Ben-Khalifa-Anwalt klagt an
«Er musste in der Schiri-Kabine duschen»

Er war mal Weltmeister. Jetzt klagt Nassim Ben Khalifa (27) gegen seinen Arbeitgeber, den FCSG. Beim Showdown vor dem St. Galler Kreisgericht werden brisante Details bekannt.
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Da war die Welt noch in Ordnung: Ben Khalifa mit Sportchef Sutter im Januar 2018.
Foto: TOTO MARTI

U17-Weltmeister Nassim Ben Khalifa ist beim FC St. Gallen ausser Rang und Traktanden gefallen. Seinen letzten Einsatz im grün-weissen Dress absolvierte er am 1. Dezember 2018, in der Winterpause soll ihm der Klub einen Wechsel nahegelegt haben. Der kam nicht zustande. Jetzt steht Ben Khalifa auf dem Abstellgleis. Aber ging in der Ostschweiz alles mit rechten Dingen zu und her?

Nein, sagt der Anwalt von Nassim Ben Khalifa. Und klagt an. Am Freitagmorgen kommts vor dem St. Galler Kreisgericht zum Kräftemessen Ben Khalifa versus FCSG.

Dort wird mit schwerem Geschütz gegen die Espen aufgefahren. Von Mobbing ist die Rede. Unrühmliches Highlight: Einmal habe sich Ben Khalifa in der Schiri-Kabine umziehen müssen. Beim Verlassen der Dusche sei er dabei von einer Besuchergruppe überrascht worden, rapportiert das «St. Galler Tagbaltt» aus dem Gerichtsgebäude.

Weiter habe der Stürmer nicht nur an den Abschlusstrainings nicht teilnehmen dürfen (wie vom FCSG behauptet), sondern auch am Winter-Trainingslager, an Taktikschulungen, Videobesprechungen und am Testspiel beim FC Heidenheim in der Nati-Pause, so der Anwalt.

Auch Kai Ludwig ist in St. Gallen vor Ort. Er hatte einst Veroljub Salatic vor Gericht vertreten, als dieser in einem ähnlichen Fall gegen seinen damaligen Arbeitgeber GC klagte. Ludwig stellt sich voll hinter Ben Khalifa und sagt: «Er wird isoliert, ignoriert, aus dem Mannschaftsgefüge ausgeschlossen.» FCSG-Sportchef Alain Sutter habe Ben Khalifa per Whatsapp-Nachricht gar gebeten, nicht an der Physiotherapie teilzunehmen. Und: Ben Khalifa habe sich erst um einen Wechsel bemüht, als der FCSG ihm diesen empfohlen habe.

Der FCSG wehrt sich

Happige Vorwürfe – die der FC St. Gallen nicht auf sich sitzen lässt. Ben Khalifa dürfe an allen Einheiten teilnehmen, nur vom Abschlusstraining sei der Schweiz-Tunesier ausgeschlossen. Und: Der Stürmer sei dreimal in Alain Sutters Büro gewesen, habe auf einen Wechsel gedrängt.

Später werden auch Trainer Peter Zeidler und Sportchef Alain Sutter, die zu Beginn der Gerichtsverhandlung beide noch nicht anwesend sind, befragt.

Zeidler hält fest, dass er für das Abschlusstraining nur 22 Spieler aufbiete. Er wolle 11 gegen 11 spielen. In wenigen Fällen seien aber auch schon mehr Akteure dabei gewesen, die würden aber den Hauptteil des Abschlusstrainings nicht mitmachen. Ben Khalifa sei nicht dabei. Dies aus rein sportlichen Gründen. Alain Sutter verweist im Anschluss auf die Aussagen Zeidlers, sagt, die Nicht-Berücksichtigung Ben Khalifas habe sportliche Gründe. «Persönliche Vorbehalte» gegen den Spieler gebe es keine, schliesst dann auch der FCSG-Anwalt.

Und wer hat am Ende Recht? Die Verhandlung in St. Gallen ist geschlossen, das Urteil wird den beiden Parteien schriftlich zugestellt.

Fortsetzung folgt. (red)


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