Erster Stichtag im Aktionärsstreit naht
Wirft Alpstaeg den FCL aus dem Stadion?

In zwei Wochen muss der FC Luzern seine Lizenzbewerbung bei der Liga einreichen. Doch noch hat der Klub keine Erlaubnis von Alpstaeg, dass er in der nächsten Saison wieder in der Swissporarena spielen darf.
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Spielt der FC Luzern auch nächste Saison in der Swissporarena?
Foto: Andy Mueller/freshfocus
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Carlo Emanuele FrezzaReporter Fussball

Um ein Thema kommt an der «Lozärner Fasnacht» keiner herum: Bernhard Alpstaeg (77) und sein Zerwürfnis mit Mitaktionär Josef Bieri (65) und dem Verwaltungsrat vom FC Luzern.

Seit Monaten zieht sich der Streit auf der Luzerner Allmend hin. Immer mehr Nebenschauplätze kommen dazu. Aktuell tobt jetzt der Zoff ums Stadion.

Will der FCL in der nächsten Saison nämlich weiterhin in der Swissporarena spielen, braucht er die Erlaubnis der Stadion Luzern AG und damit zwingend die Unterschrift von Arena-Besitzer Alpstaeg, weil dieser 60 Prozent der Aktien hält.

Wirft Alpstaeg seinen FCL raus?

Vergangene Woche liess der Luzerner Stadtrat verlauten, dass er konkrete Hinweise darauf habe, dass Alpstaeg die Erteilung dieser Unterschrift verweigern könnte.

Wirft Alpstaeg also seinen FCL aus dem Stadion? Sein Sprecher Sacha Wigdorovits sagt: «Der Verwaltungsrat der Stadion Luzern AG hat bisher noch keinen Entscheid über die Spielerlaubnis für die Saison 2023/24 gefällt.» Dass Alpstaeg die Swissporarena als Druckmittel gegen die aktuelle Führung nutzt, scheint unbestritten.

Luzern könnte ins Exil gehen

Der FCL rüstet sich für diesen Fall. Laut Blick-Infos ist man gut vorbereitet, sollte sich der 77-Jährige tatsächlich querstellen. Theoretisch könnte sich der FCL nach einem anderen Stadion umsehen, dass die Vorgaben der Liga – auch nur für ein Jahr – erfüllt. Ein solches wäre zum Beispiel die Gersag-Arena in Emmenbrücke.

Verschiedene Szenarien werden in Fan-Kreisen derzeit unter dem Thema «wo tragen wir die Heimspiele 2023/24 aus?» rege diskutiert. Darunter sind teils auch sehr kreative Ansätze, wie ein Umzug nach Aarau ins Brügglifeld.

Nimmt die Stadt Alpstaeg das Stadion weg?

Wesentlich besorgter ist Luzerns Stadtpräsident Beat Züsli (SP, 59). Sollte Alpstaeg nicht unterschreiben, sei man bereit, rechtliche Schritte einzuleiten. Und die haben es in sich. «Im Baurechtsvertrag ist formuliert, für welchen Zweck das Stadion dient», erklärt Züsli. Sollte die Swissporarena leer bleiben, weil der FCL keine Lizenz für die Saison 23/24 erhält, sei das eine erhebliche Vertragsverletzung. «Dann käme die sogenannte Heimfall-Klausel zum Zug. Das ist aber ein extremer Notnagel», stellt er klar.

In einem solchen Fall würde der Baurechtvertrag vorzeitig beendet. Und damit fiele das Grundstück mitsamt Stadion an die Stadt zurück. Alpstaeg erhielte dann eine Entschädigung. Noch ist alles Theorie. Züsli zufolge soll es auf keinen Fall so weit kommen. Daher hat er den streitenden Parteien Vermittlungsdienst angeboten. Wie, wann und an welchem Schauplatz sich der Streit aber fortsetzt, ist völlig offen.

In zwei Wochen braucht der FCL ein Stadion

Problematisch dabei ist, dass die Zeit drängt. Spätestens am 2. März muss die Klubführung um Stefan Wolf ihre Bewerbung für die Lizenz bei der Liga eingereicht haben. Und dazu muss der FCL unbedingt ein Stadion haben, das tauglich für die Super League ist.

Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
35
35
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
35
22
63
3
FC Lugano
FC Lugano
35
14
63
4
FC Sion
FC Sion
35
21
58
5
FC Basel
FC Basel
35
6
56
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
35
3
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
35
6
46
2
Servette FC
Servette FC
35
4
46
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
35
-9
42
4
FC Zürich
FC Zürich
35
-21
35
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
35
-28
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
35
-53
20
Relegation Play-Offs
Abstieg
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