Darum gehts
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Blick: Andrin Hunziker, werden Sie in St. Gallen wegen Ihres Basler Dialekts aufgezogen?
Andrin Hunziker: Ja, da sind immer welche, die Sprüche machen. Vor allem Christian Witzig. Ihm gefällt mein Dialekt überhaupt nicht (lacht).
Haben Sie schon ein paar Ostschweizer Ausdrücke drauf?
Hier werde ich Hunziko genannt. Und man sagt Altä statt Alte. Aber am Ende spielt es keine Rolle. Weil wir eh meistens Hochdeutsch sprechen in der Kabine.
Waren Sie an der Olma?
Ja, das war lustig. Wir waren gemeinsam beim Schweinchenrennen. Es ist ein wenig wie die Basler Herbstmesse – einfach mit mehr Tradition.
Sind Sie eher der ländliche Typ oder ein Stadtmensch?
Ich bin in Therwil im Baselbiet aufgewachsen, drum eher der ländliche Typ. Als Kind habe ich öfter auf einem Bauernhof geholfen. Ich wohne im ländlichen Appenzell; dort habe ich meine Ruhe, dort gefällt es mir.
Luganos Stürmer Albian Ajeti sagte zuletzt, dass in der Tessiner Kabine mehr Baseldeutsch gesprochen werde als in Basel. Und auch beim FC St. Gallen hat es aktuell mit Mihajlo Stevanovic und Leon Frokaj mehr Bebbi als beim FCB. Wie wichtig ist Identifikation?
Das ist extrem wichtig. Das sieht man auch hier in St. Gallen. Natürlich kann sich jemand integrieren, auch ich versuche das so gut wie möglich. Ich weiss, dass es ein Traditionsverein ist, der älteste in der Schweiz. Dass so eine grosse Geschichte dahinter ist. Aber natürlich spürt man, wenn jemand von Kind auf Fan ist von der gleichen Mannschaft.
Andrin Hunziker stammt aus Therwil BL und ist bloss 20 Minuten vom Joggeli entfernt aufgewachsen. Für die erste Mannschaft absolviet der Stürmer 10 Einsätze, dann reisst das Kreuzband. Via Aarau, dem KSC und Winti gehts zum FC St. Gallen. Dort hat der 192-Zentimeter-Sturm-Turm einen Vertrag bis Juni 2030.
Andrin Hunziker stammt aus Therwil BL und ist bloss 20 Minuten vom Joggeli entfernt aufgewachsen. Für die erste Mannschaft absolviet der Stürmer 10 Einsätze, dann reisst das Kreuzband. Via Aarau, dem KSC und Winti gehts zum FC St. Gallen. Dort hat der 192-Zentimeter-Sturm-Turm einen Vertrag bis Juni 2030.
Sie sind seit Kindestagen FCB-Fan und haben Teile der Vorbereitung im Joggeli absolviert. Nun haben die Basler nach dem Abgang von Ajeti bloss noch zwei nominelle Stürmer im Kader. Bereuen Sie, dass Sie nicht doch geblieben sind?
Nein. Ich habe die Vorbereitung in den letzten Jahren immer beim FCB absolviert und bin dort immer ziemlich enttäuscht worden. Und weil mein Vertrag im Sommer ausgelaufen wäre und es keine Gespräche über eine Verlängerung gab, habe ich meine Möglichkeiten ausgelotet. Ich wollte zu einem Verein, bei dem ich das Vertrauen spüre. Darum spiele ich beim FCSG.
Marco Streller kickte in Ihrem Alter noch beim FC Thun. Ist sein Weg eine Inspiration?
Ja, sicher. Er hat mir von seiner Saison in Thun erzählt, als ich meine Lehre auf der Geschäftsstelle des FC Basel absolvierte und er Sportchef war. Er hat mir gesagt, ich solle mich nicht stressen lassen. Dass es manchmal einen Umweg brauche, um ans Ziel zu kommen. Das war ziemlich cool und hat mir Mut gemacht.
Hat ein Stürmer länger Zeit?
