Erst Hypnotiseur, jetzt Abstiegskampf
GC-Spieler mussten sich gegenseitig anschreien

GC und Winterthur sind die Krisenklubs der Liga und machen den direkten Absteiger unter sich aus. Beide setzten in dieser Saison auf den gleichen Mentaltrainer. Der erhoffte Effekt blieb aus.
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Fussball ist Kopfsache.
Foto: Pius Koller

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • GC setzt auf Hypnose für mentale Stärke, Erfolg bleibt jedoch aus
  • Spieler übten mit Shaolin-Kämpfer Schwerthandhabung für Abstiegskampf
  • GC droht zwei Runden vor Schluss direkter Abstieg mit nur 1 Punkt Vorsprung
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Christian FinkbeinerStv. Fussballchef

Mentaltraining gehört inzwischen zum Alltag im Spitzensport. Vor allem Einzelsportler tauschen sich regelmässig mit Spezialisten aus: Denn ganz an der Spitze macht oft der mentale Aspekt den Unterschied zwischen Sieg und Niederlage. Der vierfache Skisprung-Olympiasieger Simon Ammann griff schon früh in seiner Karriere auf die Expertise des Sportpsychologen Hanspeter Gubelmann zurück. Der im letzten Sommer verstorbene und langjährige Swiss-Olympic-Sportpsychologe Jörg Wetzel war ein wichtiger Faktor bei den Olympiasiegen der Schützinnen Nina Christen (2021) und Chiara Leone (2024).

Nicht der erhoffte Effekt

Auch GC suchte in dieser Saison regelmässig Hilfe, um mental auf der Höhe zu sein – doch der Effekt blieb aus. Der Rekordmeister zählte auf die Expertise des Hypnotiseurs Hansruedi Wipf, Inhaber und Präsident des von ihm gegründeten Netzwerks Omni Hypnosis international.

Vor einem Monat, nach dem 2:0-Sieg von GC gegen Winterthur auf der Schützenwiese, postete dieser: «Ein wichtiger Sieg dann, wenn es wirklich zählt, dann, wenn es nur noch null oder 100 gibt – die richtigen Emotionen zum richtigen Zeitpunkt. Danke, Grasshoppers, für das Vertrauen in meine Arbeit mit der Omni-Sporthypnose. Auf und weiter gehts!»

Doch seither ging es bei den Hoppers noch mehr bergab. Es folgten das blamable Cup-Out im Halbfinal gegen das unterklassige Stade-Lausanne-Ouchy (0:2) sowie die drei Niederlagen in der Liga gegen Luzern (1:2), Servette (0:2) und am Samstag im Derby gegen den FCZ (1:2). Die Folge: Auch zwei Runden vor Schluss ist die Gefahr des direkten Abstiegs noch immer nicht gebannt. Und verlieren die Hoppers auch heute gegen Winterthur, geht GC mit nur einem Punkt Vorsprung in die letzte Runde am Samstag.

Rahmen und Zeidler verzichten darauf

Brisant: Wipf war in dieser Saison bereits beim heutigen Gegner und Schlusslicht Winterthur tätig. Im Lauf der Vorrunde nahm der Hypnotiseur einige Termine mit den Kickern von der Schützenwiese wahr. Nach dem Trainerwechsel – Patrick Rahmen übernahm Ende Oktober für den entlassenen Uli Forte – habe sich die Mannschaft aber gegen eine Weiterführung der Zusammenarbeit ausgesprochen. Der Effekt sei nicht der gewünschte gewesen. 

Laut Blick-Informationen waren auch bei GC nicht alle von den Methoden angetan, zumal die Spieler verpflichtet wurden, an diesen Sessions teilzunehmen. Einige sollen sich amüsiert, andere sich genervt haben, wenn sie zusammen in einem Kreis sitzen und sich gegenseitig anschreien mussten: «We are winners.» Auch andere Methoden wurden getestet. So soll in den letzten Wochen mit einem Shaolin-Kämpfer der Umgang mit Schwertern geübt worden sein, um sich mental für den Abstiegskampf zu rüsten.

Unter dem neuen Trainer Peter Zeidler sind weitere solche oder ähnliche Sitzungen nicht geplant. Nicht dass der Deutsche, der sich mit Wipf telefonisch ausgetauscht hat, per se solchen Methoden abgeneigt ist. «Aber wir dürfen die Spieler in der momentanen Situation nicht überfrachten.» Er wolle beim Inhalt bleiben und nicht nur emotionalisieren. «Wir konzentrieren uns auf den Fussball», so Zeidler. Mit einem Sieg oder Remis wäre zumindest einmal die Barrage und damit das erste Etappenziel erreicht.

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