Darum gehts
- GC und Aarau trennen sich im Barrage-Hinspiel 0:0
- Hoppers-Trainer Zeidler nennt das Ergebnis «schmeichelhaft» und lobt Aaraus Leistung
- GC-Kader viermal wertvoller als Aarau, aber Teams auf Augenhöhe im Hinspiel
Auch wenn es die nackten Zahlen anders vermuten lassen, aber die Grasshoppers sind im Barrage-Hinspiel gegen Aarau mit einem dunkelblauen Auge davongekommen. Zwar haben die Hoppers in 90 Minuten nur zwei Abschlüsse weniger zu verzeichnen als die Gastgeber. Der FCA hat aber die klar besseren Chancen und verpasst in der zweiten Halbzeit mehrfach den so wichtigen Führungstreffer. Kein Wunder erklärt Peter Zeidler (63) nach Abpfiff: «‹Schmeichelhaft› ist sicher ein Adjektiv, das man verwenden kann, um dieses Ergebnis zu beschreiben.»
Der GC-Trainer macht kein Geheimnis daraus, dass seine Mannschaft mit der Nullnummer auf dem Brügglifeld gut bedient ist. «Gefühlt hatte Aarau 20 oder 30 Einwürfe und 20 oder 30 Eckbälle. Das musst du dann auch immer erst verteidigen können. Am Ende steht da aber auch mit ein bisschen Glück ein 0:0», so Zeidler.
«Wir kommen von ganz unten»
Als ein Journalist den Deutschen danach fragt, ob sich seine Mannschaft im Hinspiel nicht zu stark auf die individuelle Klasse einzelner Spieler verlassen habe, greift der GC-Coach in die psychologische Trickkiste: «Individuelle Klasse hat der Gegner auch. Ob wir davon mehr haben, weiss ich nicht. Wir sollten Aarau nicht kleinmachen. Wer einen Shkelqim Vladi 90 Minuten auf der Bank lässt, muss auch individuelle Klasse auf dem Platz haben.»
Klar hat der Zweite der Challenge League mit Valon Fazliu (30) oder Elias Filet (24) Spieler mit Qualität auf dem Platz. Gleichzeitig weiss aber auch Zeidler, dass das GC-Kader ungefähr viermal so wertvoll ist wie dasjenige der Aarauer. Allein die beiden Bayern-Leihgaben Jonathan Asp Jensen (20) und Lovro Zvonarek (21) kommen gemeinsam auf fast denselben Marktwert wie die gesamte Mannschaft des FCA. Der Zürcher Trainer hält allerdings zu Recht fest: «Fussball ist kein Individualwettbewerb, Fussball ist ein Mannschaftswettbewerb.»
Und in diesem können auch mentale Faktoren entscheidend sein. Darauf angesprochen, dass der Rekordmeister am Donnerstag im Rückspiel deutlich mehr zu verlieren habe als der Gegner, packt Zeidler den nächsten kleinen Psycho-Trick aus. «Auch Aarau hat viel zu verlieren, sie haben sich ja schon oben gesehen», sagt der Hoppers-Coach und zielt damit auf den verpassten Direktaufstieg des FCA ab. «Wir sind zwar der Super-Ligist. Aber wir kommen von ganz unten. Gegen Winterthur waren wir 0:2 hinten. Da waren wir ganz weit weg ... Ich sehe es nicht so, dass wir viel verlieren können. Wir können viel gewinnen!», findet Zeidler.
Iacopetta ärgern verpasste Chancen
Doch nicht nur resultatmässig, auch mental scheint der Gegner nach der ersten Barrage-Hälfte mindestens auf Augenhöhe mit den Hoppers. «Das war eine gute Reaktion nach dem letzten Freitag, der sehr schwierig für uns gewesen ist. Auf unserer heutigen Leistung können wir aufbauen», findet Aarau-Captain Oliver Jäckle (33). Und auch Verteidiger Marco Thaler (31) will trotz der Nullnummer nichts von einem Gefühlschaos wissen: «Überhaupt nicht. Ich bin richtig stolz auf diese Mannschaft. Wir haben GC heute Kopfschmerzen bereitet.»
Zumindest Trainer Brunello Iacopetta (41) gibt aber doch zu, dass sich der Aussenseiter in seinem Heimspiel ein besseres Resultat gewünscht hätte. «Wir haben in der zweiten Halbzeit die eine oder andere Chance liegengelassen. Das müssen wir uns vorwerfen. Am Schluss zählen die Tore», so der Aarauer Coach. Gleichzeitig hält er eine ähnliche Botschaft für seine Spieler bereit, wie sich auch GC-Trainer Zeidler an sein Team richten dürfte: «Wir haben noch einmal 90 Minuten, um das in Zürich besser zu machen.»
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Thun | 38 | 28 | 75 | |
2 | FC St. Gallen | 38 | 25 | 70 | |
3 | FC Lugano | 38 | 17 | 67 | |
4 | FC Sion | 38 | 23 | 63 | |
5 | FC Basel | 38 | -3 | 56 | |
6 | BSC Young Boys | 38 | 11 | 55 |
Mannschaft | SP | TD | PT | ||
|---|---|---|---|---|---|
1 | FC Luzern | 38 | 10 | 53 | |
2 | Servette FC | 38 | 8 | 53 | |
3 | FC Lausanne-Sport | 38 | -14 | 42 | |
4 | FC Zürich | 38 | -23 | 38 | |
5 | Grasshopper Club Zürich | 38 | -26 | 33 | |
6 | FC Winterthur | 38 | -56 | 23 |



