Wurde Führungsduo degradiert?
Captain-Knall beim Meister!

Laut Blick-Informationen soll Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli Marco Bürki und Jan Bamert nach dem nächsten Platzverweis vorübergehend das Captainamt entzogen haben. Der Klub relativiert die Massnahme auf Anfrage.
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Oft hat man das Thuner Führungsduo Marco Bürki und Jan Bamert in dieser Saison noch nicht gemeinsam auf dem Platz gesehen.
Foto: Pascal Muller/freshfocus
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Tobias WedermannFussballchef

Captain-Knall im Berner Oberland! Nach der vierten Liga-Pleite in den letzten fünf Spielen hat Thun-Trainer Gian-Luca Privitelli laut Blick-Informationen zu einer drastischen Massnahme gegriffen. Er soll sowohl Marco Bürki als auch seinem Stellvertreter Jan Bamert das Captainamt vorübergehend entzogen haben. So zumindest die Wahrnehmung einiger Spieler und des Klubumfelds. Der amtierende Meister soll aktuell ohne Captain dastehen – ausgerechnet vor dem Start in die europäische Phase in dieser Woche.

Hintergrund der Degradierung ist unter anderem der erneute Platzverweis gegen einen Spieler mit Captainbinde beim 2:4 gegen den FCZ. Der Tenor: Statt die Teamkollegen verantwortungsvoll zu führen, schaden sie dem Team mit unnötigen Karten sowie Platzverweisen. Während der eigentliche Captain Marco Bürki aktuell seine dritte Rot-Sperre innert weniger Monate absitzt, ist sein Vize Jan Bamert am Samstag im Letzigrund direkt vom Platz geflogen.

Überraschung und Unverständnis bei Mitspielern

Aus dem Umfeld der Berner Oberländer ist zu vernehmen, dass vorerst kein anderer Spieler als fixer Captain eingesetzt werden soll. Es handle sich um eine Übergangsphase bis Ende Jahr. Bekannt gegeben habe Privitelli die Massnahme bei der Besprechung nach der FCZ-Niederlage vor dem gesamten Team. Besonders im Fall von Bürki ist von einer sehr emotionalen Reaktion die Rede. Auch bei den Mitspielern sei man überrascht über die Massnahme, teils sorgt sie für grosses Unverständnis.

Erst kürzlich hat Bürki gegenüber Keystone-SDA ein Interview gegeben und sich zu den vielen Roten Karten als Captain geäussert: «Es ist nicht nur das Spiel selbst, das man verpasst. Es sind vor allem die langen Sperren, die wehtun. Der Mannschaft in den Momenten auf dem Platz nicht helfen zu können und tatenlos zuzuschauen, schmerzt jeden Spieler extrem.»

Gegen Twente könnte Bürki am kommenden Donnerstag zum Auftakt der Conference League wieder mittun. Schmerzen wird es ihn aber dennoch, weil er es vorerst nicht mehr mit der Captainbinde tun darf. Oder doch?

Präsident Gerber relativiert die Massnahme

Beim FC Thun relativiert man die Massnahme auf Anfrage. Sie sei gut überlegt von Trainer Privitelli. Dieser habe die Unterstützung des Klubs, sagt Präsident Andres Gerber. «Es ist eine Bewährungsphase und keine Degradierung. Wir gehen davon aus, dass Bürki oder Bamert trotzdem schon bald wieder mit der Binde auf dem Platz stehen werden.»

Und weiter: «Der Trainer möchte damit ein Zeichen setzen, dass alle eine gewisse Verantwortung tragen und auch wahrnehmen müssen. Dies trifft besonders auf diese zwei unangefochtenen Führungsspieler zu», erklärt Gerber. Dass dies zu Unruhen im Team führen wird, glaubt der Präsident nicht. «Privitelli steht auch für unkonventionelle Massnahmen – manchmal ist es gar nicht schlecht, einen Weckruf zu machen, um alle aus der Komfortzone zu locken.»

Bürki ist seit fünf Jahren Captain

Ob Bürki dies auch so sieht? Seit Sommer 2021 trägt er die Captainbinde regelmässig, ab Februar 2022 fix. Mit dieser führte Bürki die Thuner durch den Aufstiegskampf in die Super League und zur sensationellen Meisterschaft in der abgelaufenen Saison. Während viele seiner Teamkollegen den nächsten Schritt nach dem Titel gesucht und das Berner Oberland im Sommer verlassen haben, setzte Bürki bereits im Februar ein Zeichen und verlängerte seinen auslaufenden Vertrag bis 2028. Damals schrieb der FC Thun: «Seit seiner Rückkehr 2021 ist er nicht nur Abwehrchef, sondern auch Identifikationsfigur und Leader auf und neben dem Platz.» Von Letzterem scheint zumindest Trainer Privitelli aktuell nicht mehr so überzeugt zu sein.

Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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