Nach 45 Minuten sind alle Zürcher zwischen ungenügend und schlecht. Es ist ein Krampf, was das Team gegen Winterthur anbietet. Dann kommt Dirk Abels mit einem Verzweiflungsschuss – und weckt das eigene Team und die GC-Fans. Stark, dass er die Verantwortung beim Penalty übernimmt und trifft. Fast noch stärker, dass er sogar noch das 3:2 per Kopf erzielt. Es ist der Treffer, der ihm einen Hattrick garantiert, von dem er als Kind sicher nicht geträumt hat: die dritte Teilnahme an der Barrage in Serie.
In der sonstigen Abwehr ist Nico Rissi in seinem erst dritten Profispiel vielleicht noch etwas nervöser als seine Mitspieler. El Bachir Ngom startet miserabel und düpiert vor dem 0:2 den eigenen Goalie mit einer Kopfballverlängerung zum Gegner. Aber er fängt sich mit der Zeit. Sven Köhler macht zumindest keine groben Fehler.
Imourane Hassane ist ein armer Tropf, weil er ohne grosses Zutun in der 18. Minute schon raus muss, das Trainer Peter Zeidler einen zweiten Stürmer bringen will, um den Horror endlich zu stoppen.
Tim Meyer ist kämpferisch, Samuel Krasniqi eigentlich der einzige im GC-Dress, der von Anfang an parat zu sein scheint. Lovro Zvonarek ist im Zentrum fast unsichtbar, Jonathan Asp Jensen vermutlich einfach froh, dass mal andere Spieler etwas Entscheidendes unternommen haben. Michael Frey ist vorne eigentlich ein Totalausfall – gewinnt dann aber hinten genau das Duell, das den Konter zum erlösenden 2:2 ermöglicht. Und Lee beweist, dass er tatsächlich wichtige Tore schiessen kann.
Irgendwie lebt nach diesem Spiel der Glaube, dass dieses GC in der Barrage tatsächlich bestehen könnte. Wenn es denn die Nerven von Anfang an unter Kontrolle hält.
Hinweis: Lee (5) ab 18., Ullmann ab 62., Marques ab 87. – Hassane bis 18., Rissi bis 62. Krasniqi bis 87.
Und so haben die Winterthur-Spieler abgeschnitten
Was soll man nach so einem traurigen Spiel noch Noten vergeben? Pajtim Kasami sieht eine Stunde lang wie der Held des Abends aus, weil er zweimal bei Eckbällen am richtigen Ort steht und trifft. Aber er kann seinem Team dann halt auch nicht die nötige Ruhe verleihen, um das 2:0 über die Runden zu bringen. Dasselbe gilt für Alexandre Jankewitz und eigentlich die gesamte Abwehr, in der Mirlind Kryeziu kurz vor dem 2:2 eine Grätsche der brutaleren Sorte auspackt, um seine Teamkollegen zu wecken.
Gegen den Ball ist alles lange okay. Aber mit dem Spielgerät fehlt es jedem einzelnen Winterthurer an Ruhe, an Gelassenheit. Die Bälle werden von hinten planlos weggedroschen, anstatt den Konter zu suchen. Die gesamte Offensive von Randy Schneider über Nishan Burkart bis zu Andrin Hunziker findet so eigentlich gar nicht statt.
Théo Golliard schlägt die beiden Ecken, die zu den Winterthurer Toren führen. Das ist gut. Er wuselt sich aber danach immer wieder in der GC-Verteidigung fest. Das ist weniger gut. Und schlecht ist, dass er die Hand bei Dirk Abels Schuss nicht ganz am Körper hat und so den Penalty verschuldet.
Goalie Stefanos Kapino schliesslich ist zugute zu halten, dass der Ball von Young-Jun Lee noch abgefälscht ist – aber so einen Schuss wie dieses 2:2 hat er auch schon gehalten.
Hinweis: Kryeziu bis 67., Diaby bis 67., Sidler bis 67., Jankewitz bis 78., Burkart bis 84. – Arnold ab 67., Smith ab 67., Maluvunu ab 67., Buess ab 78., Ulrich, ab 84. –
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 36 | 33 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 36 | 23 | 66 | |
3 | FC Lugano | 36 | 13 | 63 | |
4 | FC Sion | 36 | 23 | 61 | |
5 | FC Basel | 36 | 3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 36 | 6 | 51 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 37 | 7 | 50 | |
2 | Servette FC | 37 | 6 | 50 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 37 | -12 | 42 | |
4 | FC Zürich | 37 | -21 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 37 | -28 | 30 | |
6 | FC Winterthur | 37 | -53 | 23 |

