«Es war nicht so brisant, wie ihr das verkauft habt»
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Yakins Beziehung mit Xhaka:«Es war nicht so brisant, wie ihr das verkauft habt»

Weniger Ego, mehr Erfolg
Was Yakin und Xhaka aus ihrem Kosovo-Zoff gelernt haben

Der Beziehungsstatus zwischen Murat Yakin und Granit Xhaka war nicht immer der einfachste. Aber spätestens in dieser WM-Qualifikation haben die beiden bewiesen, was sie zusammen erreichen können. In Pristina schliesst sich ein Kreis.
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Beste Laune bei Trainer und Captain: Murat Yakin (l.) und Granit Xhaka losgelöst nach dem 4:1-Sieg über Schweden.
Foto: TOTO MARTI

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Yakin und Xhaka haben nach Schwierigkeiten zueinander gefunden
  • Alles begann mit einer Trainings-Schelte des Captains in Pristina
  • Yakin sagt:«Wir haben die Dinge aufgearbeitet.»
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Florian RazReporter Fussball

Manchmal sind es die kleinen Dinge, die den Blick auf das grosse Ganze freigeben. Eine kleine, scheinbar unschuldige Aussage zum Beispiel. Geäussert kurz vor Mitternacht inmitten einer 25 Minuten dauernden Pressekonferenz: «So, wie wir trainieren, so spielen wir auf dem Platz.»

Gesagt von Murat Yakin (51), der nach dem 4:1 der Schweizer Nati gegen Schweden die Intensität in der Vorbereitung lobt. Eine Plattitüde? Nein! Sondern eine perfekte Zusammenfassung davon, wie sehr der Nati-Trainer und sein Captain Granit Xhaka (33) nach einer schwierigen Angewöhnungszeit zusammengefunden haben.

Dieser Yakin-Satz stammt von Xhaka

Man tritt Yakin nicht zu nahe, wenn man feststellt: Er ist nicht unbedingt mit der Überzeugung zur Welt gekommen, dass nur intensive Trainings zu guter Leistung führen. «Ich lebte von meinem Talent und wusste, dass ich gut war», hat er mal gesagt.

Seine gut dosierten Leistungen auf dem Übungsplatz waren in seiner Zeit beim FC Basel fast so legendär wie ein Blick-Foto aus dem Jahr 2003: Yakin, wie er gemütlich in einer Hängematte zwischen zwei Torpfosten liegt und Gummibärchen kaut.

Nein, dieser Satz mit dem Training, der ist nicht aus Yakins Poesiealbum. Er stammt eins zu eins von Granit Xhaka. Und dass er neuerdings so scheinbar selbstverständlich aus dem Munde des Nati-Trainers kommt, hat viel mit Pristina zu tun. Mit der Stadt, in der die Schweizer am Dienstag ihr Ticket für die WM 2026 lösen werden.

Es ist September 2023, als die Nati das erste Mal im Fadil-Vokrri-Stadion spielt. Nach dem 2:2 steht ein sichtlich angefressener Xhaka vor den Medien und sagt: «So, wie wir heute gespielt haben, sah auch die ganze Trainingswoche aus.» Oder: «Es sah aus, als ob wir im Park spielen würden.» Und: «Wir haben nicht so trainiert, wie wir trainieren müssten. Da muss man nicht allzu viel Ahnung von Fussball haben, um das zu sehen.»

In diesem Moment fehlt nicht mehr viel zu einem offenen Bruch zwischen den beiden Baslern. Auch wenn Yakin heute im Rückblick sagt: «Unsere Kultur ist sehr laut. Man denkt laut und direkt. Es war nicht so brisant, wie ihr es verkauft habt.»

Dabei sind Trainer und Leithammel schon vor dem 2:2 in Pristina aneinandergeraten. Wegen einer frühen Auswechslung in einem Testspiel gegen den Kosovo. Weil Yakin Xhaka anders einsetzt, als der es gerne hätte.

Die Kraft des Rotweins

Es spricht für Yakin, dass er nach dem Herbst 2023 begreift, dass er es ist, der auf Xhaka zugehen muss. Als er vor der Euro 2024 davon erzählt, wie er mit Xhaka in Düsseldorf gemeinsam einen guten Rotwein getrunken habe, klingt das noch nach einer guten PR-Geschichte. Danach aber wird augenscheinlich, dass sich die beiden wirklich gefunden haben.

Yakin hat in seiner Trainerkarriere mehr als einmal den Machtkampf mit Führungsspielern gesucht – und gewonnen. Sein Weg ist gepflastert mit abgesetzten Captains. In Luzern setzte er Bruder Hakan auf die Bank. In Basel beendete Nati-Rekordtorschütze Alex Frei unter Yakin mitten in der Saison seine Karriere.

«Für den Erfolg darf er alles machen – alles!»

Aber bei der Nati kommt Yakin gerade noch rechtzeitig zum Schluss, dass der Erfolg nicht gegen den Widerstand von Xhaka möglich ist. Also bindet er ihn stattdessen stärker ein und übergibt ihm jene Verantwortung, die der Mittelfeldspieler sowieso haben will. «Solange es dem Erfolg nützt, darf er alles machen. Alles!» So hält es Yakin vor dem Start in die Europameisterschaft 2024 fest.

Jetzt, 90 Minuten vor dem letzten Spiel dieser WM-Qualifikation, sagt er über das Verhältnis zu Xhaka: «Wir haben die Dinge aufgearbeitet. Und sind dann einen gemeinsamen Weg gegangen.» Er wird die Zwei im Sommer 2026 nach Nordamerika führen.

Noch näher dran an der Schweizer Nati

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WM 2026 Gruppe A
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Mexiko
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Südafrika
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Südkorea
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Tschechien
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Gruppe B
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Kanada
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Bosnien und Herzegowina
Bosnien und Herzegowina
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Katar
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Schweiz
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Gruppe C
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Brasilien
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Marokko
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Gruppe D
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Australien
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Türkei
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Gruppe E
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Ecuador
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Demokratische Republik Kongo
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