Etwas will Ludovic Deléchat bei seinem ersten Auftritt als GC-Präsident besonders betonen: Er hat ein grosses GC-Herz. «Ich bin seit meiner Kindheit GC-Fan und habe viele Spiele im Hardturm gesehen. Auch an das Tor von Murat Yakin 1996 gegen Ajax Amsterdam kann ich mich gut erinnern.» Die Grasshoppers stünden für Tradition, Eleganz und Ambition – das wolle er als CEO des neuen GC-Besitzers Bridge Football Group weiterführen.
Eine grosse Vision möchte er am GC-Hauptsitz in der Zürcher Innenstadt aber nicht präsentieren: «Ich will keine Versprechen abgeben, sondern lieber Taten sprechen lassen. Die Investoren wollen nachhaltig wirtschaften, mit der Jugend arbeiten und wirklich durchdacht vorgehen.» Viel konkreter wird er nicht. Auch auf mögliche Transferziele will er sich nicht festlegen – man habe aber ein gewisses Budget für neue Spieler.
Sutter muss gehen – Abrashi bleibt als Spieler
Zwei Personalentscheide macht er während der Pressekonferenz dennoch offiziell: Youngster Dominik Papic unterschreibt bis 2030 – und Sportchef Alain Sutter muss wie erwartet gehen. Einen Nachfolger stellt er nicht direkt in Aussicht: «Wir arbeiten ohne klassischen Sportchef. Das ist alles zentralisiert auf einen technischen Berater, der die Rekrutierungen vornimmt. In den Verhandlungen ist dann der CEO wichtig. Auch der Trainer wird involviert sein.» Ein Schweizer CEO «mit viel Erfahrung» soll seine Arbeit bald aufnehmen.
Ein weiteres Ziel der neuen GC-Besitzer ist die Verringerung des strukturellen Defizits von 15 Millionen Franken. Wie will er das anstellen? «Das Stadion ist ein wichtiger Faktor, dazu kommen kommerzielle Einnahmen und das Community-Building. Eine klare Vision von uns ist die Jugend – wir haben eine interessante Akademie.»
Auch in dieser Frage bleibt Deléchat eher vage. Trainer Peter Zeidler zieht dennoch ein positives Fazit zu den ersten Tagen unter der neuen Führung – und für Captain Amir Abrashi war nach dem ersten Kontakt mit Deléchat klar, dass er die Saison als Spieler bestreiten will: «Ich habe viel Energie gespürt. Man merkt, es kommen gute Leute, weshalb ich von diesem Projekt sehr überzeugt bin.»
Die PK ist zu Ende
Die anwesenden Journalisten haben keine Fragen mehr – GC-Mediensprecher Brütsch erklärt die Pressekonferenz deshalb für beendet. Wir danken für das Interesse und wünschen noch einen schönen Tag.
Deléchat: «Ich arbeite zu 150 Prozent für die Bridge Football Group»
«Atlas war mein früheres Unternehmen, aber ich bin da nicht mehr involviert. Ich arbeite 150 Prozent für die Bridge Football Group.»
Zeidler über seine Spielidee
«Als ich im Mai gekommen bin, ging es ums Überleben – und wir haben überlebt. Ich lerne die Spieler noch immer nach und nach kennen. Klar haben wir unsere Ideen, dass wir als Team auftreten, dass wir einen guten Zusammenhalt haben. Wir trainieren aber noch verschiedene Formationen. Wir spielen sicher mit vier Spielern hinten. Aber grosse Sprüche, wie wir spielen mache ich keine. Wir müssen besser werden, um konkurrenzfähig zu sein, das ist klar.»
Deléchats über den Kontakt zu den Fans
«Wir brauchen eine enge Verbindung zu den Fans. Sie sind am wichtigsten. Wir werden mit ihnen sprechen. Das ist uns sehr wichtig.»
Ludovic Deléchat, ist der Campus nicht zu teuer?
«Wir wissen, was der Campus kostet. Er ist aber wohl die beste Infrastruktur der Schweiz.» Aber man werde schauen, wie man auch da Kosten sparen könne.
Deléchat über die Reaktion der anderen Klubs
«Die anderen Klub können auch von einem Flagschiff wie GC probieren. Sie hätten nie die gleichen Ressourcen, wenn sie einfach für sich wären. In Italien sind sie glücklich damit, das bringt ihnen auch viel Aufmerksamkeit.»
Deléchat: «Amir ist GC»
«Ich glaube, dass wir eine interessante Jugendakademie haben, aber wir werden das Team auch verstärken, auch wenn wir spät gekommen sind. Wir haben volles Vertrauen in Zeidler und sind froh, dass Amir bleibt. Amir ist GC – es ist wichtig, dass er die Leidenschaft an die jungen Spieler weitergeben kann. Eine News kann ich aber geben: Dominik Papic hat bis 2030 verlängert. Wir wollen besser sein als im letzten Jahr.»
Deléchat zu möglichen Transferzielen
«Wir haben ein gewisses Budget für neue Spieler und sind mit einigen auch in Verhandlungen. Wir können vielleicht auch ein paar Spieler verkaufen und so Geld machen.» Zeidler fügt an: «Wir sind auf der Suche nach neuen Spielern. Einige wichtige Spieler von der letzten Saison sind nicht mehr da. Wir haben viele junge Spieler, aber ich spüre auch, dass viele Gespräche laufen. Wir haben noch zwei Wochen und werden auch danach noch Transfers tätigen können»
«Es wird keinen klassischen Sportchef geben»
«Wir arbeiten ohne klassischen Sportchef. Das ist alles zentralisiert auf einen technischen Berater in Holland, der die Rekrutierungen vornimmt. In den Verhandlungen ist dann der CEO wichtig. Auch der Trainer wird involviert sein. Alain wird nicht mehr für uns arbeiten.»
Deléchat: «Jugend ist eine klare Vision»
«Wir sind uns des Defizits bewusst, aber sind überzeugt, dass wir das verringern können. Das Stadion ist ein wichtiger Faktor, dazu kommen kommerzielle Einnahmen, das Community-Building. Eine klare Vision von uns ist die Jugend. Früher könntest du die Klasse der GC-Spieler fühlen – das wollen wir wiederherstellen. Ich hatte Gänsehaut auf dem Campus und wir brauchen Leute, die das auch fühlen.»
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