Darum gehts
- Nach zwei 2:1-Siegen in Bern geht St. Gallen wieder mal mit leeran Händen nach Hause
- Espen-Coach Enrico Maassen lobt Lugano und YB, die in eigener Liga spielten
- Captain Lukas Görtler bemängelt den mangelnden Mut seines Teams
So richtig wussten sie nicht, was sie sagen sollten auf St. Galler Seite, nachdem es in Bern die vor dem 19. Oktober 2025 übliche Schlappe abgesetzt hatte. Damals hatten die Espen im Wankdorf erstmals seit 20 Jahren wieder gewonnen. Eine der längsten Serien im Schweizer Fussball war damals zu Ende gegangen. Und im April dieses Jahres hatten die Ostschweizer gleich noch einen draufgesetzt mit einem weiteren 2:1 in Bern.
Lob über den Klee von Grünweiss für Gelbschwarz
Doch da traf man auf das YB der letzten Katastrophensaison. Die aktuelle Mannschaft der Berner hat nichts mehr mit der damaligen zu tun. Diese hier tritt ganz anders auf. Das musste auch Espen-Trainer Enrico Maassen anerkennen. «Das war das beste YB, das ich seit meiner Zeit bei St. Gallen gesehen habe. Enorm dynamisch.» Maassen ist nun doch schon seit 17. Juni 2024 Chef von Grünweiss. «Aber ärgerlich ist es dennoch, denn wir haben weniger zugelassen als bei unseren Siegen in der Vergangenheit. Und die beiden Tore sind auf Standards gefallen. Aber wir waren nicht durchschlagskräftig genug. Auch weil die beiden Innenverteidiger von YB ein Riesenspiel gemacht haben.»
Görtler: «War nicht der Plan, uns hinten so reinzustellen»
Aber natürlich gabs auch in den eigenen Reihen Dinge zu bemängeln. Zum Beispiel eine zu grosse Reserviertheit bis zum ersten Gegentreffer nach einer Stunde. «Wir haben gut verteidigt. Aber wenn man ständig unter Druck steht, fällt auch einmal einer rein», erläutert Lukas Görtler. «Aber das war nicht unser Plan, uns so tief reinzustellen und so wenig mit dem Ball zu machen. Das hat sich so ergeben, von Anfang an. Wir hatten wenig Angriffe, um auch mal Luft zu schnappen. Wir hätten von Beginn weg mutiger sein sollen. Dann hätten wir das Spiel offener gestalten können. So ist es ärgerlich, heimzufahren mit dem Gefühl, es wäre mehr dringelegen.»
Das mit dem fehlenden Mut hänge auch mit dem Auftreten des Gegners zusammen, so Maassen. «Grundsätzlich hatten wir uns schon vorgenommen, auch mutig zu sein. Aber viele Bälle waren schnell weg. Und so war das Gefühl nicht so da, in der letzten Linie zu spielen. Wir haben in der Vergangenheit gezeigt, dass wir es besser können.»
Maassen sieht YB wegen Lugano-Dreifachbelastung im Vorteil
Insgesamt also gibt es viel Lob für YB seitens von Maassen, aber: «Ich habe von Anfang an gesagt, dass Lugano und YB die Favoriten sind. Das zeigen sie. Beide sind sehr dominant und haben ein starkes Kader, wenn man sieht, was sie von der Bank bringen.» Und wen sieht er in diesem Rennen im Vorteil? Lugano hat die Dreifachbelastung. YB nicht. Das ist ein grosser Vorteil. Die beiden Teams spielen in einer eigenen Liga. Dahinter ist es sehr eng. Da muss man sich Woche für Woche strecken.»
In der Tat. Nach der Niederlage in Bern steht St. Gallen trotz der zwei Siege in den beiden Spielen zuvor bereits wieder am Strich, nachdem Servette und der FCZ gewonnen haben.
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano 0:0 | 11 | 24 | 29 | |
2 | BSC Young Boys | 11 | 17 | 25 | |
3 | FC Sion | 10 | 6 | 19 | |
4 | FC Zürich | 11 | -3 | 17 | |
5 | Servette FC | 11 | 2 | 16 | |
6 | FC St. Gallen | 11 | -4 | 16 | |
7 | FC Basel | 10 | -3 | 13 | |
8 | FC Luzern | 11 | -6 | 12 | |
9 | FC Thun 0:0 | 11 | -10 | 11 | |
10 | FC Vaduz | 11 | -1 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 10 | -13 | 8 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 10 | -9 | 6 |