300 Spiele für GC
Amir Abrashi – vom blutenden Kämpfer bis zum dümmsten Jubel

300 Mal Amir Abrashi. Die lebende GC-Legende feierte beim Cupspiel in Grenchen Jubiläum. Zeit, auf die legendärsten Momente von Abrashi im Hopper-Trikot zurückzublicken.
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300 Mal trug Amir Abrashi das GC-Trikot.
Foto: Toto Marti
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Björn LindroosRedaktor Sport

GC ohne ihn – kaum vorstellbar. Am Samstag kam Amir Abrashi (36) beim Cupspiel in Grenchen zu seinem 300. Spiel für die Hoppers. In dieser Zeit ist der Leader zur Identifikationsfigur schlechthin geworden. Und sorgte für so manch legendären Moment.

Blutend zum Klassenerhalt

Einmal mehr hat GC das Messer am Hals, als man im Mai zum dritten Mal hintereinander in die Barrage muss. Das Rückspiel gegen Aarau ist ein Krimi. Und mittendrin: der blutende Abrashi. Der GC-Captain wird in der Verlängerung von Aaraus Obexer voll im Gesicht getroffen. Der Aarauer fliegt vom Platz, Abrashis Platzwunde wird noch auf dem Rasen genäht. Er spielt weiter und sichert sich mit den Hoppers in Extremis den Klassenerhalt. Im TV-Interview nach dem Spiel sagt er mit blutendem Gesicht: «Ich liebe diesen Klub.»

Mit der Wunde im Gesicht lässt sich Abrashi von den Fans feiern.
Foto: Pius Koller

Verletzung beim Torjubel

Noch weit entfernt von 300 Spielen ist Abrashi im August 2012. Der damals 22-Jährige schiesst GC in Luzern mit seinem Treffer zum 2:0‑Auswärtssieg. Beim Jubeln fällt ihm Teamkollege Toko von hinten um den Hals – und trifft ihn unglücklich am Fuss. Abrashi muss verletzt ausgewechselt werden. «Der dümmste Jubel aller Zeiten», titelte Blick damals. Abrashi selbst sagte nach dem Spiel mit dick einbandagiertem Fuss: «Hauptsache, wir haben die drei Punkte.»

Beim Torjubel mäht Toko Abrashi von hinten um.
Foto: Keystone

Wortgefecht mit Lichtsteiner

In den Schlussminuten eines Spiels gegen Basel fliegt Abrashi im März 2026 wegen einer Tätlichkeit vom Platz. Während der Rotsünder in die Kabine stampft, gibt ihm der damalige FCB-Coach Stephan Lichtsteiner noch einige Worte mit auf den Weg. Dies bringt den GC-Captain derart auf die Palme, dass er sich noch auf dem Platz mit dem gegnerischen Trainer anlegt. Schiris und Betreuer müssen die beiden Streithähne trennen. Doch damit nicht genug: Nach der Partie soll es auch in den Joggeli-Katakomben zu weiteren hitzigen Diskussionen gekommen sein.

Kopf an Kopf: Lichtsteiner und Abrashi geraten aneinander.
Foto: Screenshot Blue

Der Kreis in Bern

Im Frühling 2024 geht GC auswärts gegen YB mit 0:3 unter. Nach der Partie siehts schlecht aus, die Hoppers stecken mitten im Abstiegskampf. Abrashi setzt im Wankdorf noch auf dem Platz ein Zeichen. Er nimmt seine Truppe zusammen und redet intensiv auf sie ein. Ein Bild, das gerade nach aussen zeigt, dass der Rekordmeister noch lebt. «Ich habe den Jungs gesagt, dass ich die nächsten Tage keinen Negativen sehen will», erzählt Abrashi danach. In den Spielen danach steigert sich GC – und rettet sich einmal mehr in letzter Sekunde in der Barrage. Schwer zu sagen, ob wirklich der Kreis in Bern die Wende einleitete. Ein Lebenszeichen war er aber allemal.

Nach einer Pleite gegen YB redet Abrashi auf sein Team ein.
Foto: Claudio De Capitani/freshfocus

Grosse Emotionen in Thun

Mai 2024. Nach dem Last-Minute-Sieg im Barrage-Rückspiel gegen Thun, der GC den Klassenerhalt sichert, lässt Abrashi seinen Emotionen freien Lauf und spricht vom schönsten Moment seiner Karriere. «Ich fühle mich drei Kilo leichter», sagt er, nachdem der ganze Druck von ihm abgefallen ist. Es sollte der erste von Abrashis drei Barrage-Erfolgen sein. Speziell in diesem Jahr: Just in der Woche vor dem Spiel wurde der Mittelfeldspieler von Albanien für die EM 2024 in Deutschland aufgeboten. «Priorität war, dass wir mit GC oben bleiben, jetzt kann ich zur Nati. Was willst du noch Schöneres in deiner Karriere?»

Emotionen pur: Abrashi nach der Rettung in Thun.
Foto: Urs Lindt/freshfocus

Der einzige Titel

Lange vor den Abstiegskrimis und Barrage-Fights gewann Abrashi mit GC seinen einzigen Titel. Im Mai 2013 wurden die Hoppers zum 19. Mal Cupsieger. Abrashi war damals 23 Jahre jung und schon Stammspieler. Auf dem Weg zum Titel macht er jedes Spiel. Im Final schlägt man den FCB im Penaltyschiessen. Bis heute die letzte Sternstunde der Grasshoppers. Für Abrashi einer von zwei Titeln seiner Karriere. 2016 wird er mit Freiburg noch Meister in der 2. Bundesliga.

2013 jubelte Abrashi mit GC über den Cupsieg.
Foto: Keystone

Mister Zürcher Derby

Abrashi machte nie ein Geheimnis daraus, dass er den FCZ nicht sonderlich mag. «Die Derbys stehen eine Stufe über allen anderen Spielen. Nach einem Sieg gehe ich gerne in die Stadt zum Essen. Doch nach einer Niederlage verstecke ich mich», sagte er einst gegenüber Blick. Niederlagen würden sich anfühlen, «als ob jemand ein Messer in den Bauch rammt». Mit 32 Einsätzen ist Abrashi der aktive Spieler mit den meisten Zürcher Derbys. Als sein «geilstes Derby» bezeichnete Abrashi den Sieg im Cup-Halbfinal 2013, als er einen Assist zum 2:1 beisteuerte. In seinen 32 Derbys holte der Aggressivleader elfmal Gelb und flog einmal vom Platz.

Kein aktiver Spieler hat mehr Derby-Einsätze als Abrashi.
Foto: Andy Mueller/freshfocus
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Brack Super League 2026/27
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Lugano
FC Lugano
10
24
28
2
BSC Young Boys
BSC Young Boys
10
15
22
3
FC Sion
FC Sion
10
6
19
4
FC St. Gallen
FC St. Gallen
10
-2
16
5
FC Zürich
FC Zürich
10
-4
14
6
Servette FC
Servette FC
10
1
13
7
FC Basel
FC Basel
10
-3
13
8
FC Luzern
FC Luzern
10
-5
12
9
FC Thun
FC Thun
10
-10
10
10
FC Vaduz
FC Vaduz
10
0
9
11
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
10
-13
8
12
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
10
-9
6
Meisterschaftsrunde
Abstiegsrunde
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