Er heisst Bill Pan
Dieser Chinese räumt jetzt bei GC auf

Er zeigte sich am Zürcher Derby erstmals in der Öffentlichkeit. Bill Pan nimmt für die chinesischen GC-Besitzer den Klub unter die Lupe.
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Ein Erinnerungsfoto aus dem Letzigrund: Der Fosun-Abgesandte Bill Pan analysiert nach dem Rücktritt von GC-Präsident Sky Sun den Klub.
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Wer aus China nach Zürich kommt, um GC intern zu durchleuchten, schaut sich selbstverständlich auch ein Spiel an. Der Spielplan will es, dass Bill Pan das stimmungsvolle Derby gegen den FCZ erwischt und nicht einen der tristen GC-Abende im Letzigrund.

Bill Pan? Der Chinese hat sich wie viele Landsleute mit Berührungspunkten im Ausland einen englischen Vornamen verpasst. Pan ist im Firmen-Konstrukt von GC-Besitzer Fosun ein hohes Tier und wurde nach der Demission von Präsident Sky Sun in die Schweiz geschickt, um den Klub unter die Lupe zu nehmen.

Das Derby schaut sich Pan in einer Loge mit GC-Vizepräsident Andras Gurovits an, der nach Suns Abgang interimistisch Präsident ist. «Die erste Halbzeit hat ihm natürlich besser gefallen», sagt Gurovits über den Matchbesuch mit dem Fosun-Abgesandten.

Bill Pan analysiert das Innenleben von GC

Während drei Wochen weilt Pan bei GC. Er soll erörtern, in welchem Zustand Sun den Klub hinterlassen hat und welches Profil Suns Nachfolger haben soll. Anders gesagt: Der Chinese räumt bei GC auf. Gurovits: «Bill redet mit allen Leuten, um ein eigenes Bild zu bekommen.»

Für die Zukunft von GC ist also matchentscheidend, welchen Bericht Pan nach China schickt. Und welche Empfehlungen er abgibt. Pan soll Milliardär und Fosun-Boss Guo Guangchang nahestehen. Guangchangs Frau Jenny Wang ist ja offiziell mit der Fosun-nahen Firma Champion Union HK Holdings Limited die Besitzerin.

Für Gurovits ist klar, wohin GC steuern muss. «Wir müssen bei der Zielsetzung realistischer sein und brauchen mehr Swissness, mehr Zürich und mehr GC», sagt der Anwalt, der im Stadion und bei TV-Auftritten auf einen Anzug verzichtet und sich mit GC-Cap volksnah gibt.

Swissness ist in Wirklichkeit Entscheidungshoheit

Doch auch wenn Gurovits von Swissness spricht. Es geht in Wirklichkeit nicht um Schweizer Pässe, sondern um die Entscheidungsgewalt. Wird unter Suns Nachfolger weiterhin in China und Wolverhampton über GC entschieden oder soll der Klub autonomer werden?

Gurovits hofft, dass nach der gescheiterten Sun-Fernsteuerung und des Millionen-Verlustes ein Umdenken zu mehr GC-Eigenständigkeit erfolgt: «Ich stosse bei Pan auf offene Ohren. Mehr Autonomie ist realistisch – aber natürlich unter Berücksichtigung, dass der Klub in chinesischen Besitz bleibt.»

Allerdings bleibt es auch weiterhin eine Option, dass Bill Pan in geheimer Mission den Verkauf von GC an einen neuen Investor vorbereitet. Und die Zürcher Fraktion um Gurovits und Co. vor vollendete Tatsachen gestellt werden.

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