Spielmacher falsch eingesetzt?
Die Antwort auf das Luzerner Di-Giusto-Rätsel überrascht

Matteo Di Giusto muss unter Udo Portmann auf dem linken Flügel spielen. Dort scheinen seine Qualitäten verschenkt. Aber die Daten geben dem Trainer recht. Zumindest teilweise.
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Darum gehts

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Florian RazReporter Fussball

Es ist das grosse Thema rund um den FC Luzern: Werden die Fähigkeiten von Matteo Di Giusto (26) verschenkt? Udo Portmann (49) stellt seinen Spielmacher jeweils auf den linken Flügel. Der Vorwurf an den FCL-Trainer: An der Seitenlinie ist der feine Techniker zu wenig ins Spiel eingebunden. Seine Qualitäten als Vorbereiter und Torschütze würden im Zentrum besser zur Geltung kommen.

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Wird er auf dem Flügel verschenkt? Matteo Di Giusto, Spielmacher des FC Luzern.
Foto: Martin Meienberger/freshfocus

Portmann kennt die Kritik. Der FCL-Trainer hört sie seit Saisonstart regelmässig. Trotzdem sagt er nach dem 1:2 beim FC Zürich: «Diese Frage verunsichert mich keineswegs.» Warum nicht? «Weil ich weiss, dass Matteo in der letzten Saison die meisten Skorerpunkte von dieser Position aus erzielt hat.»

Die Daten zeigen, wer recht hat

Eine Schutzbehauptung? Keineswegs! Das zeigt ein genauer Blick auf die Statistiken des Blick-Datenlieferanten Statsbomb. Der Vergleich seiner Einsätze nach Position zeigt: In der abgelaufenen Spielzeit war Di Giusto tatsächlich weitaus am produktivsten, wenn er im linken Mittelfeld eingesetzt wurde.

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Es läuft nicht in Luzern:«Das ist doch das Thema bei Matteo Di Giusto»

Und das nicht nur mit Blick auf die reinen Skorerpunkte. Passqualität, Abschlüsse, Vorlagen zu Torschüssen: Überall schnitt er auf links besser ab, als wenn er im Zentrum als Spielmacher spielen durfte.

Besonders krass ist der Unterschied bei der Wahl seiner Schüsse. Als Zentrumsspieler ging Di Giusto oft in den Abschluss, obwohl ein Pass die bessere Wahl gewesen wäre. Von links schlich er sich dagegen immer wieder in beste Positionen in der Mitte.

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Ist das Di-Giusto-Dilemma damit also gelöst? Portmann macht alles richtig – und weiter so? Die Antwort ist aus Luzerner Sicht leider etwas komplizierter. Weil etwas passiert ist zwischen der letzten und der aktuellen Saison: Zwar ist seine Passqualität noch einmal angestiegen. Aber der offensive Einfluss von Di Giusto ist in den Keller gerasselt. Und das, obwohl er immerhin schon drei Tore und drei Assists auf dem Konto hat.

Ins Auge fällt: Die Wahl seiner Schusspositionen ist miserabel. Sie ist sogar so schlecht, dass Di Giustos Abschlüsse im Schnitt laut Statsbomb derzeit dafür sorgen, dass die Chance auf ein Luzerner Tor sinkt. Der Grund: Di Giusto kommt anders als letzte Saison kaum mehr aus zentralen Positionen in den Abschluss. Er schiesst von weit links aussen – von wo es schwieriger ist, Tore zu erzielen.

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Ist also doch die Taktik das Problem? Portmann lässt anders als Vorgänger Mario Frick (52) nicht mit einer Raute spielen. Sondern mit einem flachen Vierermittelfeld. Kommt Di Giusto deswegen weniger ins Zentrum?

Blick-Experte Pascal Schürpf (37) erklärt dazu im Podcast FORZA!: «Di Giusto beginnt vielleicht auf der Seite, aber er kann sich ja immer wieder in die Mitte fallen lassen. Das ist halt auch ein wenig die Eigenverantwortung der Spieler.»

Di Giusto selber sagt: «Ich versuche, so oft wie möglich die Zwischenräume zu suchen, wo ich etwas kreieren kann. Ich bin überzeugt, dass ich der Mannschaft dort am besten helfen kann. Das weiss der Coach ja auch.»

Stimmt, bestätigt Portmann. Und verweist seinerseits darauf, dass er seinen Feintechniker ja nicht an eine Kette lege: «Matteo hat alle Freiheiten in der Offensive.»

Zusammengefasst: Der Experte fordert, dass Matteo Di Giusto im Spiel von links ins Zentrum zieht. Der Spieler will es. Und der Trainer offenbar auch. Warum es dann trotzdem nicht klappt? Klar ist: Will der FCL eine Chance auf die Top 6 haben, muss er das Di-Giusto-Rätsel lösen. Am besten eher heute als morgen.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
11
25
31
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
11
17
25
3
FC Sion
FC Sion
11
7
22
4
FC Zürich
FC Zürich
11
-3
17
5
Servette FC
Servette FC
11
2
16
6
FC St. Gallen
FC St. Gallen
11
-4
16
7
FC Basel
FC Basel
11
-3
14
8
FC Luzern
FC Luzern
11
-6
12
9
FC Thun
FC Thun
11
-11
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
11
-1
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
11
-13
9
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
11
-10
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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