Was ist denn das für ein geiler Auftritt unserer U21 zum EM-Auftakt? Nicht nur, dass die ganze Mannschaft von Mauro Lustrinelli gegen die scheinbar übermächtigen Premier-League-Stars um Hudson-Odoi (Marktwert des englischen Kaders: 345 Millionen Franken!) solidarisch und mit Herzblut verteidigen, sie stellen clever die Räume zu und spielen auch frech nach vorn. Und die Lustri-Boys kommen sogar zu den besseren Chancen. Nach einer Viertelstunde scheitert Stürmer Zeqiri nach einem krassen Fehlpass eines Engländers völlig freistehend an Keeper Ramsdale. Minuten später köpfelt der Brighton-Stürmer zudem noch knapp am Pfosten vorbei.
Näher an einen Treffer kommt Teamkollege Toma in der 50. Minute: Der Genk-Legionär trifft den Pfosten. In der 77. Minute dann passierts: Muheim passt zur Mitte, wo Imeri herrlich mit dem Absatz direkt an Ndoye weiterleitet. Dieser rutscht zwar vor der Schussabgabe weg, schlenzt den Ball aber irgendwie noch Richtung Tor und sogar unhaltbar für Ramsdale ins lange Eck. Glücklich? Logisch! Aber deshalb nicht weniger schön!
Teamspirit ragt heraus
Die Lustri-Boys liegen sich in den Armen! Der Chef an der Linie jubelt. Und das tun sie alle auch nach 94 Minuten! Zum ersten Mal gewinnt eine Schweizer U21-Auswahl gegen England, nach bisher vier Pleiten und zwei Unentschieden. Und was für ein wichtiger Sieg! Der Dreier gegen den Gruppenfavoriten ist eine Sensation.
Auffallend bei den Schweizern: die tolle Mannschaftsleistung. Jankewitz und Domgjoni stellen im Zentrum jeden Passweg zu, die Verteidigung, angeführt von Bamert und Zesiger, bleiben über 94 Minuten knallhart und hoch konzentriert. So darf es gerne gegen Portugal und Kroatien weitergehen!