Darum gehts
- Fabio Celestini und FC Luzern einigen sich vor Gericht auf Vergleich
- Ex-Trainer forderte ausstehende Löhne nach fristloser Kündigung 2021
- Brisante Details zur Trennung kommen ans Licht
Über vier Jahre ist es her, dass Fabio Celestini (50) beim FC Luzern als Trainer entlassen wurde. Nun haben sich die beiden Parteien in Luzern beim Arbeitsgericht wiedergesehen. Der Grund: Der Ex-Trainer forderte ausstehende Lohnzahlungen ein.
Das Resultat vorweg: Die Vertreter des Klubs und Celestinis Anwältin haben sich gemäss «Luzerner Zeitung» nach der über fünfstündigen Verhandlung auf einen Vergleich geeinigt. Über die Modalitäten wurde Stillschweigen vereinbart, wie der Klub gegenüber Blick bestätigt. Doch zuvor haben die Beteiligten nicht mit ihren Aussagen gegeizt. Die Zeitung berichtet, wie heftig es bei der Trennung im November 2021 offenbar knallte.
In der Medienmitteilung des FCL, in der die Trennung von Celestini verkündet wird, schreibt der Klub damals von «einer unbefriedigenden Punkteausbeute (...) und einem unwiederbringlich verlorenen Vertrauensverhältnis aufgrund von öffentlichen Äusserungen» von Celestini. Die Entlassung erfolgte nach der 1:3-Niederlage gegen Lugano, zuvor hatte der FCL aus den ersten 13 Ligapartien nur eine gewonnen.
«Fabio hielt sich zu gut für Luzern»
Stefan Wolf (54), der damalige Präsident, bekräftigt bei der Verhandlung: «Fabio Celestini griff mich und Remo Meyer in der Pressekonferenz vor dem Spiel in Lugano an. Eigentlich sagte er, dass er nichts von uns hält und wir ihm nur Energie rauben würden.» Er ergänzt, dass er Celestini schon zuvor eine Verwarnung ausgesprochen hatte, da der Trainer öffentlich über seinen Wunsch gesprochen hatte, beim FCB oder YB zu landen und später ins Ausland zu wollen: «Fabio hielt sich zu gut für Luzern, er fühlte sich am falschen Platz.»
Was Celestini vor dem Lugano-Spiel sagte? «Remo Meyer kann machen, was er will, Stefan Wolf kann machen, was er will», meinte er damals gegenüber der «Luzerner Zeitung». Daher sei für Wolf und Sportchef Meyer (45), der bei der Verhandlung ebenfalls anwesend ist, klar gewesen, dass eine Trennung unausweichlich ist. Meyer: «Ich war enttäuscht über die Worte, aber überrascht war ich nicht. Denn Fabio hatte mir vorher schon sieben bis acht Mal gesagt, dass er eigentlich zurücktreten sollte.»
Celestini: «Ich wollte weitermachen»
Man habe eine einvernehmliche Lösung angestrebt. Als man dann Celestini die fristlose Kündigung mitteilte, habe dieser das Gespräch sofort verlassen: «Fabio sagte uns, bevor er den Raum verliess, dass wir von seinem Anwalt hören würden.» Der heutige ZSKA-Moskau-Trainer erwidert: «Ich wollte beim FC Luzern weitermachen, sagte den Anwesenden, dass ich zuerst mit meinem Berater und Anwalt sprechen möchte.»
Die fristlose Kündigung habe Celestini dann in «eine schwierige berufliche und persönliche Situation ohne Einkommen» befördert, wie er sagt. Genau ein Jahr hat es danach gedauert, bis er beim FC Sion angeheuert hat. Und auch nach seiner erfolgreichen Zeit beim FCB blieben im Sommer 2025 für ihn lukrative Angebote aus: «Trotz des Double-Gewinns mit Basel letzten Sommer hatte ich aus den grossen Fussballnationen nur Angebote von Serie-A-Aufsteiger Pisa und Hannover aus der 2. Bundesliga.»
Es erfolgte die hierzulande umstrittene Unterschrift bei ZSKA Moskau. Der Klub liegt in der russischen Liga nach 18 Spieltagen mit vier Punkten Rückstand auf Leader Krasnodar auf dem 4. Platz.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 19 | 16 | 40 | |
2 | FC St. Gallen | 19 | 16 | 37 | |
3 | FC Lugano | 19 | 5 | 33 | |
4 | FC Basel | 19 | 8 | 32 | |
5 | BSC Young Boys | 19 | 0 | 29 | |
6 | FC Sion | 18 | 4 | 27 | |
7 | FC Zürich | 19 | -7 | 24 | |
8 | FC Luzern | 19 | 0 | 21 | |
9 | FC Lausanne-Sport | 18 | 0 | 21 | |
10 | Servette FC | 18 | -6 | 20 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 19 | -9 | 17 | |
12 | FC Winterthur | 18 | -27 | 10 |

