FC
22
-5
25
9
FC Zürich
FC Zürich
22
-11
25
10
FC Luzern
FC Luzern
22
-3
23
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
22
-11
19
12
FC Winterthur
FC Winterthur
21
-31
13
Meisterschaftsrunde
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