Darum gehts
- FC Zürich verliert pro Heimspiel 2000 Zuschauer, Einnahmeverlust im hohen sechsstelligen Bereich
- Gründe: schlechte sportliche Leistung, unattraktive Spielzeiten, weniger Top-Gegner
- Trotzdem 3000 Fans mehr als vor Covid, Derby gegen GC am Samstag
Auf den ersten Blick ist es nichts als logisch: Der FC Zürich spielt eine Saison zum Davonlaufen. Und genau das tun seine Fans. In Scharen. Um fast exakt 2000 Menschen ist der Zuschauerschnitt pro Heimspiel im Letzigrund in dieser Saison gesunken.
Das tut weh. Gerade in der Kasse des sowieso schon notorisch klammen FCZ. Bei 19 Heimspielen werden bis Ende Saison 38'000 Tickets weniger verkauft. Ein heftiger Einnahmeverlust. «Wir gehen von einem höheren sechsstelligen Betrag aus», schreibt der Klub auf Anfrage.
Der FCZ profitiert noch vom Boom nach Corona
Bei einem konservativ angesetzten Durchschnittspreis von 25 Franken pro weniger verkauftem Ticket kommt man auf 950'000 Franken, die dem FCZ fehlen könnten. Kommt dazu, dass ein sinkendes Interesse grundsätzlich schlecht ist für ein Unterhaltungsunternehmen wie den FCZ, das davon lebt, dass es möglichst viele Menschen bewegt.
Trotzdem erklärt der Klub, er mache sich wegen der sinkenden Zuschauerzahlen keine Sorgen: «Nein, der FC Zürich geniesst nach wie vor ein sehr hohes Standing.»
Und damit hat der FCZ tatsächlich recht. Er zieht noch immer rund 3000 Menschen mehr Fans ins Stadion, als er es vor der Covid-Pandemie getan hat. Die Zürcher profitieren also weiterhin vom Boom, der damals nach der Wiedereröffnung der Tribünen eingesetzt hat. Auch, weil der FCZ 2021/22 unverhofft Meister wurde.
Trotzdem muss sich der Verein die Frage stellen, warum die Ticketverkäufe inzwischen wieder rückläufig sind. Er kommt dabei auf einen offensichtlichen Grund: «Die sportlichen Leistungen sind auf jeden Fall ein wesentlicher Faktor.»
Aber der FCZ sieht noch andere Gründe: mehr Heimspiele in den kälteren Monaten, weniger Partien am Sonntag um 16.30 Uhr, «was vor allem für Familien die attraktivste Anspielzeit ist», und je bloss ein Heimspiel gegen Basel, St. Gallen und die Young Boys. Teams also, die Zuschauer anziehen und selbst Fans mitbringen.
Gut, am letzten Punkt tragen die Zürcher zumindest eine Mitschuld. Sie haben schliesslich krachend die Meisterrunde verpasst, in der die aus Zuschauersicht attraktivsten Teams der Liga spielen.
Daneben fällt auf, dass der FCZ in dieser Saison gleich elfmal am Samstag um 18 Uhr antreten musste. Die Statistik beweist: Das ist jene Anspielzeit am Wochenende, an der am wenigsten Fans in den Letzigrund kommen.
Es gibt zig Gründe, die beeinflussen, wie Liga und TV-Stationen die Spiele ansetzen. Einer davon ist, ob ein Klub international spielt – oder nicht. Teams, die am Donnerstag in Europa im Einsatz sind, spielen in der Super League immer am Sonntag. Und weil der FCZ in dieser Saison nicht international mitgemacht hat, dürfte er häufiger auf den Samstag gelegt worden sein.
Auch seine letzten beiden Heimspiele der Saison wird der FC Zürich am Samstag um 18 Uhr bestreiten. Aber zumindest an diesem Samstag müsste der Fan-Aufmarsch grösser sein als sonst. Schliesslich steht das Zürcher Derby gegen die Grasshoppers an.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 35 | 35 | 74 | |
2 | FC St. Gallen | 35 | 22 | 63 | |
3 | FC Lugano | 35 | 14 | 63 | |
4 | FC Sion | 35 | 21 | 58 | |
5 | FC Basel | 35 | 6 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 35 | 3 | 48 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 35 | 6 | 46 | |
2 | Servette FC | 35 | 4 | 46 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 35 | -9 | 42 | |
4 | FC Zürich | 35 | -21 | 35 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 35 | -28 | 27 | |
6 | FC Winterthur | 35 | -53 | 20 |
