Eray Cömert sitzt im «Clem», einem hippen Café im Herzen von Valencia. 20 Grad, Frühlingssonne, mediterrane Leichtigkeit. Neben ihm: Teamkollege Filip Ugrinic. Die Stimmung ist entspannt – sie passt zur sportlichen Situation des 28-jährigen Innenverteidigers: Auch auf dem Platz scheint für Cömert wieder die Sonne.
Nach einem schwierigen Saisonstart hat sich der Basler bei Valencia einen Stammplatz erkämpft. Unter Trainer Carlos Corberán spielt er mittlerweile eine tragende Rolle im Defensivverbund, überzeugt mit Konstanz, Zweikampfstärke und sauberem Spielaufbau. Und das in einer Liga, die taktisch und technisch allerhöchste Anforderungen stellt. In Bezug auf die Anzahl Balleroberungen pro Spiel und die geringste Anzahl Fouls hat Cömert gar europäische Topwerte zu bieten.
Cömert mit Flaschen beworfen
Ein vorläufiger Höhepunkt: der Derbysieg gegen Levante Mitte Februar. Nach dem Abpfiff stülpt Cömert sein Trikot über die Eckfahne und feiert ausgelassen vor den eigenen Fans. Bilder, die in Valencia viral gehen. Von einer Provokation aber will der Basler nichts wissen: «Ich bin ja nicht durchs Stadion gerannt. Ich habe vor unseren Fans gefeiert. Ich lebe den Fussball – und Emotionen gehören dazu.»
Das sehen die Levante-Fans anders. Beim Gang in die Katakomben fliegen Gegenstände aus dem gegnerischen Block – eine halb volle PET-Flasche trifft Cömert am Kopf. Der Schweizer Nati-Verteidiger aber nimmts locker: «Damit habe ich überhaupt kein Problem. Emotionen gehören zum Fussball, umso mehr bei einem Stadtderby.»
Angst, dass er in der Innenstadt von Levante-Fans angepöbelt wird, hat Cömert nicht. Die Sache war nach ein, zwei Tagen vergessen. Dass es in der Millionenmetropole mehr Valencia- als Levante-Fans gibt, spielt dem Ex-FCB-Verteidiger dabei in die Karten.
Wie lange Cömert noch das Valencia-Trikot tragen wird, ist ungewiss. Der Vertrag läuft im Juni aus, Verhandlungen über eine Verlängerung gab es bislang nicht. Gespräche mit Bundesligisten und Serie-A-Vereinen hingegen schon. Klar ist: Eine Rückkehr zum FC Basel ist für ihn aktuell kein Thema.
Comeback in der Nati?
Ein Comeback in der Schweizer Nationalmannschaft ist da weit realistischer. Zuletzt wurde Cömert nicht mehr berücksichtigt, weil er zu Beginn der Saison bloss Ersatz war. «Damit habe ich kein Problem. Man muss meiner Meinung nach im Verein spielen, damit man sich ein Aufgebot verdient», so der 28-Jährige.
Das ist mittlerweile bei ihm der Fall. Und mit dem Rücktritt von Fabian Schär ist im Abwehrzentrum der Nationalmannschaft eine Lücke entstanden. Internationale Routine, Passsicherheit und physische Präsenz bringt Cömert mit. Dass die Nati nicht mit einer endlosen Anzahl an Innenverteidigern gesegnet ist, steht ausser Frage.
Eine Teilnahme an der WM sei «ein extrem grossen Traum», sagt Cömert, der zuletzt im Herbst 2024 bei der 2:3-Niederlage gegen Spanien überzeugen konnte und gar vom Assistenztrainer des Europameisters ein Kompliment bekam. «Das hat mich sehr gefreut», so der Innenverteidiger.
Sein Ziel sei, weiterhin Einsätze zu bekommen, um sich für die Nati zu empfehlen. Dass der spielstarke Rechtsfuss ein Stehaufmännchen ist, hat er in dieser Saison bewiesen. Obwohl schon abgeschrieben, kämpfte er sich in die Startelf zurück.
Ob ihm im Nati-Dress ein ähnliches Comeback gelingen wird?
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Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 27 | 33 | 64 | |
2 | FC St. Gallen | 27 | 20 | 50 | |
3 | FC Lugano | 27 | 11 | 46 | |
4 | FC Basel | 27 | 6 | 43 | |
5 | FC Sion | 27 | 9 | 41 | |
6 | BSC Young Boys | 27 | 3 | 39 | |
7 | FC Luzern | 27 | 2 | 33 | |
8 | FC Zürich | 27 | -14 | 31 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 27 | -4 | 30 | |
10 | Servette FC | 27 | -7 | 29 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 27 | -12 | 24 | |
12 | FC Winterthur | 27 | -47 | 14 |


