73 Prozent der Spiele fallen aus
Schon vor 102 Jahren stoppt Grippe den Fussball

Der Fussball in den Klauen des Grippe-Virus. Das gibts schon vor 102 Jahren. 25'000 Todesopfer, 73% der Spiele fallen aus! Kicker müssen für die Spiele bis zu vier Stunden Fussmarsch auf sich nehmen!
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Das Coronavirus sorgt momentan für viel Wirbel in der Sportwelt.
Foto: Getty Images
Max Kern

Die verheerende Pandemie bricht in der Schweiz kurz vor Ende des Ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) aus. Zwischen Juli 1918 und Mai 1919 fordert die «Spanische Grippe» allein in der Schweiz 25'000 Tote. Auf der ganzen Welt sterben gar zwischen 25 und 50 Millionen Menschen wegen dem Virus. Im Vergleich: Der Erste Weltkrieg forderte etwa 17 Mio. Tote.

Spielabsagen statt Geisterspielen

Auch damals hat das Grippe-Virus einschneidende Folgen für den Schweizer Fussball. Im Jahresbericht des Schweizerischen Fussball- und Athletikverbandes (so hiess der Vorgänger des SFV) steht: «In der Tat war zu dieser Zeit die Schlussphase des Ersten Weltkriegs nicht das grösste Problem für den Spielbetrieb in der höchsten Schweizer Fussballliga. (...) weit ernsterer Natur waren die nicht vorauszusehende Grippewelle und die Einstellung des Eisenbahnverkehrs an den Sonntagen.»

Zwischen dem 20. Oktober und Mitte November ruht der Spielbetrieb in der Schweizer Serie A (so heisst damals die Super League) fast ganz. Von 55 angesetzten Spielen finden nur 15 statt. Oder 73% fallen aus. Geisterspiele gibts zu dieser Zeit noch nicht.

Zur Spanischen Grippe kommt erschwerend dazu, dass die SBB den Zugverkehr an Sonntagen wegen Kohle-Knappheit gänzlich einstellt. Der Sonntag ist damals DER Spieltag in der Schweiz.

Laut SFL.ch zeigen die Klubs damals bei der Transportmittel-Beschaffung viel aber Flexibilität: «Lastwagen, Taxameter, Fahrräder, Fuhrwerke dienten zum Transport der Spieler. Clubs der unteren Serien legten den Weg zu Fuss, über vier Stunden Marschzeit, zurück!»

Der Jahresbericht des Fussball-Verbandes zur Saison 1918/19 endet mit folgenden Worten: «Dieses Jahr dauerte die Saison lang, viel zu lang. Sie ist auch im Momente der Berichterstattung noch nicht ganz beendet.» Bleibt zu hoffen, dass die Bilanz der laufenden Saison wegen des Corona-Virus nicht ähnlich endet.

Übrigens: Meister wird damals nicht St. Gallen, YB oder Basel, sondern Etoile La Chaux-de-Fonds.

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Brack Super League 25/26 - Meisterrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Thun
FC Thun
34
37
74
2
FC St. Gallen
FC St. Gallen
34
25
63
3
FC Lugano
FC Lugano
34
13
60
4
FC Sion
FC Sion
34
18
55
5
FC Basel
FC Basel
34
4
53
6
BSC Young Boys
BSC Young Boys
34
4
48
Champions League-Qualifikation
Conference League Qualifikation
Brack Super League 25/26 - Relegationsrunde
Mannschaft
SP
TD
PT
1
FC Luzern
FC Luzern
34
4
43
2
Servette FC
Servette FC
34
2
43
3
FC Lausanne-Sport
FC Lausanne-Sport
34
-7
42
4
FC Zürich
FC Zürich
34
-21
34
5
Grasshopper Club Zürich
Grasshopper Club Zürich
34
-26
27
6
FC Winterthur
FC Winterthur
34
-53
19
Relegation Play-Offs
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