Ricardo Rodriguez ist nicht der Mann der vielen Worte. So ist es auch an der letzten Pressekonferenz in San Diego vor dem Abflug nach Vancouver zum letzten Gruppenspiel gegen Kanada. Die kritischen Äusserungen seines Kumpels Granit Xhaka will er nicht mehr gross kommentieren. Er sei sich sicher, Granit habe es nur gut gemeint. Alle wollten den grösstmöglichen Erfolg. Was passiert sei, sei passiert. Die Stimmung sei gut.
Mit seiner gewohnt lockeren Art und seiner Vielsprachigkeit – er antwortet auf Deutsch, Italienisch und Spanisch – sorgt der Nati-Dauerbrenner (14 WM-Spiele von Anfang an) für gute Stimmung. Lacher gibts nicht zuletzt, als er beim Thema Einwechselspieler Doppeltorschützen Johan Manzambi vergisst (siehe Video).
Eines macht er aber klar: Die Nati will gegen Kanada gewinnen und den Gruppensieg klarmachen. Man will nichts von einem einfacheren Turnier-Baum als Gruppenzweiter wissen. Zudem hätte man als Gruppenerster vor dem Sechzehntelfinal acht Tage Pause. «Mehr Erholung wäre nicht schlecht, das tut jedem gut.»
In diesem Fall läge womöglich auch der ein oder andere Ausflug mit der Familie mehr drin. Rodriguez’ Frau ist mit den gemeinsamen Söhnen nach Kalifornien gereist. Letztens ging’s gemeinsam mit Manuel Akanji und dessen Familie in den Zoo. «Wir hatten einen sehr schönen Tag.»