Als Mittelstürmer spielt das Alter keine entscheidende Rolle. Ich komme nicht über die Schnelligkeit, sondern über den Abschluss, über die Präsenz in der Box. Ich kann auch mit 30 oder mit 35 noch ein guter Stürmer sein. Harry Kane hat mit 33 seinen ersten Ballon d’Or gewonnen. Aber nicht, dass ich mich mit ihm vergleichen würde (lacht).
Sie haben zum ersten Mal in Ihrem Leben einen langfristigen Vertrag. Gibt das Sicherheit?
Die Vertragslänge finde ich gar nicht so entscheidend. Für mich ist es wichtiger, dass ich nicht mehr ausgeliehen bin. Vorher wusste ich nie, was Sache war und wo ich in der nächsten Saison spielen werde. Oft wusste man beim FCB nicht, wer am ersten und wer am vierten Spieltag spielen wird und wie das Kader aussieht. Jetzt bin ich fix beim FCSG. Dadurch kann ich mich besser entwickeln.
Sie haben in Ihrer noch jungen Karriere schon 77 Pflichtspiele wegen Verletzungen verpasst. Auch in dieser Saison mussten Sie pausieren. Kommen da irgendwann Zweifel auf?
Natürlich fragst du dich, warum schon wieder ich? Als ich beim FCB auf dem Sprung in die erste Mannschaft war, habe ich mir das Kreuzband gerissen. Beim KSC war es die Hüfte. Aber Spieler wie Manuel Akanji und Cédric Itten haben sich ebenfalls früh schwer verletzt und sind Ihren Weg am Ende doch gegangen. Das macht mir Mut.
Wie sehr hat sich das Spiel im Vergleich zur letzten Saison bei Winti verändert?
Ich muss viel mehr rennen als sonst, das ist auch neu für mich. Aber ich bin so fit wie noch nie und habe mittlerweile ein gewisses Level erreicht. Ich bin ein gestandener Super-League-Spieler. Jetzt will ich unbedingt den nächsten Schritt machen. Mein Ziel ist es, irgendwann in der Bundesliga zu spielen.
International haben Sie in dieser Saison bereits gespielt. War das Duell gegen Benfica im Da Luz ihr bisheriger Karrierehöhepunkt?
Das Stadion war beeindruckend, ja. Aber in dieser Hinsicht bin ich seit meiner Zeit beim KSC etwas verwöhnt, weil wir in Hamburg und Köln spielen durften. Mein bisheriger Höhepunkt aber ist der Siegtreffer im ersten Saisonspiel gegen den FCZ. Vor dem Espenblock jubeln zu dürfen, war der perfekte Start in die Super-League-Saison.
Was ist in dieser Saison mit dem FCSG noch möglich?
Der Cup ist ein Ziel von uns. Wenn ich höre, wie viel der Kübel den Fans bedeutet und dass es der schönste Tag in ihrem Leben gewesen sei, dann willst du das unbedingt selbst erleben.
Und wie sieht es beim Thema Meistertitel aus?
Da muss man auch ein bisschen realistisch bleiben. Lugano und YB haben super Mannschaften und der Abstand ist schon ziemlich gross. Unser Ziel ist das internationale Geschäft.
Sie haben in bislang acht Super-League-Spielen zwei Tore erzielt. Legen Sie am Samstag gegen Servette nach?
Das ist das Ziel (lacht). Ich will dem Verein etwas zurückgeben. Dafür, dass er Vertrauen in mich setzt.
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Lugano | 11 | 25 | 31 | |
2 | BSC Young Boys | 11 | 17 | 25 | |
3 | FC Sion | 11 | 7 | 22 | |
4 | FC Zürich | 11 | -3 | 17 | |
5 | Servette FC | 11 | 2 | 16 | |
6 | FC St. Gallen | 11 | -4 | 16 | |
7 | FC Basel | 11 | -3 | 14 | |
8 | FC Luzern | 11 | -6 | 12 | |
9 | FC Thun | 11 | -11 | 10 | |
10 | FC Vaduz | 11 | -1 | 9 | |
11 | Grasshopper Club Zürich | 11 | -13 | 9 | |
12 | FC Lausanne-Sport | 11 | -10 | 6 |