Darum gehts
- Christian Fassnacht erzielt gegen den FCZ seinen zweiten Hattrick für YB
- YB mit Rekord: 3,8 Tore pro Spiel nach sechs Partien
- Trotz 11 Gegentoren bleibt YB-Meisterschaftsambition mit effizienter Offensive bestehen
Die Unterschiede sind frappant! Letzte Saison konnte ein nominell prima besetztes YB-Team machen was es wollte, und doch schaute am Ende oft nichts Zählbares heraus. Ganz anders diese Saison. Das meiste läuft wie geschmiert. Vieles wie von selbst, mit scheinbarer Leichtigkeit. Vor allem das Toreschiessen: fast vier Goals im Schnitt nach sechs Spielen. Das ist absoluter Super-League-Rekord. Und dabei hat der Torschützenkönig das Toreschiessen erst jetzt aufgenommen.
Neuaufbau nach WM und Erholungspause
Christian Fassnacht (32) war nach fünf Runden noch torlos. Klar, die ersten Spiele wurde er geschont. Trainer Gerardo Seoane erklärt: «Fasi war sieben Wochen mit der Nationalmannschaft unterwegs und hatte dann zwei Wochen Ferien. Da war eine Aufbauphase nötig mit Teileinsätzen.» Zum ersten Mal von Beginn weg dabei war er am Samstag gegen Basel. 68 Minuten spielte er, vergab eine Grosschance. Und am Dienstag gegen den FCZ? Seoane klärt auf: «Auch in Zürich waren rund siebzig Minuten vorgesehen. Aber er hat sich wohlgefühlt und die drei Tore haben ihm Auftrieb gegeben. Also liessen wir ihn auf dem Platz.»
Adrenalingeschwängert spielt Fassnacht durch
Und so spielte er durch, voller Adrenalin nach seinem Hattrick. Womit er gleich auf Platz zwei der Torschützenliste vorgeprescht ist. Samuel Essende, der dreifache Vorbereiter der «Fasi»-Tore, hat 5-mal getroffen. Gleich neun Spieler dreimal. War dieser Hattrick Fassnachts erster? «Nein. Ich habe schon mal dreifach getroffen, in Genf gegen Servette.» Auch für YB? «Klar, manch anderen Klub habe ich nicht gehabt.» Genau genommen einen, den FC Thun. Da hat er 10 Tore gemacht. Aber nie doppelt getroffen, geschweige denn dreifach.
Der YB-Wahnsinnsschnitt liegt nun bei 3,8 Toren pro Spiel. Und doch hat YB ein Problem, wie Fassnacht erklärt: «Wer wenige Tore kassiert, gewinnt Meisterschaften. Von daher haben wir da am meisten Aufarbeitungsbedarf.» Was muss denn da besser werden? «Wir dürfen nicht hektisch werden. Es sollte okay sein, wenn man mal ein Tor bekommt. Wir müssen uns sagen: Hey, da bricht keine Welt zusammen. Einfach weiterspielen. Während wir letzte Saison nach Gegentoren zerfallen sind. Unser Mindset muss sein: Man kann nicht immer alles verteidigen.»
Und dann bleiben auch Sanches und Virginius
Das bedingt eine gewisse Lockerheit. Und die ist bei YB weiss Gott da. Auch wenn am Schluss in der Abwehr wieder vieles nicht gut war. «Letzte Saison wäre das Spiel wohl vier zu vier ausgegangen …» Diesmal nicht. «Aber wir müssen an den Details arbeiten, um wieder mal zu Null zu spielen.» Auch wenn die hohe Zahl von elf Gegentoren in sechs Spielen fast irrelevant erscheint, wenn YB so weiterballert. «Unsere Angriffsmaschinerie läuft», so Fassnacht. Nur: bleibt das weiter so, in jedem Spiel? «Ich hoffe es und sehe keinen Grund, warum nicht… Aber wir müssen demütig bleiben. Kaufen können wir uns noch nichts.»
Nein. Aber man kann feststellen: Die Torproduktion geht ungebremst weiter. Und Alvyn Sanches wie auch Alan Virginius bleiben YB fürs Erste erhalten. Nun trifft auch der Torschützenkönig. Die Konkurrenz muss sich immer wärmer anziehen. Trotz dreissig Grad.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | BSC Young Boys | 6 | 12 | 14 | |
2 | FC Lugano | 4 | 10 | 12 | |
3 | FC Basel | 5 | 3 | 10 | |
4 | FC St. Gallen | 4 | 1 | 7 | |
5 | FC Sion | 4 | 1 | 6 | |
6 | FC Thun | 4 | -5 | 6 | |
7 | FC Zürich | 6 | -7 | 6 | |
8 | FC Lausanne-Sport | 5 | -1 | 5 | |
9 | FC Luzern | 5 | -4 | 5 | |
10 | Servette FC | 4 | -1 | 4 | |
11 | FC Vaduz | 5 | -2 | 3 | |
12 | Grasshopper Club Zürich | 4 | -7 | 1 |

